Schweiz Notenbank bleibt bei lockerer Geldpolitik

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
20.09.2018 10:27
Die Schweizerische Nationalbank sieht keine Inflationsgefahr und bleibt daher bei ihrer lockeren Zinspolitik.
Schweiz Notenbank bleibt bei lockerer Geldpolitik

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt sich mit einem Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik noch Zeit. Die Währungshüter beließen die rekordtiefen Negativzinsen am Donnerstag unverändert bei minus 0,75 Prozent. Sie bekräftigten ihre Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Mit beiden Maßnahmen will die Notenbank für einen möglichst schwachen Franken sorgen, denn dieser macht Schweizer Waren im Ausland günstiger und stützt so die Wirtschaft.

Die SNB ist in einer Sondersituation: Der Franken gilt bei Investoren lals "sicherer Hafen" in unruhigen Zeiten und hatte in den vergangenen Wochen zu Euro und Dollar an Wert gewonnen. Grund dafür sind Sorgen angesichts der hohen Verschuldung Italiens und Ängste vor einem Überschwappen der Währungskrise in der Türkei auf Europa, die den Euro belastet hatten. Zudem beunruhigt der Handelsstreit zwischen den USA und China die Anleger. "Seit der Lagebeurteilung im Juni 2018 hat sich der Franken spürbar aufgewertet, und zwar sowohl gegenüber den Hauptwährungen als auch gegenüber den Währungen der aufstrebenden Volkswirtschaften", erklärte die SNB. "Der Franken ist hoch bewertet, und die Lage am Devisenmarkt zeigt sich weiterhin fragil", hieß es weiter. Aktuell kostet ein Euro 1,1317 Franken.

Mit einem Ausstieg aus dem Krisenmodus kann sich die SNB nach Einschätzung einiger Experten nicht mehr allzu lange Zeit lassen: Die Schweizer Wirtschaft läuft rund und ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr unerwartet stark gewachsen. Zudem zieht die Inflation langsam wieder an. Die Notenbank strebt hier einen Anstieg von weniger als zwei Prozent an. Wird diese Schwelle erreicht, dann besteht für die Notenbank Handlungsbedarf - etwa in Form einer Zinserhöhung.

Nach den jüngsten Prognosen der Währungshüter dürfte das bei konstanten Leitzinsen aber nun erst im zweiten Quartal 2021 soweit sein. Für die Jahre davor beließ die SNB ihre Inflationsprognose unverändert oder revidierte sie nach unten. Das kam für viele Experten überraschend. "Damit deutet sie an, dass sie kaum erwägt, ihren Leitzins in den kommenden drei Jahren anzuheben", sagte Maxime Botteron von der Credit Suisse der Nachrichtenagentur Reuters.

Wann die SNB die Zinsen anhebt, hängt vor allem von der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Sie hat eine Zinserhöhung frühestens ab Herbst 2019 in Aussicht gestellt.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Insolvenzwelle nimmt Fahrt auf: Nun sind die ersten Großkonzerne in Schieflage geraten

In den vergangenen Wochen haben – meist unbeachtet von der überregionalen Berichterstattung – dutzende Firmen Insolvenz angemeldet....

DWN
Finanzen
Finanzen Preisaufschläge bei physischem Gold zeigen sich auch bei Kryptowährungen

Die weltweite Knappheit bei physischen Gold hat offenbar auch die mit Gold hinterlegten Kryptowährungen erreicht.

DWN
Deutschland
Deutschland Fast jeder dritte Betrieb in Deutschland setzt auf Kurzarbeit

Eine Rekordzahl von rund 650.000 Betrieben hat bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) Kurzarbeit angekündigt.

DWN
Deutschland
Deutschland Bleiben Sie stets informiert und unterstützen Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten mit einem Abo

Aktuell dreht sich alles um das Coronavirus. Das öffentliche Leben ist komplett heruntergefahren worden - Schulen, Restaurants und der...

DWN
Politik
Politik Spanien kündigt Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens an

Die spanische Regierung bereitet eigenen Angaben zufolge ein bedingungsloses Grundeinkommen für ihre Bürger vor. Die erstaunliche Meldung...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Donnerstag: Die Entwicklungen zum Coronavirus im Live-Ticker

Es folgen die Entwicklungen vom Donnerstag, den 9. April, im Live-Ticker. Das Coronavirus ist noch immer weltweit das bestimmende Thema.

DWN
Politik
Politik Friedrich Merz: Europäische Union droht auseinander zu brechen

Nach Ansicht von CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz bringt die Corona-Krise die Europäische Union in existentielle Gefahr.

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen Betrugsverdacht: NRW stoppt Auszahlung von Corona-Hilfen

Betrüger haben im großen Stil versucht, Corona-Soforthilfen an sich zu bringen. Nun zieht NRW die Reißleine.

DWN
Deutschland
Deutschland 12-Stunden-Arbeitstag kommt: Millionen Deutsche werden psychisch krank

Die Bundesregierung will für mehrere Branchen den 12-Stunden-Arbeitstag - angeblich vorübergehend - einführen. Genau das hatten...

DWN
Politik
Politik Vorwurf: Jared Kushner hat Corona-Hilfsgüter gezielt umgeleitet

Abgeordnete des US-Kongresses werfen Trumps Schwiegersohn vor, medizinische Hilfsgüter gegen die Corona-Pandemie gezielt weitergeleitet zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Institute erwarten Erholung von Corona-Rezession bereits im nächsten Jahr

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten hierzulande die schwerste Rezession seit 1970. Doch schon für das kommende Jahr...

DWN
Deutschland
Deutschland Porsche zahlt Mitarbeitern erneut 9700 Euro Prämie

Porsche überweist seinen Mitarbeitern trotz der aktuellen Krise auch in diesem Jahr 9700 Euro zusätzlich.

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung plant Einführung des 12-Stunden-Arbeitstags

Die Bundesregierung will angesichts der Corona-Pandemie für zahlreiche Branchen längere Arbeitszeiten bis zu zwölf Stunden, kürzere...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelständler revolutioniert die Tablettenherstellung

Der Spezialanbieter AMCM arbeitet mit der Darmstädter Pharmagruppe Merck zusammen, um Systeme zu entwickeln, die mittels 3-D-Druck...

celtra_fin_Interscroller