Ex-Fed-Präsidentin Yellen warnt vor neuer Schuldenkrise

Die ehemalige Präsidentin der US-Zentralbank, Janet Yellen, warnt vor dem Ausbruch einer Schuldenkrise bei den US-Unternehmen.

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Fed-Präsidentin Janet Yellen im Monitor einer Fernsehkamera. (Foto: dpa)

Fed-Präsidentin Janet Yellen im Monitor einer Fernsehkamera. (Foto: dpa)

Die ehemalige Präsidentin der US-Zentralbank Federal Reserve System, Janet Yellen, warnt vor dem Ausbruch einer Schuldenkrise bei den US-Unternehmen. Die Aufsichtsbehörden „ollten die Alarmglocken läuten. Sie sollten der Öffentlichkeit und dem Kongress sagen, dass es Probleme gibt, welche sie beunruhigen und dass sie keine Möglichkeit haben, diese zu beheben“, wird Yellen von Bloomberg zitiert.

Yellen hatte als Präsidentin der Federal Reserve über Jahre mithilfe der expansiven Geldpolitik dazu beigetragen, dass die Schuldenstände beim Staat, den Haushalten und den Unternehmen in den USA stark steigen konnten.

Insbesondere viele US-Unternehmen hatten sich in den zurückliegenden Jahren hoch verschuldet. Schätzungen gehen davon aus, dass hochverschuldete und defizitär arbeitende Unternehmen Verbindlichkeiten von insgesamt rund 2 Billionen Dollar aufweisen.

Da diese sogenannten „leveraged loans“ und die noch riskanteren „covenant lite loans“ meist außerhalb des Bankensystems von Finanzgesellschaften wie beispielsweise Nomura, Macquarie, KKR und Jeffries abgewickelt werden, unterliegen sie einer schwächeren Kontrolle.

Die stark steigenden Schuldenlasten bei den US-Unternehmen werden insbesondere deshalb zu einem ernsten Problem, weil die Leitzinserhöhungen der Federal Reserve zu einer Erhöhung der Zinskosten im gesamten US-Finanzsystem führt. Die Zinsen für Kredite mit variablen Zinssätzen werden durch jede Leitzinserhöhung der Fed schwerer zu bezahlen. Zudem ist auch der Wert des Banken-Referenzzinssatzes Libor in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, was zu höheren Zinskosten bei Derivaten, Hypotheken und Krediten führt.

„Das Wachstum zu unterstützen ist wichtig, aber künftige Risiken zu beachten ist ebenso wichtig“, wird Tobias Adrian – ein früherer Präsident der New Yorker Fed und jetziger Berater des Internationalen Währungsfonds – von Bloomberg zitiert. Die Aufsichtsbehörden hätten „nur begrenzte Mittel, um im Nichtbanken-Bereich durchzugreifen.“