Airbus kann Auftrags-Ausfälle von Boeing nicht ausnutzen

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
19.03.2019 17:13
Sollte der US-Flugzeugbauer Boeing aufgrund des Flugzeug-Crashs in Äthiopien Aufträge verlieren, wäre der europäische Rivale Airbus nicht imstande, diese Ausfälle zu ersetzen.
Airbus kann Auftrags-Ausfälle von Boeing nicht ausnutzen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien mit 157 Todesopfern hat zu einer Vertrauenskrise bei den Kunden von Boeing geführt. Der europäische Flugzeugbauer Airbus könnte davon profitieren, falls das Unternehmen imstande sein sollte, einen Ersatz für das Modell Boeing 737 Max anzubieten.

Die meisten der Kunden, die 737 Max 8-Flugzeuge bestellt haben, darunter Norwegian Air und Icelandair, haben bislang erklärt, sie werden zunächst das Ermittlungsergebnis abwarten, um anschließend Entscheidungen zu treffen. Als Ersatz für die Boeing 737 Max könnte die A320neo dienen. Doch Airbus verfügt nicht über die nötige Kapazität, um genügend Flugzeuge in kürzester Zeit zu produzieren.

„Sie können theoretisch Bestellungen von Boeing auf Airbus umstellen - aber sie werden am Ende der Warteschlange von Airbus stehen”, zitiert die Financial Times Robert Stallard von Vertical Partners Research. Es gebe eine Wartezeit von „etwa drei Jahren” für den A320neo.

Airbus hatte bereits angekündigt, ab Mitte dieses Jahres die Produktion der Single-Aisle-Flugzeuge (Schmalrumpfflugzeuge) auf 60 pro Monat zu steigern. Doch Analysten zufolge wird es für Airbus schwer werden, neue Aufträge zu übernehmen, da es in jedem Fall zu Lieferengpässen kommen würde.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Avianca,  die größte Fluggesellschaft Kolumbiens, sich im März dazu entschieden hat, ihre A320neo-Bestellungen zu reduzieren.

Aerobuzz führt dazu aus: „Avianca hatte 2015 insgesamt 100 Flugzeuge der A320neo-Familie bestellt, von denen sie bereits drei A320neo und zwei A321neo übernommen hat. Nun muss die Airline ihre Ausgaben drastisch senken, so dass sie ihre A320neo-Bestellung um 17 Flugzeuge reduziert. Zusätzlich verschiebt sie die Auslieferung von 35 weiteren Singel-Aisle Jets von Airbus, die eigentlich von 2020 bis 2022 hätten geliefert werden sollen, auf die Zeit zwischen 2026 bis 2028. 2019 wollte Avianca eigentlich sechs A320neo abnehmen, nun werden es nur drei. 2020 verbleiben vier von ursprünglich 23 A320neo-Übernahmen und 2021 will Avianca nun ebenfalls vier statt 20 A320neo übernehmen.”

Für die Fluggesellschaften, die bereits Boeing 737 Max-Flugzeuge eingesetzt haben, besteht eine der wenigen Optionen darin, eine ältere Version der Boeing 737 zu leasen. Sie könnten Stallard zufolge Boeing dazu animieren, mehr von der alten Boeing 737 Next Generation zu einem Rabattpreis zu produzieren, was die Lieferkette von Boeing allerdings massiv stören würde.

Aerotelegraph berichtet, dass Boeing mittlerweile um hunderte Lieferaufträge bangen muss. Es geht um Bestellungen im Wert von 57 Milliarden US-Dollar. Das chinesische Handelsministerium erwägt Bloomberg zufolge, auf Boeing 737 Max-Bestellungen zu verzichten.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland „Deutschland spürt das Ende der Behaglichkeit“ – Warum Sie jetzt die DWN zum Vorteilspreis abonnieren sollten

Unser Redaktion zeigt auf, warum Sie nicht auf ein DWN-Abonnement verzichten sollten. Für das erste Jahr wird Ihnen ein besonderes Paket...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-Ratgeber: Staatliche Unterstützung während Corona - und wie man an sie herankommt

Auch wenn es immer wieder Kritik gibt: Dass der deutsche Staat nichts unternimmt, um den Unternehmen während der Krise unter die Arme zu...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona stürzt den Kakao-Preis in einen Bärenmarkt

Der abstürzende Kakaopreis spiegelt nicht nur Angebot und Nachfrage bei dem Rohstoff selbst wider, sondern ist auch ein nützlicher...

DWN
Deutschland
Deutschland Die EU-Klimapolitik trifft die deutschen Stahlkocher zur Unzeit

Die Klima-Ziele der EU-Kommission verunsichern die Stahlindustrie. Die zunehmenden Restriktionen treffen eine Branche, welche ohnehin in...

DWN
Deutschland
Deutschland Nordrhein-Westfalen gibt Windkraft neuen Schub

Die Windenergie-Branche steht unter massivem Druck. Jetzt gibt es wieder zwei Projekte aus dem Westen Deutschlands, die für Hoffnung...

DWN
Panorama
Panorama Die großen Viren-Epidemien kommen aus China: Ist der gewaltige Eier-Konsum der Grund?

Die großen Viren-Epidemien der letzten 100 Jahre kamen allesamt aus China. Was das mit dem gewaltigen Eierkonsum im Reich der Mitte zu tun...

DWN
Politik
Politik "Ich warne davor, sich gegenüber Peking unterwürfig zu verhalten"

Hier der zweite Teil des großen DWN-Interviews mit Fritz Felgentreu. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Obmann im Verteidigungsausschuss und...

DWN
Finanzen
Finanzen Irren die Lehrbücher? Zentralbanken pumpen Milliarden ins System - aber die Inflation bleibt aus

Seit über zehn Jahren überschwemmen die Zentralbanken die Welt mit Geld, aber die Inflation scheint auszubleiben. "Scheint", betont...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutscher Stahl: Auch heute noch das Rückgrat der Volkswirtschaft

Auch im Zeitalter der Digitalisierung bildet die Stahlbranche noch immer das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

DWN
Politik
Politik Spahn treibt digitale Patienten-Akte voran: Kritik an Einführung einer „unausgereiften“ Version Anfang 2021

Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Anfang 2021 wird die elektronische Patientenakte kommen – in...

DWN
Technologie
Technologie Markt für Smartcards wächst auf über 10 Milliarden Dollar

Smartcards, die oft in großen Unternehmen als eine Art digitaler Ausweis zum Einsatz kommen, werden immer wichtiger. Die Umsätze ihrer...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Statistiken werden in großem Stil gefälscht: In Wahrheit sind ein Drittel aller Amerikaner arbeitslos

In den offiziellen US-Statistiken werden Abermillionen von Arbeitslosen aufgrund von gezielten Tricksereien und Statistik-Fälschungen...

DWN
Politik
Politik Neue globale Verantwortung: Deutschlands Marine muss die Freiheit der Seewege schützen

Was bedeutet der Abzug von 9.500 amerikanischen Soldaten aus Deutschland? Wie soll unser Land in Zukunft sicherheitspolitisch agieren?...

DWN
Politik
Politik Einbruch-Serie erschüttert Europaparlament: Dutzende Büros aufgebrochen, Akten und Computer gestohlen

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden im Europaparlament in Brüssel in den vergangenen Wochen dutzende Abgeordneten-Büros aufgebrochen und...

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Die Lösung aller Antriebs-Probleme beim Auto?

Der Experte Timm Koch plädiert im großen DWN-Interview für das Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb, der auf Wasserstoff basiert.

celtra_fin_Interscroller