Politik

Razzia in serbischer Enklave: Spannungen im Kosovo flackern erneut auf

Lesezeit: 1 min
28.05.2019 16:09
Kosovarische Polizeieinheiten sind in die serbisch dominierte Enklave um Mitrovica eingedrungen und haben mehrere Personen verletzt und festgenommen.
Razzia in serbischer Enklave: Spannungen im Kosovo flackern erneut auf

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Russland hat die EU und die USA mit Blick auf neue Spannungen im Kosovo zu dringendem Handeln aufgefordert. Die internationalen Schutzmächte Pristinas müssten auf die radikalen Kosovo-Albaner einwirken, um eine weitere Eskalation des Konflikts mit unvorhersehbaren Folgen zu verhindern, berichtet die dpa. Das teilte eine Sprecherin der Außenministeriums am Dienstag in Moskau mit.

Russland verurteilte eine Razzia der Polizei im größtenteils serbisch bevölkerten Norden des Kosovos als neuerliche Provokation der nichtalbanischen Bevölkerung. Zudem kritisierte Moskau, dass im Zuge der Polizeiaktion ein russischer Diplomat vorübergehend festgenommen worden sei.

Nach kosovarischen Angaben richtete sich die Razzia gegen Schmuggler und mafiöse Strukturen. Obwohl das Gebiet zum Kosovo gehört, haben die kosovarischen Behörden dort keine entscheidende Präsenz.

Nach Polizeiangaben wurden "einige Polizisten und einige Bürger" festgenommen. Ihnen werde Mitgliedschaft in kriminellen Banden, Schmuggelei, Amtsmissbrauch und Bestechung vorgeworfen. Auch vier Mitarbeiter der Zollbehörde sollen unter den Festgenommenen sein, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei dem Polizeieinsatz auch zwei ihrer Mitarbeiter festgenommen und verletzt. Sie seien "zur Behandlung ihrer Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden", hieß es in einer Erklärung der UN-Mission im Kosovo (Unmik). Unmik-Leiter Sahir Tanin kündigte an, auf "jeglichen Schaden", der Mitarbeitern der Vereinten Nationen zugefügt werde, mit "einem Höchstmaß an diplomatischen und internationalen rechtlichen Schritten" zu reagieren.

In der Stellungnahme des russischen Außenministeriums hieß es, die gewaltsame Polizeiaktion habe das Ziel gehabt, die serbische Bevölkerung einzuschüchtern. Im benachbarten Serbien versetzte Präsident Aleksandar Vucic Polizei und Armee in Bereitschaft.

Das Kosovo ist heute zu mehr als 90 Prozent von Albanern bewohnt. Die ehemals serbische Provinz hatte sich nach einem bewaffneten Aufstand und mit Hilfe einer Nato-Intervention 1999 von Belgrad abgespalten und 2008 für unabhängig erklärt. Serbien betrachtet seine ehemalige Provinz weiterhin als sein eigenes Staatsgebiet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes trotzt dem Trend: Jetzt soll sogar ein Maybach-Van die Besserverdiener locken
18.04.2024

Das Interesse an Elektro-Fahrzeugen in Deutschland ist verhalten. Während VW und Tesla das bei den Zulassungszahlen bemerken, nutzen die...

DWN
Politik
Politik Warum Kürzungen in der Flüchtlingspolitik nicht hilfreich sind
18.04.2024

Immer mehr Politiker und Wirtschaftsexperten fordern eine Neuanpassung der Asylpolitik. Aktuell finden kontroverse Maßnahmen wie...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Iran-Israel-Konflikt: Führt das Krisentreffen in Israel mit Baerbock und Cameron zur Deeskalation?
17.04.2024

Bei Gesprächen mit israelischen Politikern bemühen sich Annalena Baerbock und David Cameron, einen möglichen Vergeltungsschlag gegen den...

DWN
Politik
Politik Günstlingswirtschaft und Gefälligkeiten: Stephan Weil in Niedersachsen am Pranger
17.04.2024

In Berlin steht Kai Wegner (CDU) unter Verdacht, seine Geliebte mit einem Senatorenposten bedacht zu haben. Ursula von der Leyen (CDU)...

DWN
Technologie
Technologie Fluch oder Segen? – Was man aus Müll alles machen kann
17.04.2024

Die Welt ist voller Müll. In den Ländern des globalen Südens gibt es teilweise so viel davon, dass Menschen auf Abfallbergen ihr Dasein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzrekorde im März: Nachwehen der Coronahilfen
17.04.2024

Deutsche Unternehmen klagen aktuell viel über die Umstände – und die Unternehmensinsolvenzen sind auch auf Rekordniveau. Ein Grund...

DWN
Politik
Politik Vor G7-Treffen: Baerbock warnt vor Eskalationsspirale im Nahen Osten
17.04.2024

Die Grünen-Politikerin hat vor einem Treffen der Gruppe sieben großer Industrienationen (G7) zu "maximaler Zurückhaltung" aufgerufen in...

DWN
Politik
Politik Die Zukunft der EU als Wirtschaftsstandort: DIHK-Befragung zeigt Stimmungstief
17.04.2024

Wie beurteilen Unternehmen die Lage der Europäischen Union? Eine Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) gibt...