Luftfahrt-Messe: A321 avanciert für Airbus zum Verkaufsschlager

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
19.06.2019 17:08
Das neue Modell A321XLR avanciert auf der Pariser Luftfahrtmesse zum Kassenschlager für Airbus. Der Konkurrent Boeing ist weit abgeschlagen.
Luftfahrt-Messe: A321 avanciert für Airbus zum Verkaufsschlager
17.06.2019, Frankreich, Le Bourget: Emmanuel Macron (l-r), französischer Präsident, Eric Trappier, CEO von Dassault Aviation, und Guillaume Faury, CEO von Airbus, nehmen an der Eröffnung der 53. Internationalen Pariser Luftfahrtausstellung auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris teil. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die neue Langstrecken-Variante des Airbus A321 wird für den europäischen Flugzeugbauer schon wenige Tage nach dem Start zum Verkaufsschlager. Bis Mittwoch summierten sich die Aufträge und Vorbestellungen für die A321XLR-Maschinen auf der Pariser Luftfahrtausstellung in Le Bourget auf mehr als 200. Die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines und die Muttergesellschaft der Billigflieger Wizz Air, Frontier Airlines und JetSmart gaben am Mittwoch milliardenschwere Orders über je 50 der Flugzeuge ab, die auf eine Reichweite von 8700 Kilometern kommen. Das sind 15 Prozent mehr als herkömmliche Kurz- und Mittelstrecken-Maschinen schaffen.

Damit ließen sich Direktverbindungen von der amerikanischen Ostküste zu mittelgroßen Flughäfen in Europa abdecken, erklärte American Airlines. Für diese Strecken lohnt sich oft der Einsatz großer Langstrecken-Maschinen nicht.

Airbus hatte den A321XLR am Montag offiziell vorgestellt, bei den möglichen Kunden aber schon in den vergangenen Monaten vorgefühlt. Der französisch-deutsche Flugzeugbauer will mit der A321-Variante einem Modell für dieses Marktsegment das Wasser abgraben, über das der US-Erzrivale Boeing derzeit laut nachdenkt.

Unter den Bestellungen ist eine ganze Reihe, die gewöhnliche Maschinen aus der A320-Familie haben wollten, nun aber auf den A321XLR umsteigen. Von den 50 Orders von American etwa sind nur 20 neu. Die australische Fluggesellschaft Qantas orderte für mehr als eine Milliarde Dollar zehn neue A321XLR und wandelte weitere 16 Aufträge für andere Modelle aus der A320-Familie in den A321XLR um. Damit würden Direktflüge von Cairns nach Tokio oder von Melbourne nach Singapur möglich, erklärte Vorstandschef Alan Joyce. "Dies verändert die Wirtschaftlichkeit vieler möglicher Strecken nach Asien." Indigo Partners, die Holding des Billigflug-Investors Bill Franke, die an Wizz Air und anderen Linien beteiligt ist, wandelte 18 A320-Bestellungen um und orderte 32 A321XLR zusätzlich.

Die Langstrecken-Variante dürfte etwas teurer sein als die 129,5 Millionen Dollar, die laut Preisliste ein Airbus A321neo kostet. Doch bekommen Kunden bei Großbestellungen üblicherweise große Rabatte. Branchenkennern zufolge hat der Indigo-Auftrag einen Wert von 4,5 Milliarden Dollar. Franke sagte, der Airbus A321 sei seiner Ansicht nach das effizienteste Flugzeug aus der Kurz- und Mittelstrecken-Kategorie. Auch die Flugzeugleasing- Gesellschaft Gecas und JetBlue verhandeln mit Airbus über den A321XLR.

Doch der von der Zwangspause für den Verkaufsschlager 737 MAX gebeutelte Rivale Boeing gibt im Wettrennen mit Airbus nicht auf. Am Dienstag hatten die Amerikaner mit einer Vorbestellung der British-Airways-Mutter IAG aufhorchen lassen, die ausgerechnet 200 737 MAX orderte. Denn IAG ist eigentlich Stammkunde bei Airbus. Die Amerikaner versprachen, auch den Nachschub an Ersatzteilen für die A320-Flotte von British Airways sicherzustellen. Sonst scheuen Fluggesellschaften aus diesem Grund oft, den Lieferanten zu wechseln. Kurz vor dem Boeing-Deal hatte IAG aber auch 14 A321 XLR geordert, die der irischen Air Lingus und der spanischen Iberia helfen sollen, leichter Ziele in Nordamerika anzufliegen. Airbus wiederum versucht Boeing den Stammkunden China Airlines aus Taiwan mit einem Vorvertrag über elf A320neo abzuluchsen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik „Westlessness“, oder: Der Traum von der guten alten Zeit, die es nie gab

"Westlessness" hieß das Schlagwort auf der diesjährigen, vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Münchener Sicherheitskonferenz. Es drückt...

DWN
Politik
Politik Südamerika: Ein Kontinent steht in Flammen

Das neue Jahrhundert sollte eine Zeit der politischen Stabilität und des wirtschaftlichen Aufschwungs für Südamerika werden. Doch die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Tesla - der Usain Bolt unter den E-Autoherstellern

Kein Hersteller ist so eng mit der E-Mobilität verbunden wie Tesla: Das Unternehmen hat seine Umsätze innerhalb nur weniger Jahre weit...

DWN
Finanzen
Finanzen Noch mehr Enteignung? Spar-Zinsen in der Eurozone könnten weiter gesenkt werden

Die Bestrebungen der EZB, den Einlagensatz von aktuell minus 0,5 Prozent weiter in den negativen Bereich zu senken, treffen auf heftigen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft China: Einkaufsmanager-Index stürzt wegen Corona-Virus auf Rekord-Tief

Die Investmentbank Nomura erwartet einen Absturz des chinesischen Einkaufsmanager-Index für Februar auf unter 40 Punkte.

DWN
Deutschland
Deutschland Einkommen und Hausbau: Eine Ausbildung lohnt sich mehr als ein Studium

Einer Studie zufolge haben Menschen mit Ausbildungen in der Lebensphase, in der die Familiengründung und der Hausbau erfolgt, die Nase...

DWN
Politik
Politik Völker, hört die Signale: Kamerad Trump

Mr. President war einmal. Jetzt heißt es: Kamerad Trump. Nina L. Chruschtschowa, Politikwissenschaftlerin und Enkelin von Nikita...

DWN
Politik
Politik Teurer „Green Deal“: Tiefe Gräben zwischen Nettozahlern und Kommission um künftige EU-Beiträge

In den Verhandlungen um die künftigen EU-Beiträge sind die Fronten verhärtet. Auf der einen Seite stehen die Nettozahler wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank: Immobilienpreise in Deutschland werden hoch bleiben

Der Bundesbank zufolge wird es in naher Zukunft keine Entwarnung in Bezug auf die Immobilienpreise geben. Das Preisniveau werde weiterhin...

DWN
Panorama
Panorama Polizeigewerkschaft: Aggressivität im Straßenverkehr massiv gestiegen

Der Deutschen Polizeigewerkschaft zufolge gibt es einen signifikanten Anstieg beim aggressiven Verhalten im Straßenverkehr. Diese...

DWN
Politik
Politik Erdgas-Streit mit der Türkei: Frankreich entsendet Flugzeugträger nach Zypern

Im Streit zwischen der Türkei einerseits und Zypern und der EU andererseits um Erdgasvorkommen vor der Mittelmeerinsel spitzt sich die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Damit das Corona-Virus nicht nach Deutschland kommt: Sofortige Abschottung gegen China?

Noch sei das Corona-Virus ein begrenztes Problem, schreibt der China-Experte Prof. Dr. Helmut Wagner von der Fern-Uni Hagen. Doch eine...

DWN
Politik
Politik Rentenversicherung schreibt Brandbrief: Einführung der Grundrente ab 2021 ist technisch gar nicht machbar

Die von der Bundesregierung anvisierte Einführung der Grundrente ist aus Sicht der Rentenversicherung technisch überhaupt nicht möglich,...

DWN
Politik
Politik DWN AKTUELL: Russland entsendet militärischen Nachschub nach Syrien

Russland hat mit Flugzeugen des Typs Tu-154M militärischen Nachschub nach Syrien entsandt.

celtra_fin_Interscroller