Commerzbank plant Aufnahme neuer Schulden mit Coco-Bonds

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
25.06.2019 15:11
Die Commerzbank plant die Emission einer Wandelanleihe, um ihre Kapitalaustattung zu verbessern.
Commerzbank plant Aufnahme neuer Schulden mit Coco-Bonds
Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Commerzbank will ihre Kapitalausstattung durch die Begebung einer Nachranganleihe stärken. Die sogenannte Additional-Tier-1-Anleihe soll ein Volumen von mindestens 500 Millionen US-Dollar (439 Mio Euro) haben, teilte der MDax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mit. "Mit der AT-1-Emission optimieren wir unsere Kapitalstruktur, gerade auch mit Blick auf unsere Wachstumsstrategie und veränderte regulatorische Vorgaben", sagte Finanzvorstand Stephan Engels. Der Kurs der Commerzbank-Aktie fiel am Vormittag in einem schwächelnden Gesamtmarkt um knapp ein halbes Prozent.

Tier-1-Anleihen (auch "CoCo"-Bonds genannt) werden unter bestimmten Bedingungen zum regulatorischen Eigenkapital gezählt - also dem Eigenkapital, das die Aufseher für ihre Bewertung der Stabilität eines Finanzinstituts berücksichtigen. Die Papiere können mit besonderen Bedingungen verknüpft sein, falls die Kapitalquoten der Bank unter eine bestimmte Schwelle fallen. Dazu können ein Aussetzen von Zinszahlungen, die Wandlung in Aktien oder sogar der Totalverlust für die Anleger im Fall einer Krise zählen. Diese Maßnahmen sollen es Banken erlauben, in Krisenzeiten ihre Kapitalquoten zu verbessern, ohne sich in solch schweren Zeiten Geld vom Kapitalmarkt beschaffen zu müssen.

Bei den Papieren, die die Commerzbank jetzt ausgeben will, droht den Anlegern ein Verlust, sollte die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) der Bank unter 5,125 Prozent fallen. Ende März lag die CET-1-Quote den Angaben zufolge bei 12,7 Prozent.

Die Commerzbank kann frisches Geld aktuell gut gebrauchen, feilt sie doch nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank an einer Strategie, um Antworten auf Ertragsschwäche im Niedrigzinsumfeld zu finden. Grundsätzlich sieht Konzernchef Martin Zielke die Bank mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand zwar gut aufgestellt. Mit Blick auf die Gewinnentwicklung ist er aber noch nicht zufrieden. Erst im Mai hatte der Manager versichert, alle Möglichkeiten prüfen, die Profitabilität der Bank zu steigern - möglicherweise auch durch Partnerschaften oder Zukäufe.

So scheinen die Möglichkeiten der Bank begrenzt, aus eigener Kraft zu wachsen. Denn die anhaltenden Niedrigzinsen lasten auf den Margen in klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft. Zudem ist der Preiskampf in der Branche hart. Auch deshalb hatten sich lange Zeit Spekulationen gehalten, die niederländische ING und die italienische Unicredit hätten ein Auge auf die Frankfurter geworfen. Die Unicredit hat ein Interesse allerdings zwischenzeitlich dementiert, und auch die ING soll ihre Lust auf die Commerzbank laut Medienberichten verloren haben.


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
DWN
Finanzen
Finanzen Irren die Lehrbücher? Zentralbanken pumpen Milliarden ins System - aber die Inflation bleibt aus

Seit über zehn Jahren überschwemmen die Zentralbanken die Welt mit Geld, aber die Inflation scheint auszubleiben. "Scheint", betont...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutscher Stahl: Auch heute noch das Rückgrat der Volkswirtschaft

Auch im Zeitalter der Digitalisierung bildet die Stahlbranche noch immer das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

DWN
Politik
Politik Spahn treibt digitale Patienten-Akte voran: Kritik an Einführung einer „unausgereiften“ Version Anfang 2021

Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Anfang 2021 wird die elektronische Patientenakte kommen – in...

DWN
Technologie
Technologie Markt für Smartcards wächst auf über 10 Milliarden Dollar

Smartcards, die oft in großen Unternehmen als eine Art digitaler Ausweis zum Einsatz kommen, werden immer wichtiger. Die Umsätze ihrer...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Statistiken werden in großem Stil gefälscht: In Wahrheit sind ein Drittel aller Amerikaner arbeitslos

In den offiziellen US-Statistiken werden Abermillionen von Arbeitslosen aufgrund von gezielten Tricksereien und Statistik-Fälschungen...

DWN
Politik
Politik Neue globale Verantwortung: Deutschlands Marine muss die Freiheit der Seewege schützen

Was bedeutet der Abzug von 9.500 amerikanischen Soldaten aus Deutschland? Wie soll unser Land in Zukunft sicherheitspolitisch agieren?...

DWN
Finanzen
Finanzen Corona-Insolvenzwelle, Teil 5: Die erste deutsche Universität steuert auf die Pleite zu

Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten Finanzprobleme machen auch vor dem deutschen Bildungssektor nicht Halt. Nun kämpft die erste...

DWN
Politik
Politik Funkstille zwischen China und den USA: Das Risiko einer militärischen Eskalation im Pazifik ist so hoch wie nie zuvor

Im Südchinesischen Meer verschärfen sich die bestehenden Spannungen. Das Risiko ernster Zwischenfälle ist Experten zufolge so hoch wie...

DWN
Deutschland
Deutschland US-Höchstgericht urteilt im Besitz-Streit um den Welfenschatz der Preußen-Stiftung

Der höchste Gerichtshof der USA soll klären, ob die Stiftung Preußischer Kulturbesitz rechtmäßiger Eigentümer des Welfenschatzes ist....

DWN
Politik
Politik Aufruhr in der Karibik: Niederlande aktivieren Soldaten zur Eindämmung schwerer Unruhen auf Curacao

Auf der zu den Niederlanden gehörenden Karibikinsel Curacao sind Unruhen ausgebrochen. Den Haag aktiviert seine dort stationierten...

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunktur-Prognose des ifo-Instituts zu optimistisch? Fehlt auch nur ein Baustein, bricht das Kartenhaus zusammen

DWN-Gastautor Michael Bernegger und DWN-Chefredakteur Hauke Rudolph liefern eine Einschätzung der ifo-Prognose, der zufolge die deutsche...

DWN
Politik
Politik Einbruch-Serie erschüttert Europaparlament: Dutzende Büros aufgebrochen, Akten und Computer gestohlen

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden im Europaparlament in Brüssel in den vergangenen Wochen dutzende Abgeordneten-Büros aufgebrochen und...

DWN
Politik
Politik Frankreichs Regierung tritt komplett zurück

Nach dem Debakel bei der Kommunalwahl muss sich Frankreichs Regierung komplett neu aufstellen.

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Die Lösung aller Antriebs-Probleme beim Auto?

Der Experte Timm Koch plädiert im großen DWN-Interview für das Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb, der auf Wasserstoff basiert.

celtra_fin_Interscroller