Politik

EU bereitet Sanktionen gegen die Türkei vor

Lesezeit: 1 min
25.06.2019 17:29
Die EU bereitet wegen der Gasbohrungen türkischer Schiffe im östlichen Mittelmeer Sanktionen gegen die Türkei vor.
EU bereitet Sanktionen gegen die Türkei vor
Kohlenwasserstoffreserven im östlichen Mittelmeer. (Grafik: GPF)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Entdeckung riesiger Gasreserven im östlichen Mittelmeerraum hat den Wettlauf um die Erschließung der Unterwasser-Ressourcen angeheizt und einen Streit zwischen der Türkei und dem EU-Mitglied Zypern ausgelöst. Nun droht die EU damit, gezielte Sanktionen gegen die Türkei zu verhängen. Das geht zumindest aus der Beschlusserklärung des EU-Gipfels hervor, welcher in der vergangenen Woche stattfand. 

“Was die Türkei in den Hoheitsgewässern Zyperns tut, ist völlig inakzeptabel. Die Kommission wurde beauftragt, Maßnahmen vorzuschlagen, die so bald wie möglich in Bezug auf diesen Konflikt ergriffen werden sollen (...) Und dies werden keine sanften Maßnahmen sein”, zitiert Euractiv den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. EU-Diplomaten teilten Euractiv unter der Bedingung der Anonymität mit, dass EU-Sanktionen gegen “bestimmte Personen” beschlossen werden könnten. 

Der US-Botschafter in Athen, Geoffrey Pyatt, vertritt allerdings den Standpunkt, dass die Energieressourcen im östlichen Mittelmeer allen Seiten zugute kommen sollen. 

Die Türkei hatte zuvor für die Suche nach Erdgas ein weiteres Schiff ins östliche Mittelmeer entsandt. Die “Yavuz”, die am vergangenen Donnerstag ausgelaufen ist, solle ab Anfang Juli für drei Monate in 3.300 Metern Tiefe bohren, sagte Energieminister Fatih Dönmez der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Mitte Juni 2019 hatten die Militärs der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern im östlichen Mittelmeer ein dreitägiges Manöver durchgeführt, berichtet CNN Türk. Ende Mai 2019 hatte die Republik Zypern ein Manöver durchgeführt. Im selben Monat entsendete auch Frankreich Truppen in den griechischen Teil von Zypern. Damit ergriff Paris Partei gegen die Türkei. 

Die Insel Zypern ist seit dem Jahr 1974 in einen türkischen Norden und einen griechischen Süden geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Daraus leitet die EU ab, dass ausschließlich Zypern als EU-Staat das Recht habe, Gasbohrungen vor der Küste Zyperns durchzuführen. 

Nach einem Bericht der türkischen Zeitung Birgün befinden sich direkt vor den südlichen Gewässern von Zypern zwölf Gas-Blöcke, die ausgebeutet werden können. Die Gas-Blöcke  2, 3, 8, 9, 13 und 12 seien komplett umstritten. Die Gas-Blöcke 1, 7 und 11 seien teilweise umstritten. Obwohl der Gas-Block 12 umstritten ist, betreibt dort der US-Energiekonzern Noble Energy bereits Bohrarbeiten. Noble Energy bohrt auch gemeinsam mit der israelischen Energie-Firma Delek Energy am Gas-Feld Leviathan nach Gas. Weitere potenzielle Gas-Felder befinden sich direkt vor der türkischen Küste, auf die die Türkei ein Anrecht hat.

Die Bestrebungen der Türkei in den umstrittenen Gewässern hatte bereits in den vergangenen Monaten zu einer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Annäherung zwischen Griechenland, Zypern und Israel geführt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Wie Frankreichs geplatzter U-Boot-Deal mit der „Sabotage“ des BioNTech-Impfstoffs zusammenhängt

Die Erfinder des BioNTech-Impfstoffs schreiben in ihrem Buch, dass EU-Lobbyisten gegen den deutsch-amerikanischen Impfstoff regelrecht...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2021: Deutschland drohen Planwirtschaft und De-Industrialisierung

Die EU setzt mit ihrem „Green Deal“ alles auf eine Karte. Für Europa brechen schwierige Zeiten an - ohne, dass dem Weltklima wirklich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Plattform-Monopolisten: Der Großangriff auf den Mittelstand hat gerade erst begonnen

Große Tech-Monopolisten saugen den Mittelstand aus - solange, bis dieser zusammengebrochen ist. Ernst Wolff schildert die drastische...

DWN
Finanzen
Finanzen Immobiliengigant in Schwierigkeiten: Sorge vor einem Crash in China

Der Immobiliengigant Evergrande steht unter großem Finanzdruck. Der Konzern spricht selber von „beispiellosen Schwierigkeiten“. Wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Marc Friedrich: Wir stehen am Ende zweier großer Zyklen, jetzt kommt der globale Schuldenschnitt

Der Finanzautor Marc Friedrich sieht die Welt am Ende zweier bedeutender langfristiger Zyklen angekommen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DWN räumt mit Fehlinformationen auf: Rohstoff-Vorkommen in Afghanistan können nicht erschlossen werden

Alle Welt spekuliert über die Rohstoffe in Afghanistan. Nicht so die DWN: Die führt ein Interview mit einer ausgewiesenen Expertin - und...

DWN
Panorama
Panorama Digitalisierung: Wird der Mensch zum Roboter mit DNA?

Bernd Liske beschreibt die den neuartigen Technologien innewohnenden Risiken und was zu tun ist, um auf eine menschenwürdige Zukunft...

DWN
Politik
Politik China nicht mehr größtes Land der Welt: Regierung gerät in Panik, fälscht Volkszählung

China hat viel weniger Einwohner als offiziell behauptet - ein schwerer Rückschlag im Kampf um die weltweite politische und...