Finanzen
Kampf gegen US-Sanktionen

Venezuela nutzt Bitcoin, um Flughafengebühren einzuziehen

Bei der Einnahme von Flughafengebühren setzt Venezuela auf einen Mechanismus, der Bitcoin zum Einsatz bringt. So gelingt es dem Land, die Sanktionen der USA zu umgehen.
16.08.2019 16:52
Lesezeit: 1 min

Die am 29. Januar in Kraft getretenen Sanktionen gegen Venezuelas staatliche Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela (PDVSA) haben das Land hart getroffen. Seine sämtlichen Immobilien und Vermögenswerte in den USA wurden beschlagnahmt. Geschäfte mit dem Unternehmen wurden verboten.

Mithilfe dieser Maßnahme wollen die USA erreichen, dass die venezolanische Regierung von Präsident Nicolas Maduro möglichst wenig Einnahmen aus dem Ölgeschäft erzielt. Tatsächlich sind die Lieferungen von 3.000.000 auf nur 741.000 Barrel pro Tag eingebrochen.

Flughafengebühren als Dollar-Quelle

Um trotz der US-Sanktionen noch Dollar einnehmen zu können, erhebt jetzt der Flughafen in der Hauptstadt Caracas die Betriebsgebühren mithilfe der App Jetman Pay. Hinter dem System steht die im US-Bundesstaat Florida ansässige Firma BCDA Aeronautical Solutions.

Die Abwicklung erfolgt in mehreren Schritten. Als erstes zahlen die internationalen Fluggesellschaften die beim Flughafen Caracas fälligen Flughafengebühren in Devisen, und die App Jetman Pay wandelt die Zahlungen in Bitcoin um, wie die spanische Tageszeitung ABC berichtet.

Dann werden die Bitcoins an internationale Wechselstuben in Hongkong, Russland, China und Ungarn überweisen und dort in Dollar umgetauscht. Im letzten Schritt werden die Dollar auf Konten der venezolanischen Regierung in den genannten Ländern überwiesen.

Venezuela plant weitere Anwendungen

Venezuela hat in diesem Jahr noch keine Bezahlung für bereit gestellte Flugbenzin erhalten, da die Fluggesellschaften wegen der US-Sanktionen nicht bezahlen können, sagt dieselbe Quelle. Doch Caracas hat das Tanken angeordnet, damit internationale Fluggesellschaften das Land weiter anfliegen.

Nun ist Präsident Maduro in Verhandlungen, um Jetman Pay auch beim Tanken zum Einsatz zu bringen. Laut ABC wird der Vertrag demnächst von Barracuda Soluciones Aeronauticas, einer Tochtergesellschaft des amerikanischen Unternehmens BCDA Aeronautical Solutions, und Petróleos de Venezuela unterzeichnet.

Bisher funktioniert diese Art der Gebührenerhebung nur am Flughafen Caracas, aber es ist geplant, sie auf die anderen Flughäfen des Landes und auf den Hafen von La Guaira zu übertragen.

Bemerkenswert ist, dass Venezuelas Kryptowährung Petro, die zur Umgehung von Sanktionen dienen sollte, in dem System keine Rolle spielt. Das von Caracas betriebene Projekt hat bisher kaum Verbreitung gefunden.

Mehr Krypto-Themen finden Sie hier.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
13.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation steigt auf über 3 Prozent
13.10.2026

Die Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren: Im September verteuerten sich Waren...

DWN
Politik
Politik Strategische Ölreserven schrumpfen: Wie viel noch verfügbar ist
13.10.2026

Die Freigabe strategischer Reserven sorgt zunehmend für Sorgen. Die Bestände schrumpfen, da sie zur Dämpfung des Preisdrucks eingesetzt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic lockt Sparer mit kostenlosem Altersvorsorgedepot
13.10.2026

Keine Depotgebühren, kostenlose ETFs und staatliche Zuschüsse: Trade Republic will das Altersvorsorgedepot besonders günstig machen....

DWN
Finanzen
Finanzen Hersteller von Metas „Perversen-Brillen“ überrascht mich mit starkem Wettbewerbsvorteil
13.10.2026

Meta bringt künstliche Intelligenz mit seinen Smartbrillen immer näher an den Alltag. Produziert werden sie ausgerechnet von einem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalflucht aus China: Superreiche fliehen vor Pekings Steuerjagd
13.10.2026

Chinas Superreiche geraten ins Visier des Staates. Peking durchleuchtet Auslandsvermögen, friert Konten ein und verhängt Ausreiseverbote....

DWN
Politik
Politik Russlands ehemaliger Ministerpräsident: Putin machte einen Fehler, den er nicht eingestehen kann
13.10.2026

Russlands früherer Ministerpräsident Michail Kasjanow glaubt nicht an ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Putin wisse vermutlich, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte: Wall Street uneinheitlich vor Beginn der Berichtssaison
12.10.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren und Quartalszahlen die Märkte aktuell bewegen.