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Audi: Dobrindt will Manipulationsvorwürfe klären lassen

Lesezeit: 2 min
07.11.2016 16:07
Hinweise auf mögliche Manipulationen beim Ausstoß des Treibhausgases rufen die Politik auf den Plan. Der Verkehrsminister setzt die zuständige Fachbehörde auf das Thema an.
Audi: Dobrindt will Manipulationsvorwürfe klären lassen

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Audi soll vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überprüft werden. Im Fokus stehen dabei Berichte über angebliche Täuschungen bei CO2-Werten in Modellen der VW-Oberklasse-Tochter. Dies sagte ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag.

Es geht um den Vorwurf, der Autobauer habe Messwerte des schädlichen Klimagases auf illegale Weise manipuliert, so die dpa. Entsprechende Informationen der US-Umweltbehörde Carb hierzu lägen nicht vor, hieß es in Berlin. Das KBA sei aber «angewiesen, dem Sachverhalt nachzugehen». Das bedeute, dass nun erst einmal Informationen beschafft würden, um diese anschließend zu bewerten.

Die «Bild am Sonntag» hatte berichtet, Carb habe im Sommer eine illegale Software-Funktion in Modellen der Ingolstädter Konzerntochter entdeckt. Diese habe Audi zur Manipulation von CO2-Werten für Diesel- und Benziner-Fahrzeuge in Europa verwendet. Das Unternehmen äußerte sich dazu am Montag mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen in den USA nicht. Auch bei der kalifornischen Behörde war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dem Bericht zufolge konnten bestimmte Audi-Modelle an den Bewegungen des Lenkrads unterscheiden, ob sie auf einem Rollenprüfstand oder auf der Straße sind. Entsprechend sei weniger oder mehr Benzin verbraucht und CO2 ausgestoßen worden. Der Einsatz einer illegalen Software auch zur Täuschung bei CO2-Werten wäre eine neue Dimension.

In den Vereinigten Staaten steht Audi wegen rund 85 000 Dieselautos mit illegaler Abgastechnik unter Druck. Bei den Fahrzeugen, die mit 3,0-Liter-Motoren unterwegs sind, steht ein Kompromiss mit den Behörden zu einer Absenkung der Stickoxidwerte noch aus. Es geht um teure Wagen wie Porsche Cayenne, VW Touareg und Audi-Luxusmodelle.

Bei rund 475 000 kleineren Dieselwagen hat sich VW mit Besitzern und Behörden in den USA auf einen Milliarden-Vergleich geeinigt. In Europa sträubt sich der Konzern gegen vergleichbare Angebote.

Unterdessen geriet mit Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch nun auch der oberste Kontrolleur des VW-Konzerns ins Visier deutscher Ermittler. Der frühere Finanzvorstand steht im Verdacht der Marktmanipulation. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt inzwischen auch gegen Pötsch, wie Volkswagen selbst mitgeteilt hatte.

Bereits gegen Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn und den amtierenden VW-Markenchef Herbert Diess läuft ein solches Verfahren. Gegen die Manager liegt ein Anfangsverdacht vor, die Finanzwelt zu spät über den Abgas-Skandal und dessen finanzielle Risiken informiert zu haben. Warum erst jetzt gegen Pötsch ermittelt wird, blieb zunächst unklar.

Der Verkehrsexperte der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, äußerte mit Blick auf die Audi-Vorwürfe harsche Kritik an Dobrindt. «Wieder einmal ist es eine US-amerikanische Behörde und keine deutsche, die Software-Manipulationen bei deutschen Autobauern feststellt», sagte er der «Rheinischen Post» (Montag). Dabei sei im Bericht des KBA vom April nachzulesen, dass die Prüfer der Manipulation auf der Spur waren. Dobrindt habe sich mit lapidaren Erklärungen abspeisen lassen.

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