Politik

Schulden: Griechenland will keine neuen Auflagen

Lesezeit: 1 min
06.12.2016 14:31
Griechenland hat die von den Euro-Finanzministern gewährten kurzfristigen Schuldenerleichterungen gewürdigt. Nach Ende des laufenden Sparprogramms 2018 wolle man aber keine weiteren Auflagen.
Schulden: Griechenland will keine neuen Auflagen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  
Griechenland  
Euro  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Wie Reuters berichtet, bezeichnete Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos die jüngste Entscheidung als einen "bemerkenswerten Erfolg". Er warnte die Geldgeber aber vor weiteren Auflagen nach Ende des laufenden Sparprogramms 2018. Auch erneuerte er die Forderung, griechische Staatspapiere müssten schon im ersten Quartal 2017 in das Anleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank aufgenommen zu werden. Das würde Griechenland der Rückkehr an den Kapitalmarkt näher bringen. Zudem müsse der Internationale Währungsfonds (IWF) endlich über seine Rolle im laufenden Hellas-Hilfsprogramm entscheiden.

Das Land strebt dem Sprecher zufolge weiterhin noch für dieses Jahr eine Entscheidung der Geldgeber über umfassende Schuldenentlastungen an. Griechenlands Schulden betragen derzeit rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auch versucht das Land weiter, eine Absenkung der ambitionierten Budget-Auflagen für die Zeit nach 2018 zu erreichen, wenn das laufende Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro ausgelaufen ist. Bislang wird Griechenland abgefordert, auf mittlere Sicht einen Primärüberschuss - also ohne Zinsdienste - von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorzuweisen. Die Regierung fordert aber einen Maximalwert von zwei Prozent.

Die zweite Prüfungsrunde mit den Geldgebern zur Bewertung der griechischen Reform-Zusagen ist noch nicht abgeschlossen. Erst wenn dies geschehen ist, will der IWF entscheiden, ob er sich am laufenden Hilfsprogramm beteiligt - was Deutschland, aber auch die Niederlande für unerlässlich halten. Die von den Euro-Finanzministern am Montag gewährten kurzfristigen Entlastungen bei den Schuldendiensten könnten Griechenland langfristig eine niedrigere Schuldenquote bringen und damit die Schuldenlast tragfähiger machen. Ob dies dem IWF ausreicht, um sich an dem Hilfsprogramm zu beteiligen, ist aber fraglich.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Der IWF plant die Einführung eines neuen Geldsystems – mit einem globalen Herrscher

Der Internationale Währungsfonds bereitet die Einführung eines neuen Geldsystems vor - und niemand merkt es.

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen CO2-Abgabe: Die Gaspreise werden im kommenden Jahr deutlich steigen

Verbraucher in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Gaspreise einstellen. Grund sind der Start des CO2-Preises sowie...

DWN
Politik
Politik China und USA auf Konfrontationskurs: Was tut Deutschland im Falle eines Krieges?

Die Spannungen zwischen China und den USA nehmen unentwegt zu. Bei den militär-strategischen Überlegungen der beiden Supermächte spielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Verzerrte Statistiken, verschleierte Tatsachen: Wie die deutschen Medien Schwedens Corona-Politik verunglimpfen

Die Berichterstattung vieler deutschen Medien über Schwedens Umgang mit der Corona-Pandemie ist unzureichend und fehlerhaft. Das findet...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufstieg und Fall: Corona schafft an der Börse eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die aktuelle Krise schafft Gewinner und Verlierer, auch an der Börse. Welche Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen und wie man...

DWN
Politik
Politik Russland will eine geopolitische Katastrophe entlang seiner Grenzen verhindern

Die westlichen und südlichen Grenzen Russlands weisen wegen des Konflikts um Berg-Karabach und der Unruhen in Weißrussland Anzeichen...

DWN
Technologie
Technologie Smartphone-Chips aus Holz sollen Umweltbelastung senken

Unterhaltungselektronik führt jährlich zu Millionen von Tonnen an Elektromüll. Forscher aus den USA haben eine Methode gefunden, wie...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der grüne Eifer wird zum Bumerang: Wie die Begeisterung fürs Holz den Wald gefährdet

In seiner äußerst detaillierten und tiefschürfenden Analyse zeigt DWN-Kolumnist Ronald Barazon, warum deutscher und europäischer Wald...

DWN
Finanzen
Finanzen Spekulanten setzen auf Inflation und auf Joe Biden: Die eine Wette ist sicher - die andere hochriskant

Die großen Akteure im US-Anleihemarkt ändern zunehmend ihre Strategie: Sie wetten jetzt auf steigende Anleihe-Renditen. Die Märkte...

DWN
Finanzen
Finanzen Gazprom: Steuer-Querelen ärgern die Aktionäre

Die russischen Börsen sind auch für die deutschen Anleger von besonderem Interesse, weil hier mit Gazprom, Lukoil und Rosneft Unternehmen...

DWN
Politik
Politik China dominiert, die Agenda lautet "grün": So sieht die Welt im Jahr 2030 aus

Harvard-Professor Joseph S. Nye entwirft fünf Szenarien, wie das internationale Staatensystem in zehn Jahren beschaffen sein könnte.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel: KfW-Studie deckt verheerende Folgen des Lockdowns auf

Eine aktuelle Studie der KfW zeichnet ein düsteres Bild der Lage, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland stecken....

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...