Etihad erwägt offenbar Verkauf von Air Berlin

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
22.12.2016 11:12
Die Fluggesellschaft Etihad steht wohl vor einem größeren Strategieschwenk. Das Europageschäft steht auf dem Prüfstand. Air Berlin könnte vollständig bei der Lufthansa landen.
Etihad erwägt offenbar Verkauf von Air Berlin

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Den langjährigen Chef James Hogan könnte das kostspielige Investment in schwächelnde europäische Airlines wie Air Berlin zudem den Job kosten, berichtet die dpa unter Berufung auf einen Beitrag des Handelsblatt. Die Zeitung bezieht sich darin auf mehrere voneinander unabhängige Quellen. Nach Informationen des Blattes steht das gesamte Europa-Engagement in Frage. Etihad wollte sich der Zeitung gegenüber nicht zu den Informationen äußern.

Etihad ist in den vergangenen Jahren bei mehreren Sorgenkindern der europäischen Luftfahrtbranche eingestiegen. Bei der seit Jahren verlustreichen zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin ist die Staatsairline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit knapp 30 Prozent größter Aktionär. Das Engagement hat Etihad bislang mehr als eine Milliarde Euro gekostet, bei der italienischen Alitalia haben die Scheichs noch mehr Geld in den Sand gesetzt.

Die Investments sollten Zugang zum europäischen Markt bringen sowie Fluggäste an das Drehkreuz Abu Dhabi locken, um sie von dort mit Etihad weiterzufliegen. Doch nun könnten die teuren Ausflüge Chef Hogan den Job kosten. Im Verwaltungsrat hat er laut "Handelsblatt" das Vertrauen verloren, im Januar soll dem Vernehmen nach mit dem Strategiewechsel begonnen werden. Demnach soll Aufsichtsrat Ahmed Ali Al Sayegh die Neuordnung des Europageschäfts in die Hand nehmen. Geprüft wird laut den Insidern auch ein Verkauf der Beteiligungen unter Wert.

Bei Air Berlin läuft bereits ein Rettungsplan. Ein Teil der Flotte wird an die Lufthansa vermietet, zudem lagert das Unternehmen Beteiligungen mit Hilfe von Etihad aus, um mit dem Ferienflieger TuiFly ein Gemeinschaftsunternehmen zu betreiben. Über kurz oder lang könnte der Rest von Air Berlin dann bei der Lufthansa landen, hieß es in dem Bericht.

Etihad selbst steht derzeit ebenfalls vor Sparmaßnahmen, das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre hat sich abgeflaut. Am Montag hatte ein Sprecher der Golf-Airline einen Umbau bestätigt, der die Kosten senken und Umsatz wie Produktivität steigern soll. Dabei würden auch Stellen wegfallen. Bis zu 3000 von 26 000 Jobs stehen auf der Kippe, sagten informierte Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die zehn großen Risiken für die Weltwirtschaft im Jahr 2020

Die Weltwirtschaft wird 2020 weiter wachsen, sagt Anatole Kaletsky voraus. Aber: Das globale Wachstum sei auch Risiken ausgesetzt, warnt...

DWN
Politik
Politik Korruption bei der UN in Afrika: Wer am meisten zahlt, darf nach Europa

Das Umsiedlungsprogramm der UN-Organisation UNHCR wird von einem Korruptionsskandal erschüttert. Demnach besorgten Mitarbeiter in Afrika...

DWN
Politik
Politik Libyen: Haftar lässt Ölproduktion blockieren, Öl wird teurer

Trotz der Libyen-Konferenz in Berlin haben die Truppen des libyschen Warlords Haftar zwei große Ölproduktions-Stätten in Libyen...

DWN
Politik
Politik Die Berliner Libyen-Konferenz: Zu viele Köche verderben den Brei

Die von der Bundesregierung ausgerufene Libyen-Konferenz in Berlin hat einen Friedensplan hervorgebracht. Doch ob sich dieser jemals...

DWN
Deutschland
Deutschland Daimler-Chef mahnt Arbeiter vor Tarifverhandlungen zur Mäßigung

Daimler bereitet sich auf Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften vor. Konzernchef Källenius mahnt die Arbeitnehmer-Vertreter schon im...

DWN
Deutschland
Deutschland Hessen: Steuerfahnder müssen künftig kugelsichere Westen tragen

In Hessen nimmt die Gewalt gegen Steuerfahnder zu. Deshalb müssen die Beamten künftig im Rahmen ihrer Einsätze kugelsichere Westen...

DWN
Deutschland
Deutschland Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt geht seinem Ende entgegen

Die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 400.000 gestiegen. Dabei haben sich auch die Bruttolöhne...

DWN
Deutschland
Deutschland Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen in Deutschland den Spitzensteuersatz, der für Top-Verdiener gedacht ist. Nach neuesten Zahlen gehörten...

DWN
Politik
Politik Nur wenige Linksextremisten nutzen bundesweit erstes Aussteigerprogramm

In NRW haben bisher nur wenige Linksextremisten das bundesweit erste Aussteigerprogramm genutzt.

DWN
Politik
Politik China führt Schwarze Liste deutscher Unternehmen

Die chinesische Regierung führt eine Schwarze Liste mit angeblichen Verstößen deutscher Unternehmen im Land.

DWN
Finanzen
Finanzen Eine Handvoll anonymer Firmen entscheidet darüber, ob das deutsche Bankensystem funktioniert

Zahlungsabwicklungen oder Wertpapiertransaktionen deutscher Banken werden von einer Handvoll kaum bekannter Unternehmen durchgeführt....

DWN
Finanzen
Finanzen CDU fordert Vermögensprüfung bei Bezug von Grundrente

Die CDU sträubt sich gegen die Einführung einer Grundrente ohne Vermögensprüfung. Die Grundrente, die aus Steuermitteln finanziert...

DWN
Politik
Politik Trumps Drohnen-Angriff auf Soleimani: Die ganze Wahrheit

DWN-Analyst Michael Bernegger zeigt die wahren Gründe auf, warum Präsident Donald Trump den iranischen General Qassem Soleimani töten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Klima-Ziele: CO2-arme Schiffsantriebe kosten eine Billion Dollar

Einer Studie zufolge müssen sich die weltweiten Investitionen in CO2-arme Schiffsantriebe auf über eine Billion Dollar belaufen, damit...

celtra_fin_Interscroller