Politik

Polizei: Verdächtiger zweiter Tunesier war Fehlalarm

Lesezeit: 1 min
28.12.2016 15:36
Die Ermittler präsentieren im Fall des Lkw-Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt ein neues Ergebnis.
Polizei: Verdächtiger zweiter Tunesier war Fehlalarm

Der als möglicher Komplize des mutmaßlichen Weihnachtsmarkt-Attentäters von Berlin festgenommene Tunesier ist wieder auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe teilte am Donnerstag mit, sie habe keinen Haftbefehl gegen den 40-Jährigen beantragt. "Die weiteren Ermittlungen haben (...) ergeben, dass es sich bei dem vorläufig Festgenommenen nicht um die mögliche Kontaktperson von Anis Amri handelt", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft unter Verweis auf den mutmaßlichen Attentäter Amri. "Er war daher aus der Haft wieder zu entlassen."

Neun Tage nach dem Lkw-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche hatte die Polizei in der Hauptstadt einen möglichen Kontaktmann des Tunesiers Anis Amri festgenommen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Tunesier aus Berlin, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Demnach durchsuchten Ermittler des Bundeskriminalamts auf Grundlage eines Beschlusses des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs Wohn- und Geschäftsräume des Mannes.

Im Mobiltelefon Amris, von dem die Polizei sagt, es sei am Tatort gefunden worden, sei die Nummer des Festgenommenen gespeichert gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Die Ermittlungen deuteten darauf hin, dass er in den Anschlag eingebunden gewesen sein könnte. Bis Donnerstag werde geprüft, ob ein Haftbefehl beantragt werde, hieß es.

Ob der Mann namens Amri wirklich derjenige war, der den Lkw in den Weihnachtsmarkt gesteuert hat, lässt sich unabhängig nicht beurteilen. Der Verdacht ist auf den Mann gefallen, weil er angeblich seine Duldungsbestätigung im Lkw vergessen hatte. Ein Mann namens Amri war wenige Tage nach dem Lkw-Anschlag in Mailand erschossen worden. Bundeskanzlerin Merkel hatte daraufhin erklärt, dass die konkrete Gefahr in diesem Fall mit dem Tod des Mannes in Mailand beendet sei.

Tatsächlich verfügt die Öffentlichkeit kaum über aussagekräftige Informationen über den Fall. Es ranken sich dagegen jede Menge an Mythen, wie etwa jene, dass der polnische Lkw-Fahrer dem Attentäter ins Lenkrat gefasst haben soll, und damit Schlimmeres verhindert habe. Der Mann wurde daraufhin in einer Petition für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Weniger später räumten die Ermittler jedoch ein, dass der Mann schon vor der Fahrt auf den Weihnachtsmarkt erschossen worden sein soll.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Expansion in der Corona-Krise: BlackRock profitiert massiv von Öffnung des chinesischen Finanzsektors

China öffnet ausgerechnet in der Corona-Krise seinen Finanzsektor für ausländische Investoren. Der größte Profiteur der Öffnung ist...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Protokoll deutet mögliche Straffung der Geldpolitik an

Das Protokoll der letzten Zinssitzung der EZB deutet darauf hin, dass die umfangreichen PEPP-Anleihenkäufe im kommenden Monat...

DWN
Politik
Politik Impfung für Kinder? Sturm der Entrüstung gegen Spahn und Wieler, Portal sammelt innerhalb weniger Stunden hunderttausende Unterschriften

Gegen die Pläne von Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler, auch Kinder zu impfen, mobilisiert sich massiver Widerstand.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstandsverband warnt vor Exportbeschränkungen bei Holz

Exportbeschränkungen für Holz sind aus Sicht des Mittelstandsverbands BVMW der falsche Weg. Denn die Konsequenzen wären fatal.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Klaus Schwab hatte im November 2020 vor Cyber-Angriffen auf Stromversorgung und Gesundheitssystem gewarnt

Im November 2020 hatte der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, gesagt: „Wir alle wissen, dass das erschreckende Szenario...

DWN
Deutschland
Deutschland „Unsere Solidarität gilt den jüdischen Gemeinden“: Türkisch-Islamische Gemeinde DITIB verurteilt judenfeindliche Proteste in Deutschland

In einer Mitteilung kritisiert die Türkisch-Islamische Gemeinde DITIB die antisemitischen Proteste in Deutschland: „Unsere Solidarität...

DWN
Technologie
Technologie Seehofer warnt alle Bundestagsabgeordneten vor drohenden Hacker-Angriffen auf private Geräte

Ein massiver Hackerangriff Krimineller auf das irische Gesundheitssystem zeigt die Nachteile eines digitalisierten Verwaltungssystems auf....