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Ökonom: Wir stehen vor massiver Entwertung der Sparguthaben

Lesezeit: 1 min
30.12.2016 22:22
Wegen einer steigenden Inflation bei niedrigen Zinsen steht den Sparern für 2017 das schlechteste Jahr seit langem bevor.
Ökonom: Wir stehen vor massiver Entwertung der Sparguthaben

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Der Präsident des ifo-Instituts erwartet laut Reuters ein schwieriges Jahr 2017 für Sparer. "Es könnte das allerschlechteste Jahr für Kleinsparer seit langem werden", sagte Clemens Fuest der FAZ. Schuld daran sei die steigende Inflation, die in Deutschland auf 1,5 Prozent zulegen werde, während die Zinsen weit darunter blieben. "Das heißt, das Vermögen der Bürger wird so stark wie lange nicht mehr entwertet."

Die aktuelle Euphorie an den Börsen nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten amerikanischen Präsidenten hält der Ifo-Präsident für übertrieben: "Auch Trump muss sich mit der Verschuldung Amerikas auseinandersetzen, die seine Spielräume begrenzt".

In Bezug auf Europa sagte Fuest, er erwarte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe anders als derzeit angekündigt schneller beendet oder deutlicher als bisher geplant reduziert. Die Käufe hält er aus Sicht der Eurozone generell für vertretbar, weil sie die Zinsbelastung der Krisenstaaten reduziert und den Euro-Kurs gedrückt haben. Deutschland werde hingegen durch die Niedrigzinspolitik benachteiligt.

Fuest schlägt vor, dass Euro-Länder mit übermäßigen Defiziten Nachranganleihen begeben müssen, die bei Finanzschwierigkeiten eines Staates verfallen. Dann könnte man die Last nicht auf die Steuerzahler anderer Länder wie Deutschland abwälzen. Die Rettung der italienischen Krisenbank Bank Monte dei Paschi sei ein weiteres Beispiel für die europäische Krankheit des Regelbrechens. Der EZB wirft Fuest vor, die europäischen Abwicklungsregeln für Banken zu dehnen zum Wohle der Stabilität der Märkte. Man sollte die Bankenaufsicht der EZB entziehen, um solche Interessenkonflikte zu vermeiden.

Fuest äußerte sich auch zur Diskussion um Steuersenkungen in Deutschland. Er kritisierte die Äußerung von SPD-Chef Sigmar Gabriel, dass das Geld für Investitionen benötigt werde. Für Steuersenkungen sei "genug Geld da. Man muss nur aufhören, es für Klientelpolitik aus dem Fenster zu werfen". Als Beispiel dafür nannte er die Rente mit 63. Er kritisierte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage "müssten wir eigentlich höhere Überschüsse haben. Er hat keinen großen Beitrag zur Sanierung des Haushalts über Kürzung von Staatsausgaben geleistet." Seine Leistung bestünde aber darin, dass nicht noch mehr Geld ausgegeben worden sei.

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