Unternehmen

Mittelstand gegen Planwirtschaft durch Energiewende

Lesezeit: 2 min
04.01.2017 00:44
Besonders Familienunternehmen leiden unter den steigenden Strompreisen, die die Energiewende mit sich bringt.
Mittelstand gegen Planwirtschaft durch Energiewende

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das neue Jahr hat begonnen: Zeit, Bilanz zu ziehen – auch energiepolitisch. 513 Mitglieder des Verbands "Die Familienunternehmer" haben dies getan. Sie bewerten die Energiepolitik der Bundesregierung seit Amtsantritt der großen Koalition Ende 2013 mit der Durchschnittsnote 4.

„Die planwirtschaftliche Energiepolitik der großen Koalition führt zu enormen finanziellen Mehrbelastungen für die vielen industriellen Familienunternehmen in Deutschland“, kritisiert Lutz Goebel, Präsident des Verbands. „Die steigenden Stromkosten durch das EEG stellen viele Familienunternehmen vor enorme Herausforderungen. Die deutsche Energiepolitik verstrickt sich im Klein-Klein. Dabei sind grundlegende Dinge noch nicht annähernd geklärt.“

Der Netzausbau hinkt hinterher. Die gesunkenen Börsenstrompreise kommen nicht beim Verbraucher an. Dafür hemmen die starren und hohen Abgaben die Flexibilität der Verbraucher. Vom Preis für eine Kilowattstunde zahlen die Verbraucher Jahr für Jahr immer mehr an den Staat – mittlerweile mehr als 75 Prozent. Statt innovative, klimaschonende Konzepte zu fördern, wird alles teuer dem Wohl der Erneuerbaren untergeordnet. Trotzdem werden die Klimaziele nicht erreicht. Die Reformanstrengungen der Bundesregierung waren schlicht zu zaghaft und von der Ökolobby bestimmt. Darüber hinaus wird Energiepolitik in Deutschland immer noch viel zu national verstanden.

60 Prozent der befragten Familienunternehmen stehen im internationalen Wettbewerb. Fast 40 Prozent geben an, dass der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten des Unternehmens die 5-Prozent-Marke überschreitet. Für viele ist die Eigenstromerzeugung der einzige Weg aus dem Kostendruck. 34 Prozent der Familienunternehmen nutzen eine Anlage zur Eigenstromerzeugung – vor allem über erneuerbare Energien (73 Prozent) und KWK-Anlagen (40 Prozent). 78 Prozent erzeugen den Strom für den Eigenverbrauch. Größtes Hindernis für die Unternehmen, die keine Eigenstromanlage besitzen, ist die EEG-Umlage. 73 Prozent sagen, dass sie eine unternehmenseigene Stromversorgung als sinnvoll erachten würden, wenn sie von der EEG-Umlage befreit wäre.

„Wir Familienunternehmer brauchen von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu Eigenstrom“, erklärt Goebel. „Eigenstrom ist Energiewende pur. Er ist regional und bedarf keiner zusätzlichen Netze. Eigenstrom kann die Schwankungen der Erneuerbaren ausgleichen, ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Eigenstrom durch KWK, aber auch durch Photovoltaik, sollte grundsätzlich für alle Unternehmen von der EEG-Umlage befreit werden. Es wäre völlig kontraproduktiv, die Potentiale, die Eigenstrom mit sich bringt, zu zerstören – sowohl für die Energiewende als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der nicht von der EEG-Umlage befreiten mittelständischen Industrieunternehmen.“

Darüber hinaus fordern DIE FAMILIENUNTERNEHMER die Bundesregierung auf, Abstand von planwirtschaftlichen nationalen Instrumenten zu nehmen und stattdessen auf marktwirtschaftliche europäische bzw. globale Maßnahmen zu setzen. Das EEG gehört abgeschafft und der Emissionshandel ausgeweitet.

***

Die Familienunternehmer in Deutschland beschäftigen in allen Branchen rund 8 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften jährlich einen Umsatz in Höhe von 1.700 Milliarden Euro.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anders als die EZB: Ungarn könnte als erstes EU-Land die Zinsen anheben

Ungarns Notenbank wird im Kampf gegen eine steigende Inflation möglicherweise schon im Juni die Zinsen anheben. Das Land gehört nicht zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflations-Angst: Bitcoin und Gold existieren außerhalb des Fiat-Geldsystems

Bitcoin und Gold werden von Investoren geschätzt, weil sie neben dem Fiat-Geldsystem als dezentrale Eigentumsformen bestehen können. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche zahlen weltweit höchste Steuern und Abgaben: Nun wollen Baerbock und Scholz eine Vermögenssteuer einführen

Nirgendwo auf der Welt ist die Steuer- und Abgabenlast so hoch wie in Deutschland. Grüne, SPD und Linke wollen jetzt noch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland In diesen Städten gibt es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen

Dortmund bietet einer Studie zufolge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen.

DWN
Politik
Politik Laschet gegen Judenhass: Alle deutschen Staatsbürger müssen Staatsräson zum Schutz Israels teilen

Deutliche Worte des CDU-Chefs Armin Laschet gegen Judenhass. Die deutsche Staatsräson zum Schutz Israels erstreckt sich nach seinen Worten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Baubranche leidet unter erheblichem Materialmangel

Die deutsche Baubranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an Grundstoffen und Vorprodukten.