Politik

Türkischer Minister in Hamburg: Wenig Fans, wenig Gegner

Lesezeit: 1 min
07.03.2017 19:30
Die Zahl der Erdogan-Gegner und Erdogan-Fans hielt sich beim Besuch des türkischen Außenministers am Dienstag in Hamburg sehr in Grenzen.
Türkischer Minister in Hamburg: Wenig Fans, wenig Gegner

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist am Dienstag zu einem Auftritt in Hamburg eingetroffen.

Cavusoglu kritisierte Deutschland in seiner Rede. Deutschland verfolge eine "systematische Gegnerschaft zur Türkei", sagte Cavusoglu laut einer Simultanübersetzung des Fernsehsenders n-tv. Türkische Staatsbürger würden in Deutschland "systematisch unterdrückt". Das gehöre sich nicht für eine Freundschaft. Der türkische Außenminister sieht eine "systematische Kampagne" gegen die Türkei, obwohl sein Land niemals eine feindselige Haltung gegenüber Deutschland oder den Deutschen eingenommen habe. Die Türkei habe Deutschland immer als "befreundetes Land" angesehen. "Bitte hört auf, uns Lektionen in Menschenrechten und Demokratie zu erteilen", sagte Cavusoglu angesichts der Umstände seines Auftritts.

Entgegen dem allgemeinen Hype um den Auftritt war die Zahl der erschienenen Fans und Gegner überschaubar: Laut AFP versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 200 Anhänger der türkischen Regierung zu dessen am Abend erwarteten Ansprache vor dem Residenz des türkischen Generalkonsuls in der Hansestadt. Etwa 250 Gegner meldet die AFP "in Sicht- und Hörweite hinter Polizeiabsperrungen".

Es gab keine Zwischenfälle. "Wir protestierten heute hier gegen ein gewaltsames System. Ein System, das Menschen einpfercht", sagte ein Redner der laut Polizei von der Alevitischen Gemeinde angemeldeten Kundgebung, an der auch diverse andere Oppositionsorganisationen teilnahmen. Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie "Ein-Mann-System nein" oder "Diktator Erdogan – Hayir". Hayir ist das türkische Wort für nein.

Im Garten der Residenz versammelten sich die Besucher zur geplanten Rede des Ministers. Das Gelände selbst war von starken Polizeikräften abgeriegelt. Cavusoglu war gegen 18.15 Uhr mit einer Eskorte an der Residenz eingetroffen.

Cavusoglu hatte ursprünglich am Dienstagabend in einer Hochzeitshalle im Stadtteil Wilhelmsburg vor hunderten Landsleuten auftreten wollen, um für die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei zu werben. Dazu gibt es im April eine Referendum, bei dem auch in Deutschland lebende Türken abstimmungberechtigt sind. Die Behörden beanstandeten bei der Begehung jedoch erhebliche "brandschutzrechtliche Mängel" und untersagten die Veranstaltung daher.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Riesenboom für Krypto-Währungen: 350 Millionen PayPal-Nutzer können jetzt mit Bitcoin bezahlen

PayPal hat offiziell bestätigt, dass es Online-Händlern und ihren Kunden ab 2021 Zahlungen mit den vier Kryptowährungen Bitcoin,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldman: Wenn Biden die US-Wahlen gewinnt, explodiert der Silberpreis

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November empfiehlt Goldman Sachs Investoren, sich vom Dollar zu trennen und Silber zu...

DWN
Deutschland
Deutschland Blühende Landschaften: Ostdeutschland entwickelt sich zum Zentrum der europäischen Elektro-Mobilität

Ostdeutschland steht eine glänzende Zukunft bevor: Das sagt die Ökonomin Dalia Marin.

DWN
Finanzen
Finanzen Preise für Strom und Gas ziehen weiter deutlich an

Die Preise für Strom und Gas in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Ein Ende der Teuerung ist indes nicht abzusehen, wie Daten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Gamesa zieht mit neuem Großauftrag deutsche Windparkbranche aus der Talsohle

Die deutschen Windpark-Entwickler, die schon länger unter Druck standen, entwickeln sich wieder besser. Während Siemens Gamesa (SG) eine...

DWN
Politik
Politik US-Experten warnen vor Inlands-Terrorismus vor der US-Wahl

Einer Analyse der Pentagon-Denkfabrik RAND zufolge könnte es vor und während der US-Präsidentschaftswahlen zu Terroranschlägen kommen....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Finanzen
Finanzen Türkische Lira markiert neue Allzeit-Tiefstände

Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins unverändert zu lassen, hat zu einem neuerlichen Einbruch der türkischen Landeswährung...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Ständiges Warten aufs neue US-Konjunkturpaket drückt Dax immer weiter in die Verlustzone - heute Blick in die Türkei

Die Woche läuft derzeit an den deutschen Börsen alles andere als gut. So treiben unter anderem die steigenden Corona-Zahlen den Anlegern...

DWN
Deutschland
Deutschland Messerattacke in Dresden hat islamistischen Hintergrund, Generalbundesanwalt ermittelt

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat offenbar einen islamistischen Hintergrund. Der 2015 eingereiste...