Gemischtes

Sicherheit bei autonom fahrenden Autos

Lesezeit: 1 min
13.04.2017 07:51
Für den Gesetzgeber ist klar: Wenn der Computer fährt, haftet am Schluss der Hersteller. Doch der Fahrer ist damit nicht von jeglicher Pflicht befreit. Er muss „wahrnehmungsbereit sein“, heißt es im Gesetzentwurf der Bundesregierung.
Sicherheit bei autonom fahrenden Autos

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Keine Frage: Das automatisierte, das vernetzte Fahren wird kommen. Doch es macht Sinn, erst einmal die Begrifflichkeiten zu definieren. Es gibt teilautonomes beziehungsweise teilautomatisiertes Fahren. Als nächste Stufe das vollautomatisierte Fahren und als Schluss-Stufe: das fahrerlose Fahren – also ohne Lenkrad in den Fahrzeugen.

Aktuell befinden wir uns in der Phase des teilautomatisieren Fahrens. Gegenwärtig beschäftigt sich die Forschung jedoch bereits mit kommenden Fragen, also dem „Auto der Zukunft“.

Zuerst einmal: es wird elektrisch fahren. Fakt ist, dass wir in einer vernetzten Welt auch im Bereich der Mobilität vernetzt unterwegs sein werden. Warum? Schon aus dem Grund, weil es die Voraussetzung ist für die Vernetzung hinsichtlich Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von Ladestationen. Während der vollautonomen Fahrt Emails schreiben, auf dem e-Reader ein Buch lesen oder Spiele auf dem Smartphone spielen ist in der Tat vorerst „Zukunftsmusik“.

Doch schon warnen die ersten Politiker vor einer Strukturkrise, sollte sich die Auto-Industrie nicht zügig dem Wandel stellen. Als Negativbeispiel wird das Ruhrgebiet genannt, wo bis heute der Verlust von Arbeitsplätzen bei Stahl und Kohle nicht kompensiert werden konnte.

So hat die Bundesregierung für das automatisierte oder vorerst teilautonome Fahren erste Weichen gestellt und einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der eine entsprechende Änderung im Straßenverkehrsgesetz vorsieht. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnet es als das „modernste Straßenverkehrsrecht der Welt“.

Festgehalten wird in dem Gesetzentwurf, dass der Mensch beim Fahren verantwortlich bleibt. Er muss „wahrnehmungsbereit“ sein, also „das System dauerhaft überwachen und jederzeit zur vollständigen Übernahme der Fahraufgabe bereit sein“.

Auch für die Autobauer gibt es Vorgaben. So müssen automatisierte Systeme „jederzeit durch den Fahrzeugführer übersteuerbar oder deaktivierbar“ sein. Somit wird der Fahrer während der Fahrt nicht durch das System ersetzt. Das wäre erst beim autonomen Fahren der Fall, bei dem es keinen Fahrer, sondern nur noch Passagiere gibt.

Bleibt noch die Haftungsfrage. Die Schuldfrage bei einem Unfall soll eine „Blackbox“ klären. Dieses Gerät soll die wesentlichen Daten der Fahrt aufzeichnen. Nach einem Unfall könnte damit klargestellt werden, ob die Technik und somit der Hersteller - oder der Fahrer Schuld hat.

Für Verbraucherschützer reicht dies nicht aus. Denn: „die Fahrer müssen in der Betriebsanleitung genau nachlesen, wann das System eingesetzt werden darf und was sie während der automatisierten Fahrt machen dürfen oder was sie lassen müssen“, sagt Marion Jungbluth, Mobilitätsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Fazit zum Thema automatisiertes Fahren: Das Gesetz setzt erst einmal einen Rahmen. Im Jahr 2019 soll die Vorlage überprüft und nachgebessert werden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Auto >

DWN
Politik
Politik Zarte Entspannungssignale im Ukraine-Krieg

Seit einigen Tagen schlagen die involvierten Seiten konziliantere Töne an – besonders Frankreich bemüht sich um Ausgleich. Vorboten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Indien und China beteiligen sich nicht an Ölpreis-Deckel

Indien und China werden sich nicht an die von der EU und anderen Staaten beschlossene Ölpreis-Obergrenze halten.

DWN
Politik
Politik 3,8 Billionen Dollar für eine wirkungslose Energiewende?

Der Großbank Goldman Sachs zufolge wurden in den letzten zehn Jahren fast vier Billionen Dollar weltweit in die Energiewende gesteckt -...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Konkurrenten oder Partner? USA importieren mehr Güter aus China als je zuvor

Die wirtschaftlichen Daten sprechen eine andere Sprache als die Kriegsrhetorik. Nie zuvor haben die USA so viele Güter aus China...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Immobilien: Der globale Markt steuert auf einen Abschwung zu

Der durch die Pandemie ausgelöste Immobilienboom erreichte Ende 2021 seinen Höhepunkt. Ein Jahr später erleben wir den stärksten...

DWN
Politik
Politik Europa in den Schlingen von Amerikas China-Politik

Amerikas übergeordnete Strategie orientiert sich an China und dem pazifischen Raum, dort spielt künftig die Musik. Europa verliert in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiepreise in Europa schießen nach oben, weil der Wind fehlt

Weil weniger Wind weht, steigen die europäischen Strom- und Gaspreise in die Höhe. Ein kalter Winter steht bevor, und Europas...

DWN
Deutschland
Deutschland DHL meldet Rekordjahr, Gewerkschaften üben Kritik an Konzernmutter

Der deutsche Logistikkonzern profitiert von anhaltend hohen Frachtraten. Kritik gibt es am heimischen Paketgeschäft der DHL-Konzernmutter.