Politik

Italien als Eisbrecher: Widerstand der EU gegen Trump bröckelt

Lesezeit: 2 min
14.05.2017 01:18
Italien als Eisbrecher: Widerstand der EU gegen Trump bröckelt. (Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich)
Italien als Eisbrecher: Widerstand der EU gegen Trump bröckelt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Merkel  
Steinmeier  
EU  
Italien  
USA  

Beim G7-Gipfel der Finanzminister in Bari wurden Differenzen zwischen der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump und den übrigen Mitgliedern bei Themen wie Freihandel und Klimawandel ausgeklammert. Teilnehmer sprachen sogar von einer allmählichen Verbesserung der Beziehungen zur US-Delegation um Finanzminister Steven Mnuchin, der in Bari erstmals an einem Treffen auf G7-Ebene teilnahm. EU-Präsident Jean-Claude Juncker hatte bereits vor einigen Tagen in enem Zeitungsinterview gewagt, er könne sich immer besser mit Trump als Präsident anfreunden. Auch sein Kabinettschef MArtin Selmayr lobte Trump bei einer Veranstaltung als Pragmatiker.

Der frühere deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte Trump vor dessen Wahl als "Hassprediger" bezeichnet.

Als Eisbrecher betätigten sich die Italiener, die von Trumps Sicherheistberater H.R. Master am Freitag explizit gelobt worden waren: McMaster sagte in Washington, dass Italien einer der wichtigsten Verbündeten sei. US-Präsident Donald Trump wird auf seiner ersten Auslandsreise in Rom nicht nur den Papst, sondern auch den italienischen Staatspräsidenten und Ministerpräsident Paolo Gentilioni treffen. Gentilioni war als einer der ersten europäischen Regierungschefs in Washington zu Besuch gewesen. Anders als die Begegnung Trumps mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verlief das Treffen ausgesprochen freundschaftlich und harmonisch.

"Mit Steven Mnuchin verbessern sich unsere Beziehungen jedes Mal, wenn wir uns treffen", sagte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan nach dem Gipfel in Bari. Mnuchin sagte, er könne "nicht glücklicher" über den Gipfelverlauf sein. Er habe den Eindruck, dass seine Gesprächspartner sich mit den Zielen der neuen US-Regierung langsam "wohler fühlen". Trumps Steuersenkungspläne seien auf großes Interesse gestoßen.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Cyberattacke haben die G7-Finanzminister der Cyberkriminalität den Kampf angesagt. Hackerangriffe seien eine wachsende Gefahr für ihre Volkswirtschaften, erklärten die Minister am Samstag im italienischen Bari. Der Kampf dagegen müsse Priorität haben.

Tausende Behörden, Firmen und Einzelpersonen in dutzenden Staaten sind seit Freitag Opfer einer erpresserischen Schadsoftware geworden, die sich stündlich millionenfach verbreitete und Daten verschlüsselte. Die Urheber wollen so Geld erpressen. Besonders betroffen sind offenbar das britische Gesundheitssystem NHS sowie Russland und Indien.

Das Thema Cyberkriminalität steht schon seit einiger Zeit auf der Agenda der G7-Gruppe, bisher vorrangig mit Blick auf die von Hackern ausgehenden Gefahren für das globale Banken-, Börsen- und Finanzsystem. "Wir haben uns auf viele Dinge geeinigt, darunter auf den Kampf gegen Cyberkriminalität, der bedauerlicherweise sehr aktuell ist", sagte Padoan.

Konkret beauftragten die Ressortchefs der führenden Industriestaaten Experten damit, ihre Analysen der Bedrohungslage fortzusetzen. Der Fortschritt der Arbeit werde dann von den Staats- und Regierungschefs der G7 bei ihrem für Ende Juni geplanten Treffen auf Sizilien bewertet, sagte Padoan. Nach Angaben des italienischen Zentralbankchefs Ignazio Visco gab es bislang aber keine Erkenntnisse über Auswirkungen der aktuellen Attacke auf den Finanzsektor.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Sind auf Ausschluss aus globalem Zahlungsnetzwerk Swift vorbereitet

Die russische Regierung ist eigenen Angaben zufolge auf einen möglichen Ausschluss aus dem weltweit wichtigsten Zahlungsnetzwerk...

DWN
Politik
Politik China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Extreme Märkte werden viele in Panik versetzen, aber wenige sehr reich machen

Banken und Politik fürchten sowohl Inflation als auch Deflation, wenn diese zu stark werden. Doch verhindern können sie beide letztlich...

DWN
Deutschland
Deutschland Europa erlebte den kältesten April seit 2003

Der zurückliegende April war in ganz Europa der kühlste April seit 2003. Glaubt man den Weinbauern, ist auch der Mai bislang auffallend...

DWN
Deutschland
Deutschland AKTUELL: Wegen Halbleiter-Knappheit: Bereitet jetzt auch BMW Produktionsstopps vor?

Der Konzern bestätigt es zwar nicht - aber glaubhaften Informationen zufolge bereitet sich BMW darauf vor, Bänder vorübergehend...

DWN
Politik
Politik In Kolumbien droht ein Umsturz, doch das wäre gut für Europa

Die Massenproteste in Kolumbien könnten früher oder später zum Umsturz der aktuellen Regierung führen. Aus europäischer und deutscher...

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo-Institut: Elektro-Offensive vernichtet jede dritte Stelle in der deutschen Automobilindustrie

Etwa jeder dritte Arbeitsplatz wird hierzulande durch den von der Politik vorangetriebenen Feldzug gegen Benziner und Diesel-Autos...