Finanzen

China: Bank of Asia bietet sicheren Hafen für Offshore-Firmen an

Chinesische Bank eröffnet Konten für vom Finanzsystem ausgestoßene Firmen. (Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich)
16.05.2017 00:56
Lesezeit: 1 min

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Auf den Britischen Jungferninseln wird eine kleine Bank bald Dienstleistungen für Unternehmen anbieten, die aus dem globalen Finanzsystem ausgeschlossen wurden. Wie Bloomberg berichtet, wird die Bank of Asia bald ihr Geschäft aufnehmen und ausschließlich Online-Zahlungsabwicklungen für seine Kunden ausführen sowie deren Gelder verwalten. Dazu gehört nach Angaben der Bank auch die Vermögensverwaltung, der Handel mit Wertpapieren und Währungen sowie die Finanzierung von Pfändern.

Die Bank of Asia ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Hongkonger Finanzholding Sancus Financial Holdings sowie des Pekinger Technologiekonzerns V1 Group. Ihr Kundenfokus liegt auf den Ablegern chinesischer und asiatischer Konzerne auf den britischen Jungferninseln, steht aber auch Kunden aus anderen Teilen der Welt offen. „Wir haben einen eigenen Kundenmarkt bestehend aus all den Offshore-Firmen die Probleme haben, ein Konto bei einer Großbank zu eröffnen – nicht, weil sie selbst daran schuld sind, sondern weil die Großbanken sie nicht mehr als Kunden wollen“, wird Carson Wen, einer der Gründer der Bank, zitiert. Wen hofft, rund 200.000 der mehr als 400.000 auf den britischen Jungferninseln registrierten Unternehmen als Kunden gewinnen zu können.

Seitdem die G20-Staaten massiv Druck auf kleine Finanzplätze aufbauen, die von ihnen verwalteten Gelder offenzulegen, sind die Neuanmeldungen von Unternehmen auf den Jungferninseln deutlich gesunken. Seit dem Jahr 2012 gingen sie zurück sie, im vergangenen Jahr sanken sie sogar um fast ein Drittel auf 32.000. Die Enthüllungen um den panamaischen Vermögensverwalter Mossack Fonseca im vergangenen Jahr haben offenbar Wirkung gezeigt. Die britischen Jungferninseln hatten eine globale Initiative der G20 unterzeichnet, die den automatischen Austausch von Informationen vorsieht. Die chinesische Regierung hat inzwischen strikte Regeln erlassen, die den Kapitaltransfer ins Ausland erschweren. Bürger der Volksrepublik müssen jeden Transfer über der Marke von 50.000 Dollar anmelden und prüfen lassen.

Wen betont, dass sich seine Bank mit strikten Sicherheitsanforderungen gegen den Zustrom von Geldern aus illegalem Ursprung schützen werde. Diese sehen vor, dass Kunden unter anderem einen vierstufigen Identifikations- und Sicherheitsprozess durchlaufen müssen, bevor sie ein Konto eröffnen können. „Wenn diese Bank nur ein falsches Konto für einen falschen Kunden eröffnet, wird dies nicht nur den Ruf der Bank zerstören, sondern auch jenen der britischen Jungferninseln“, sagt Wen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik „Machen Sie sich auf die Auswirkungen gefasst“: EU kündigt weitere Gegenmaßnahmen zu US-Zöllen an
03.04.2025

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat die Bürger der EU auf die bevorstehenden wirtschaftlichen Folgen...

DWN
Politik
Politik US-Finanzminister warnt vor Vergeltungszöllen: Eskalation könnte die Lage verschärfen
03.04.2025

US-Finanzminister Scott Bessent hat betroffene Länder vor einer schnellen Reaktion auf die jüngste Ankündigung von Präsident Donald...

DWN
Politik
Politik AfD-Kandidat erstmals ins Verfassungsgericht gewählt: Zweidrittelmehrheit im Thüringer Landtag
03.04.2025

Die AfD hat einen Kandidaten für den Thüringer Verfassungsgerichtshof durchgesetzt: Rechtsanwalt Bernd Falk Wittig wurde mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbercheck: Dürfen Arbeitgeber frühere Chefs kontaktieren?
03.04.2025

Referenzen von ehemaligen Arbeitgebern können wertvolle Einblicke bieten – aber ist es rechtlich erlaubt, ohne Zustimmung des Bewerbers...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sichere KI statt Datenleck: Das müssen Firmen beim Chatbot-Einsatz beachten
03.04.2025

KI-Chatbots sind im Mittelstand längst Alltag – doch oft fehlt es an Sicherheitsstandards. Der Hamburger KI- und Digitalisierungsexperte...

DWN
Panorama
Panorama Orban trifft Netanjahu in Budapest trotz Haftbefehl -und erklärt Rückzug aus Internationalen Strafgerichtshof
03.04.2025

Viktor Orbán ignoriert den Haftbefehl, den der Internationale Strafgerichtshof gegen Israels Premier erlassen hat – und heißt ihn in...

DWN
Politik
Politik Russlands Verzögerung der Verhandlungen könnte auch der Ukraine nützen
03.04.2025

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine mögliche Waffenruhe oder Friedenslösung ziehen sich weiter hin. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: DAX-Kurs fällt nach Trumps Zollankündigung - wie sollten Anleger reagieren?
03.04.2025

Die erneute Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Aktienmärkte stark unter Druck gesetzt. Der DAX-Kurs...