Gemischtes

Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz

Lesezeit: 1 min
26.05.2017 22:13
Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz.
Bosch gerät wegen Daimler-Ermittlungen ins Visier der Justiz

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Die "Dieselgate"-Ermittlungen bei Daimler haben auch den Zulieferer Bosch wieder ins Visier der Justiz gerückt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte am Freitag: "Es gibt zwei Ermittlungsverfahren gegen Bosch." Neben dem seit Ende 2015 laufenden Verfahren wegen einer möglichen Verstrickung in den Abgasskandal bei Volkswagen gebe es ein weiteres "wegen möglicher Beihilfe zum Betrug wegen Daimler". Das Verfahren, das "erst seit einigen Wochen" laufe, richte sich gegen Unbekannt. Ein Bosch-Sprecher sagte, das Unternehmen "unterstützt laufende Ermittlungen und kooperiert uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden". Zu Einzelheiten äußere sich Bosch nicht.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart war am Dienstag laut Reuters bei Daimler an mehreren Standorten bundesweit zur Razzia angerückt. Der Stuttgarter Autobauer war im Schlepptau des VW-Dieselskandals in das Visier von Ermittlern in den USA und Deutschland geraten. VW hatte im September 2015 zugegeben, bei elf Millionen Pkw weltweit die Abgasnachbehandlung manipuliert zu haben. Mit einer Abschalteinrichtung wurde der Ausstoß gesundheitsschädlichen Stickoxids nur auf dem Prüfstand unter den Grenzwert gebracht, auf der Straße lag er ein Vielfaches höher. Seither wird gestritten, ob die auch bei vielen anderen Automarken festgestellte Abweichung zwischen Prüfstand und Alltagsbetrieb rein technisch bedingt und gesetzeskonform ist oder auf illegale Manipulation hinweist.

Bosch entwickelt Software für die Motorsteuerung und zählt als weltgrößter Zulieferer alle großen Autobauer zu seinen Abnehmern. Der US-Rechtsanwalt Steve Berman, der Autobesitzer in den Vereinigten Staaten vertritt, sagte dem "Spiegel": "Aus unserer Sicht war Bosch ein williger Teilnehmer in dem Skandal." Fast alle manipulierten Autos hätten eines gemeinsam: "Sie waren mit Software ausgerüstet, die Bosch entwickelt hat." Der Anwalt reichte dem Magazin zufolge am Donnerstag in Detroit eine Sammelklage gegen den US-Autobauer GM ein, in der Bosch ebenfalls als Beschuldigter aufgeführt wird.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Auto >

DWN
Technologie
Technologie Bosch-Chef will langfristig an Verbrenner-Technologie festhalten
03.03.2024

Der Umstieg auf E-Autos verläuft holpriger als von der Politik geplant. Der Chef des Autozulieferers Bosch glaubt, dass Verbrenner noch...

DWN
Politik
Politik Bittere Realität im Sozialstaat Deutschland: Selbst auf kleine Renten werden Steuern fällig
03.03.2024

Die Steuerlast ist in Deutschland bekanntlich sehr hoch - das bekommen auch Rentner zu spüren, die nur eine relativ kleine Rente bekommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Unternehmen: Restrukturierungen nehmen stark zu
03.03.2024

Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen immer mehr Firmen zu einer radikalen Umorientierung. In den letzten zwei Jahren...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekord: Ist das endlich der lang ersehnte Ausbruch in einen neuen Megazyklus?
03.03.2024

Gold wird vom Bullenmarkt mit nach oben gerissen und erreicht einen neuen Rekordpreis. Umfangreiche Zinssenkungen könnten den Goldpreis im...

DWN
Finanzen
Finanzen TeamViewer Aktienanalyse: Deutsche Software-Lösungen mit Zukunft
03.03.2024

Neben der alles dominierenden SAP sind börsennotierte deutsche Softwarekonzerne rar. Heute werfen wir mit TeamViewer einen Blick auf eines...

DWN
Politik
Politik UKRAINE-TICKER - Verteidigungsminister Pistorius warnt vor Informationskrieg: "Wir dürfen Putin nicht auf den Leim gehen."
03.03.2024

Nach dem Abhörskandal rund um Bundeskanzler Olaf Scholz und mögliche Lieferungen von Taurus-Raketen suchen die deutschen Dienste nach...

DWN
Politik
Politik Blamage für Scholz: Russland hört entlarvendes Gespräch über Taurus-Lieferungen ab
02.03.2024

Die Taurus-Affäre um Bundeskanzler Olaf Scholz spitzt sich zu. Vor einer Woche hatte Scholz der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Bargeldobergrenze: Sinnvolle Maßnahme gegen Geldwäsche oder erste Etappe der Bargeld-Abschaffung?
02.03.2024

Barzahlungen ade? Transaktionen über 10.000 Euro sollen künftig nicht mehr bar abgewickelt werden dürfen. Darauf haben sich das...