Finanzen

Banco Popular abgewickelt: Bank-Aktien in Europa steigen

Lesezeit: 1 min
08.06.2017 16:35
Die Abwicklung der spanischen Banco Popular durch die Beteiligung der Aktionäre und Anleihegläubiger hat Investoren nicht abgeschreckt. Bankaktien in ganz Europa sind auf dem Vormarsch.
Banco Popular abgewickelt: Bank-Aktien in Europa steigen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  
Börse  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Beteiligung der Aktionäre und Anleihegläubiger bei der Abwicklung der Banco Popular hat Investoren am Donnerstag nicht davon abgehalten, in Bankaktien zu investieren. Die Kurse der meisten Banken in Europa und den USA legten zu.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank liegt derzeit mit rund 0,65 Prozent im Plus, Anteilsscheine der Commerzbank leicht mit 0,3 Prozent im Minus. Die Aktien der französischen Société Générale stiegen um rund 1 Prozent ebenso wie Scheine der BNP Paribas um rund 0,3 Prozent und der Credit Agricole um rund 0,8 Prozent. Die niederländische IN Groep verteuerte sich um 1,8 Prozent, die österreichische Raiffeisen Bank International um 1,3 Prozent.

In Mailand verteuerten sich Aktien der UniCredit deutlich um 2,3 Prozent ebenso wie jene der anderen italienischen Großbank Intesa Sanpaolo um rund 1 Prozent. Die spanische Banco Santander, die die Banco Popular in einer Nacht- und Nebelaktion erworben hatte, meldete einen Anstieg von 4 Prozent. In der Schweiz lag die Credit Suisse leicht im Plus, die UBS in der Verlustzone.

Aktien der britischen Barclays lagen rund 1 Prozent im Minus, jene der Royal Bank of Scotland etwa 0,6 Prozent im Plus. Auch in den USA stiegen die Kurse. JPMorgan meldet einen Anstieg von rund 1,4 Prozent, ebenso wie Goldman Sachs, Citigroup und Bank of America in etwa gleicher Größenordnung.

Geht es nach den Investoren, hat die Beteiligung der Aktionäre und Gläubiger zur Abwicklung der Banco Popular also keine negativen Auswirkungen auf Bankaktien gehabt. Die Aktion schein vielmehr als Erfolg eingestuft zu werden.

Seit 2016 gibt es in Europa gemeinsame Regeln zur Sanierung und - im Notfall - Schließung von Banken. Milliardenschwere Staatshilfe für Krisenbanken wie zuletzt sollen so möglichst vermieden werden. Die EU-Kommission erklärte am Mittwoch, für die Rettung der Banco Popular seien weder Staatshilfe noch Gelder aus dem europäischen Bankenrettungsfonds geflossen.

Die Chefin der europäischen Abwicklungsbehörde, Elke König begrüßte, dass mit der Auffanglösung eine Pleite der seit längerem angeschlagenen Banco Popular vermieden werden konnte. „Die heute getroffene Entscheidung schützt die Einleger und sichert entscheidende Funktionen der Banco Popular", erklärte sie am Mittwoch. Dies zeige, dass die nach der jüngsten Finanzkrise verschärften europäischen Regeln für die Bankenabwicklung wirksam seien und so verhindert werde, dass bei Schieflagen Steuergelder herangezogen werden müssten, befand König.

Die Banco Popular kämpft seit längerem mit den Spätfolgen der spanischen Immobilienkrise und faulen Krediten in ihren Beständen. Um Kapitallücken zu stopfen, will sich der neue Eigentümer Santander über die Ausgabe neuer Aktien frisches Geld am Markt besorgen: Die Großbank plant eine Kapitalerhöhung von etwa sieben Milliarden Euro.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Wird der Lockdown bis Ende März 2022 andauern? Und was wusste Schäuble?

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte im April 2020 den Lockdown scharf kritisiert. Er sagte, dass man nicht alles über zwei Jahre...

DWN
Politik
Politik WHO lehnt Impfpässe ab: „Corona-Pandemie ist in 10 Monaten vorbei“

Die WHO hat sich gegen die Einführung von Impfpässen ausgesprochen. Diese seien nicht zielführend, zudem sei die Pandemie bald vorbei....

DWN
Politik
Politik „Nie dagewesene Nachfrage“: Corona-Pandemie beflügelt Pharma-Riesen Merck

Eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Pandemie gibt Merck Rückenwind.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin in Gefahr: Es drohen Hackerangriffe, Preisverfall und das endgültige Verbot

DWN-Finanzexperte Andreas Kubin analysiert die Zukunft des Bitcoin.

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Skandal zieht Kreise: Stadt Osnabrück hat Millionen bei Pleite-Bank Greensill

Die niedersächsische Stadt Osnabrück hat nach eigenen Angaben 14 Millionen Euro bei der behördlich geschlossenen Greensill Bank. Wie...

DWN
Politik
Politik Wagenknecht: Daimler sparte 700 Millionen Euro durch Kurzarbeitergeld, schüttet 1,4 Milliarden Euro an Dividende aus

Die Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht kritisiert, dass während der Pandemie Großkonzerne vom Staat massiv unterstützt werden, während...

DWN
Politik
Politik Gutachten: Berliner Senat muss Pädophilen-Netzwerk offenlegen

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein...

DWN
Politik
Politik DWN-EXKLUSIV - Marine-Manöver im Mittelmeer: Türkei bereitet sich auf möglichen Krieg vor

Die Türkei führt im Mittelmeer und in der Ägäis aktuell ein groß angelegtes Marinemanöver durch. Das Land bereitet sich auf einen...