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Gewerkschaft warnt: Diesel-Ablehnung kostet viele Arbeitsplätze

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10.07.2017 02:03
Die IG Metall sieht die deutschen Autobauer vor großen Problemen.
Gewerkschaft warnt: Diesel-Ablehnung kostet viele Arbeitsplätze

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Die Gewerkschaft IG Metall warnt einem Bericht des Spiegel zufolge vor Jobverlusten wegen der Krise bei Dieselfahrzeugen. Der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, habe in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor den negativen Folgen der Diskussion um Dieselfahrverbote gewarnt. Die Regierung müsse "dringend Übergangslösungen" schaffen, damit sich "die Gesamtsituation in den Regionen und Betrieben nicht immer weiter aufheizt".

Die Zulassungszahlen von Diesel-Pkw gingen derzeit "von Monat zu Monat zurück", heißt es in dem Schreiben weiter. Weil aber die Fertigung von Benzinmotoren "deutlich weniger arbeitsintensiv" sei, stünden allein deswegen "etliche tausend Arbeitsplätze auf der Kippe". Dies vertiefe "die ohnehin schon starke Verunsicherung in den Belegschaften über die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze deutlich".

Laut Spiegel beginnen nach Privatkunden auch Großunternehmen, weniger Dieselautos zu bestellen. So wolle der Allianz-Konzern für seine Vertreter verstärkt "Hybridfahrzeuge wie auch Benziner" ordern. Die Deutsche Bahn versuche, "bei laufenden Neubestellungen von Mitarbeiterfahrzeugen den Anteil der Dieselfahrzeuge zu reduzieren", sagte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin.

Die Autoindustrie steht vor einem Dilemma: In vielen Innenstädten drohen wegen der hohen Feinstaubbelastung gerichtliche Fahrverbote. Mitverantwortlich sind vor allem Dieselfahrzeuge. Gleichzeitig stoßen diese weniger Kohlendioxid aus als Benziner.

Elektroautos andererseits werden wegen des hohen Preises, fehlender Ladesäulen und einer geringen Reichweite wenig nachgefragt. Der Skandal um gefälschte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen hat das Vertrauen vieler Verbraucher in die Autobranche zusätzlich erschüttert. In der Autoindustrie in Deutschland arbeiten mehr als 800.000 Menschen, der Umsatz beträgt mehr als 400 Milliarden Euro.


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