Finanzen

Deutsche Bank: Groß-Aktionär weist Gerüchte um Absprachen mit Katar zurück

Lesezeit: 1 min
05.08.2017 21:08
Der chinesische Großaktionär der Deutschen Bank, HNA, weist Spekulationen um Absprachen mit Katar zurück.
Deutsche Bank: Groß-Aktionär weist Gerüchte um Absprachen mit Katar zurück

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Vertreter des chinesischen Deutsche-Bank-Aktionärs HNA im Aufsichtsrat des Frankfurter Geldhauses hat ein gemeinsames Vorgehen mit dem zweiten Großanleger Katar zurückgewiesen. „Die Vorstellung, dass HNA und Katar sich abgesprochen hätten, ist völliger Unsinn“, sagte der Geschäftsführer des Wiener Vermögensverwalters C-Quadrat, Alexander Schütz, dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. HNA hält seine Beteiligung von 9,9 Prozent über C-Quadrat, Katar gehören rund acht Prozent an der Deutschen Bank.

Andere Aktionäre der Deutschen Bank hatten HNA und Katar unerlaubte Absprachen vorgeworfen. Das hat laut Insidern auch die Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen, die dem Vorwurf nachgeht.

Kürzlich wurde bekannt, dass auch die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Überprüfung die beiden größten Anteilseigner aus China und Katar erwägen. Es könne ein so genanntes Inhaberkontrollverfahren geben, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Aufsichtskreise. Die beiden Teilhaber – das chinesische Unternehmen HNA und die Herrscherfamilie von Katar – kontrollierten zwar nur jeweils etwas weniger als zehn Prozent der Anteile, würden aber womöglich trotzdem erheblichen Einfluss ausüben.

Schütz sagte, die Idee, Investoren zu suchen, sei im Herbst 2016 bei C-Quadrat entstanden, als über eine staatliche Rettung der Deutschen Bank spekuliert wurde und der Kurs zeitweise unter zehn Euro fiel. „Da wir bereits über eine enge Beziehung zu HNA verfügten, war es nur logisch, das Thema mit HNA-Geschäftsführer Adam Tan zu besprechen“, sagte Schütz. Erst später habe man auch Kontakt zu Katar wie auch zu anderen bedeutenden Aktionären wie Blackrock aufgenommen, „um ihre Sicht auf die Deutsche Bank kennenzulernen“. HNA gehört inzwischen die Mehrheit an C-Quadrat.

Schütz bekräftigte, dass HNA seine Beteiligung nicht weiter ausbauen wolle. „HNA ist mit dem Anteil von 9,9 Prozent sehr zufrieden, es gibt keine Pläne, die Beteiligung zu erhöhen“, sagte er. „Unser Einfluss wird überschätzt.“

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Target2 macht's möglich: Deutsche Netto-Auslandsvermögen in Gefahr

Die Target-Forderungen Deutschlands innerhalb der EU haben längst astronomische Höhen erreicht. Ökonomen hatten zuvor inständig davor...

DWN
Politik
Politik Drei Brennpunkte bedrohen den Frieden: Schickt der Westen nur Berater - oder seine Armeen?

In seinem meinungsstarken Artikel analysiert DWN-Kolumnist Roland Barazon die weltweite Sicherheitslage.

DWN
Deutschland
Deutschland Gesetzes-Verschärfung steht bevor: Regierung will deutschlandweite Ausgangsbeschränkungen - Bundestag dürfte zustimmen

Die Bundesregierung will mittel einer Gesetzesverschärfung die Einspruchmöglichkeiten der Länder brechen.

DWN
Finanzen
Finanzen Explosion der Immobilien-Preise: Mieten lohnt sich immer öfter als Kauf

In 51 von 75 Städten ist die finanzielle Belastung durch die Miete geringer als beim Kauf. Die Unterschiede sind vor allem in den...

DWN
Deutschland
Deutschland Ernste Lage: Versorgungsengpass bei Lebensmitteln und Rohstoffen droht

In zahlreichen Branchen innerhalb der deutschen Lieferkette droht ein Kollaps bei der Versorgung. „Dann sprechen wir nicht mehr bloß...

DWN
Finanzen
Finanzen Banken sprechen von "Verwahrentgelt": In Wahrheit handelt es sich um Strafzinsen

Immer mehr deutsche Banken und Sparkassen berechnen ihren Kunden Strafzinsen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nord Stream 2: Deutschland gegen Polen, die Ukraine und das Baltikum

Im Streit um das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 sind die Fronten verhärtet. Während Deutschland und Russland das Projekt fördern, werden...

DWN
Politik
Politik CDU-Kanzlerkandidatur: Merz kämpft jetzt für Laschet - und gegen Söder

Friedrich Merz hat den möglichen Kanzlerkandidaten Markus Söder (CSU) aufgefordert, doch erstmal die Landtagswahlen in Bayern zu...