Politik

UN-Sicherheitsrat verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

Lesezeit: 2 min
07.08.2017 17:07
Der UN-Sicherheitsrat hat auf Druck der USA die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft.
UN-Sicherheitsrat verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

Mehr zum Thema:  
Russland > China > UN > USA > Asien >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Russland  
China  
UN  
USA  
Asien  

Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests erhöht der UN-Sicherheitsrat den Druck auf Nordkorea. Das Gremium beschloss am Samstag einstimmig schärfere Sanktionen gegen Nordkorea, berichtet Reuters. Der Regierung in Pjöngjang wird die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Blei und Fisch verboten, um die Exporteinnahmen von bisher drei Milliarden Dollar jährlich um ein Drittel zu kappen. Nordkoreas letzter Verbündeter China nannte die Strafmaßnahmen angemessen und drängte das Land zur Wiederaufnahme des internationalen Dialogs über sein umstrittenes Atomprogramm.

Die von den USA eingebrachte Resolution beinhaltet auch das Verbot neuer Joint-Ventures mit Nordkorea. In bestehende Gemeinschaftsunternehmen darf kein zusätzliches Geld gesteckt werden. Die Zahl nordkoreanischer Arbeiter im Ausland darf nicht steigen, und die wichtigste Außenhandelsbank des Landes kommt wie drei weitere Organisationen und neun Personen auf eine schwarze Liste. Die entsprechenden Vermögenswerte im Ausland werden eingefroren.

US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung des Sicherheitsrats, in dem die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich ein Vetorecht haben. „China und Russland haben mit uns gestimmt“, betonte er auf Twitter. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley sagte, mit dem Beschluss habe man das Problem allerdings noch nicht gelöst. „Weitere Maßnahmen müssen folgen.“ Denn die nordkoreanische Bedrohung sei nicht gebannt. „Sie wird immer gefährlicher“, sagte Haley. Die US-Diplomatin kündigte an, dass die USA und Südkorea ihre jährlich stattfindenden Manöver fortsetzen würden. Nordkorea hat beiden Staaten vorgeworfen, die Spannungen mit den Übungen zu erhöhen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi erklärte nach einem Gespräch mit seinem nordkoreanischen Kollegen Ri Yong Ho in Manila, es sei zwar nicht einfach, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren, ein solcher Schritt gehe aber in die richtige Richtung und müsse von allen Seiten ins Auge gefasst werden. „Auf der koreanischen Halbinsel beginnt nun eine kritische Phase (...) Sanktionen sind nötig, sind aber nicht das endgültige Ziel.“

In den ausgesetzten Sechs-Parteien-Gesprächen zwischen den beiden koreanischen Staaten, den USA, Russland, China und Japan soll Nordkorea zur Abkehr von seinem Atomwaffenprogramm bewegt werden. 2009 erklärte das kommunistische Land seinen Ausstieg aus den Gesprächen.

Gegen Nordkorea gibt es wegen der Raketen- und Atomprogramme bereits seit 2006 UN-Sanktionen. Zuletzt erprobte das Land im Juli zwei Interkontinentalraketen. Die zuletzt getestete Rakete hätte Experten zufolge auch die US-Westküste erreichen können. Die USA haben in Südkorea ihrerseits ein Raketensystem namens THAAD aufgebaut.

Trotz des einstimmigen Votums wurden am Samstag erneut Differenzen zwischen China und den USA deutlich: Der chinesische UN-Botschafter Liu Jieyi forderte von den Regierungen in Washington und Seoul, THAAD abzuziehen.

Dieses trage nicht zur Lösung des Konfliktes bei. Russland schloss sich dieser Forderung an. Sein UN-Botschafter Wassili Nebensia sagte, er hoffe, dass die jüngsten Äußerungen von US-Außenminister Rex Tillerson aufrichtig gemeint gewesen seien, wonach die USA keinen Regimewechsel in Nordkorea anstrebten, keine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea erzwingen wollten und auch keine Militärintervention beabsichtigten.

China hat die Stationierung des US-Raketensystems wiederholt kritisiert, weil das Radar auch weit in sein Territorium reichen soll. Trump wiederum fordert von China, mehr Druck auf die Regierung in Pjöngjang auszuüben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Russland > China > UN > USA > Asien >

DWN
Politik
Politik Chinas Sozialkreditsystem: Orwellsches Schreckgespenst oder reiner Mythos?

Das chinesische System der sogenannten "Sozialkredite" taucht regelmäßig in den Medien auf. Fast immer jedoch ist die Darstellung...

DWN
Politik
Politik Gegen Biden: Türkei, Russland und China wollen gemeinsam Luftabwehrsystem produzieren

Ein einflussreicher türkischer Außenpolitiker hat verkündet, dass die Türkei, Russland und China ihre Kooperation bei der Verteidigung...

DWN
Politik
Politik „Putin festnageln“: Wie Victoria Nuland Russlands Präsident stürzen will

Die US-Diplomatin Victoria Nuland, die unter Joe Biden eine wichtige Rolle spielen könnte, hat vor wenigen Monaten in einer Analyse...

DWN
Politik
Politik Norwegen: Anzahl der Toten nach Corona-Impfung steigt von 23 auf 29

Bloomberg berichtet, dass in Norwegen die Anzahl der Toten nach Corona-Impfungen von 23 auf 29 Personen gestiegen ist. Alle gemeldeten...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank: Privathaushalte sparen in der Corona-Krise vor allem Bargeld

Ausgerechnet in der Pandemie sind die Menschen in Deutschland in Summe so reich wie nie. Privathaushalte sparen wie die Weltmeister Bargeld...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin: Lohnt sich der Einstieg noch oder ist es zu spät?

Wer in Bitcoin investieren will, braucht aufgrund der extremen Kurssprünge starke Nerven. Wer dafür bereit ist, erfährt hier, wie in...

DWN
Deutschland
Deutschland Reale Gefahr: Wenn ein Cyber-Angriff auf unser Stromnetz stattfindet, bricht die Nahrungsmittelversorgung zusammen

Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf das deutsche Stromnetz ist real. Sollte tatsächlich ein Cyber-Angriff stattfinden, würde die gesamte...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Billionen in neun Monaten: Wie hoch kann die Fed-Bilanz noch steigen, bevor das System crasht?

DWN-Gastautor Andreas Kubin analysiert die besorgniserregenden Ereignisse rund um die Federal Reserve. Ausgehend von einem Ereignis, das...

DWN
Deutschland
Deutschland „Zwangsanweisung und höhere Bußgelder“: Härteres Vorgehen gegen Quarantäne-Verweigerer geplant

Mehrere Bundesländer wollen in der Corona-Pandemie härter gegen Quarantäne-Verweigerer vorgehen. Neben hohen Bußgeldern kommt es...

DWN
Politik
Politik Nach Todesfällen in Norwegen: China fordert Streichung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTec

China fordert, dass der Corona-Impfstoff von BioNTec/Pfizer weltweit gestrichen wird. Zuvor waren 23 Personen in Norwegen nach einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Weil es sich lohnt: Corona-Krise treibt Nachfrage nach Goldbarren

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass die unabhängig vom Goldpreis in physisches Gold in Form von Goldbarren investieren. Doch auch...

DWN
Politik
Politik Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft ist zu Ende: Wie Angela Merkel viele Brände löschte - und einige Feuer neu entfachte

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert einen - humorigen, aber höchst kompetenten - Rückblick blickt auf die sechsmonatige deutsche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der Corona-Lockdown wird bis zum Juni 2021 andauern

Die Bevölkerung und das deutsche Unternehmertum sollten sich nichts vormachen lassen. Der Lockdown wird in verschiedenen Intensitäten bis...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Amazon: "Wir machen der Deutschen Post bestimmt keine Konkurrenz"

Ein Akteur, der stark von der Pandemie profitiert, ist Amazon. Wie der Konzern mit den Großpaketdiensten zusammenarbeitet, welche...