Finanzen

Bank-Aktien stehen europaweit unter Druck

Lesezeit: 1 min
09.08.2017 13:46
Anleger trennen sich in ganz Europa von Bank-Aktien.
Bank-Aktien stehen europaweit unter Druck

Mehr zum Thema:  
Banken >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  

Die verbale Zuspitzung im Konflikt zwischen Nordkorea und den USA hat am Mittwoch den Druck auf den deutschen Aktienmarkt wieder deutlich erhöht, berichtet die dpa. Der Leitindex Dax sank am Nachmittag um 1,40 Prozent auf 12.119,48 Punkte.

Der Leitindex steht damit nur knapp über der bislang als Unterstützung dienenden Marke von 12.100 Punkten, die er im Tagesverlauf bereits touchiert hatte. Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sieht nun ein steigendes Risiko, dass der Dax darunter rutscht. Der MDax der mittelgroßen Werte gab zuletzt um 1,55 Prozent auf 24.762,04 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,51 Prozent auf 2249,84 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,70 Prozent runter.

Die Verluste an den Aktienmärkten seien vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen keine Überraschung, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets. Weil die Handelsvolumina derzeit niedrig seien, könnten die Kurse allerdings schnell noch weiter sinken, wenn die Kriegsrhetorik nicht zurückgefahren werde.

Nach Berichten über große Fortschritte Nordkoreas mit seinem Atom- und Raketenprogramm hatte US-Präsident Donald Trump dem Land indirekt militärische Gewalt angedroht. Das nordkoreanische Militär konterte nur wenige Stunden danach mit der Drohung eines Raketenangriffs auf die US-Pazifikinsel Guam.

Bankenwerte verloren in dem schwachen Gesamtmarkt überdurchschnittlich. Im Dax sackten die Anteile der Commerzbank und der Deutschen Bank als größte Verlierer in dem Index um jeweils rund 4 Prozent ab.  „In diesem Umfeld will keiner zu viele Banktitel im Depot haben“, sagte ein Händler. Zudem spekulierten wohl einige, dass Zinserhöhungen im Falle einer geopolitischen Krise unwahrscheinlicher würden. Der Finanzbranche macht das ultra-niedrige Zinsniveau seit Jahren zu schaffen, und viele hatten gehofft, mit der Zinswende in den USA würde sich die Lage für die Geldhäuser bald verbessern.

Die Bilanzsaison hierzulande geriet angesichts der aktuellen politischen Spannungen fast schon etwas in den Hintergrund. Beim Rückversicherer Munich Re hatten geringe Katastrophenschäden und eine Steuergutschrift einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal abgemildert. Zu Aktienrückkaufen hat sich der neue Vorstandschef Joachim Wenning aber erst einmal nicht geäußert. Munich-Re-Papiere verloren zuletzt fast 3 Prozent.

Der Energiekonzern Eon profitierte im zweiten Quartal von der Rückzahlung der Atomsteuer und will den Aktionären nun mehr Dividende zahlen. Die Eon-Aktien gaben zwar nach, aber mit einem knappen halben Prozent Kursverlust weniger als der Gesamtmarkt.

 

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Banken >

DWN
Unternehmen
Unternehmen Energiehilfen: Ernährungsindustrie kämpft mit hohen Barrieren

Trotz Strom- und Gaspreisbremse tappt die Ernährungsindustrie bezüglich der Planungssicherheit im Dunkeln. Die Höhe der Entlastungen ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Am Vorabend des neuen Goldstandards? Wie Gold zur ultimativen Währung wurde

Die Zentralbanken kaufen Gold wie verrückt, weshalb zunehmend von einer Rückkehr zum globalen Goldstandard die Rede ist. Doch woher hat...

DWN
Politik
Politik Paukenschlag in den Tropen: Brasiliens Lula liest Scholz die Leviten

Nach dem Wunsch der Bundesregierung soll Brasilien Munition für die Ukraine bereitstellen. Präsident Lula denkt gar nicht daran – und...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Schulden steigen rasant, werden immer teurer – und in Geheimhaushalten versteckt

Der Bund der Steuerzahler weist in einem Report auf bemerkenswerte und besorgniserregende Vorgänge bei den deutschen Staatsschulden hin.

DWN
Politik
Politik China: USA haben Ukraine-Krise ausgelöst und fachen sie weiter an

Die chinesische Regierung sieht eine zentrale Verantwortung für die Ukraine-Krise bei der US-Regierung.

DWN
Politik
Politik Faeser will in Hessen an die Macht - Union fordert Rücktritt

Innenministerin Nancy Faeser will offenbar Ministerpräsidentin von Hessen werden, aber auch weiterhin in der Bundespolitik bleiben.

DWN
Finanzen
Finanzen Banken im Euro-Raum verschärfen Kreditvergabe beträchtlich

Der wirtschaftliche Abschwung und die gestiegenen Zinsen krempeln den Kreditmarkt um.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland verschifft so viel Rohöl wie zuletzt im Juni

Russlands Öl-Exporte auf dem Seeweg sind auf den höchsten Stand seit Juni gestiegen. Der Markt scheint sich effizient an die Sanktionen...