Politik

Krieg verloren: Söldner setzen sich aus Syrien ab

Lesezeit: 2 min
11.08.2017 17:06
Viele Söldner in Syrien geben den Krieg offenbar verloren und setzen sich in andere Länder ab.
Krieg verloren: Söldner setzen sich aus Syrien ab

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Einem Bericht des englischsprachigen Dienstes von Reuters zufolge zieht derzeit ein Teil jener Söldner, die über sechs Jahre hinweg gegen die Regierung in Damaskus gekämpft haben, aus Syrien ab. Reuters hat diesbezüglich mit einem Söldner mit dem Namen Abu Mohammed gesprochen, der sich in die Türkei abgesetzt hat. Nach eigenen Aussagen seien er und weitere Söldner „müde vom Krieg und vom Blutvergießen“. Der 27-Jährige sagte, er und weitere Kämpfer hätten den Friedensvertrag in Moadamiya unterzeichnet. Der Vorort von Damaskus war bis zum vergangenen Jahr unter der Kontrolle der Söldner, bis die syrische Armee (SAA) den Ort befreite.

Ali Haidar, der syrische Minister für die Verhandlungen mit den Söldnern, sagte zuvor, dass viele Söldner die Waffen niedergelegt hätten, um sich anschließend der SAA anzuschließen. Abu Mohammed hatte ebenfalls diese Möglichkeit. Doch er wollte sich nicht der SAA anschließen.

Die syrische Regierung hat bisher eine Reihe von Friedensabkommen mit mehreren Söldner-Truppen abgeschlossen. So legten auch die Söldner in Daraya, Qudsaya und al-Tal – Orte, die zuvor Söldner-Hochburgen gewesen sind – ihre Waffen nieder. Der Konflikt hat sich nach Angaben von Reuters zugunsten der syrischen Regierung verschoben. Allerdings habe die Regierung den Söldnern und Bewohnern der befreiten Gebiete freies Geleit garantiert. Syrische Regierungsbeamte meinen, dass es den Söldnern und Zivilisten in den befreiten Gebieten überlassen bleibt, ob sie bleiben oder gehen wollen.

Sowohl Einwohner des Orts Moadamiya als auch syrische Regierungsbeamte bestätigten Reuters, dass die Autorität in dem Ort wiederhergestellt sei. Es würden sich zudem weder bewaffnete Söldner noch Regierungssoldaten in Moadamiya befinden. Die Flucht der Söldner aus Syrien erfolgt allerdings nicht kostenlos. Die Söldner, die ihre Waffen niedergelegt haben, werden vom syrischen Staat beobachtet. Nach Aussagen ehemaliger Söldner verlangen Menschenschmuggler etwa 2.600 Dollar pro Person, um die Betroffenen in die Nachbarländer zu schmuggeln. So ist beispielsweise die Ausreise in die Türkei hochkompliziert, da die türkischen Behörden mittlerweile Visa von Syrern verlangen.

Einem weiteren Bericht des englischsprachigen Diensts von Reuters zufolge hat die SAA gemeinsam mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah am Donnerstagnachmittag 30 Kilometer entlang der syrisch-jordanischen Grenze von Söldner-Truppen gesäubert. Auch in diesem Teil des Landes könnte bald eine Fluchtwelle in Richtung Jordanien beginnen. Die SAA teilte mit, dass dies ein „großer Erfolg“ sei. Zuvor hatte die SAA zeitgleich mit der libanesischen Armee eine Offensive gegen die Söldner entlang der syrisch-jordanischen Grenze durchgeführt. Die libanesische Armee wies Berichte, wonach die Offensive gegen die Söldner mit der Regierung in Damaskus koordiniert wurde, jedoch zurück.

Am vergangenen Samstag hatte die SAA Al-Suchna, die letzte ISIS-Hochburg in der Provinz Homs, befreit. Ausschlaggebend für die Rückschläge der Söldner dürfte auch sein, dass die US-Regierung im Juli Waffenlieferungen und Finanzhilfen an die Söldner über die CIA gestoppt hatte. Die CIA hatte 2013 unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama ein verdecktes Programm mit Waffenlieferungen begonnen. Der Auslandsgeheimdienst rüstete Söldner mit leichten Waffen und Munition aus. Auch die Golf-Staaten rüsten Söldner in Syrien aus. US-Präsident Trump will Kriegseinsätze grundsätzlich der Armee unterstellen und nicht den Geheimdiensten. Diese würden durch einen derartigen Strategiewechsel an Bedeutung verlieren, was Budget-Kürzungen zur Folge hätte. Teile der Geheimdienste bekämpfen Trump erbittert, seit er im Amt ist.

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