Finanzen

US-Banken warnen Anleger: Es könnte abwärts gehen

Lesezeit: 2 min
25.08.2017 02:49
Mehrere Großbanken rechnen mit einer Trendwende am Aktienmarkt.
US-Banken warnen Anleger: Es könnte abwärts gehen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Großbanken HSBC, Citigroup und Morgan Stanley warnen vor einer deutlichen Trendwende am Aktienmarkt. Bloomberg berichtet, dass die Analysen der Banken ergeben hätten, dass der lange Aufwärtszyklus schon bald beendet sein könnte. Als Grund geben die Banken an, dass sich die Kurse von den realen Entwicklungen bei den Unternehmen und in anderen Anlageklassen abgekoppelt hätten. Sicheres Indiz für die Diskrepanz sei die Tatsache, dass Anleger Unternehmen, die sehr gute Zahlen vorgelegt hätten, nicht belohnen würden. Oxford Economics verweist darauf, dass der Wert der Güter nach Abzug der Produktionskosten gesunken sei - ein Indiz, dass weitere Steigerungen der Profitabilität nur schwer zu erreichen seien.

Bloomberg berichtet außerdem von einer einzelnen auffälligen Wette, die im großen Stil auf einen fallenden Dollar setze. Der Händler spekuliert offenbar damit, dass Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag beim Notenbanken-Gipfel in Jackson Hole eine raschere Anhebung der Leitzinsen verkünden könnte.

Der Dow Jones Industrial beendete den Handel 0,13 Prozent tiefer auf 21 783,40 Punkte. Der breiter aufgestellte S&P 500 verlor 0,21 Prozent auf 2438,97 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 0,30 Prozent auf 5834,44 Punkte ein.

In den USA waren die Verkäufe bestehender Häuser im Juli überraschend gesunken und reihten sich damit in die bereits am Mittwoch enttäuschenden Daten zu den Neubauverkäufen im Juli ein. Zudem war am Vortag der vom Institut Markit veröffentlichte Einkaufsmanagerindex Industrie für den Monat August schwächer als prognostiziert ausgefallen und hatte bereits für eine leicht gedrückte Stimmung unter den Anlegern gesorgt.

Das Interesse an den Finanzmärkten richtet sich ansonsten bereits auf die Notenbankkonferenz in Jackson Hole. Mit Spannung werden dort die am späteren Freitag angesetzten Reden der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen und des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, erwartet. Laut Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda dürfte dann auch auf «kleinste Hinweise» zur künftigen Geldpolitik in den USA und Europa geachtet werden.

Unter den Einzelwerten rückten im Dow im späteren Handelsverlauf die Aktien von Wal-Mart in den Fokus, die am Index-Ende 2 Prozent einbüßten. Zudem rutschten Target um 4 Prozent ab, nachdem Amazon Preissenkungen angekündigt hatte. Der Online-Handelsgigant verliert keine Zeit und kündigte schon an, nach Abschluss der Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods dort die Preise reduzieren zu wollen. Erst tags zuvor war bekannt geworden, dass die US-Handelsbehörde FTC Amazon den Kauf von Whole Foods genehmigt hatte. Die Amazon-Papiere verringerten ihre zeitweiligen Verluste von etwas mehr als 1 Prozent auf letztlich 0,58 Prozent.

Die Papiere der Kaufhauskette Sears gaben ihre Gewinne von zeitweise etwas mehr als 12 Prozent wieder komplett ab und beendeten den Tag mit minus 0,23 Prozent. Sears hatte am Vortag nach Börsenschluss über deutliche, aber weniger heftig als erwartete Umsatzeinbußen im vergangenen Quartal berichtet und Ladenschließungen angekündigt.

An der Nasdaq sprangen dagegen die Aktien des Discounters Dollar Tree nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen um fast 6 Prozent hoch. Für Tiffany & Co ging es nach einem freundlichen Auftakt hingegen am Ende um etwas mehr als 1 Prozent nach unten, obwohl das Ergebnis des Schmuckhändlers im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen hatte.

Um rund 17 Prozent sprangen die Anteile von Abercrombie & Fitch in die Höhe. Im zweiten Quartal war der Umsatz des Textilhändlers nicht so deutlich gesunken wie von Experten befürchtet. Zudem war der Quartalsverlust wegen Kosteneinsparungen nicht so hoch ausgefallen wie Analysten vorhergesagt hatten.

Im Technologiebereich legten HP Inc um knapp 3 Prozent zu. Laut Händlern hatte der Computer- und Druckerhersteller zwar mit seinem Ausblick für das vierte Geschäftsquartal die Erwartungen einiger Analysten verfehlt, nun aber schon das vierte Jahresviertel in Folge einen Umsatzanstieg verbucht.

Der Kurs des Euro ging im US-Handel auf moderate Berg- und Talfahrt und wurde zur Schlussglocke an der Wall Street zu 1,1802 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1806 (Mittwoch: 1,1799) Dollar festgesetzt. Am US-Rentenmarkt gaben wegweisende zehnjährige Staatsanleihen um 7/32 Punkte auf 100 16/32 Punkte nach und rentierten mit 2,19 Prozent.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Bargeld vor dem Aus? Der digitale Dollar wird schneller kommen als uns lieb ist

Ein Gesetz zur Einführung des digitalen Dollars wird voraussichtlich in den kommenden Monaten vom US-Kongress verabschiedet. Der...

DWN
Politik
Politik Offizieller Plan zur Aufhebung der Reisefreiheit für Corona-Impfgegner

Der internationale Flugverband IATA will einen digitalen Corona-Impfpass einführen. Wer bereit ist, sich gegen Corona impfen zu lassen,...

DWN
Politik
Politik Wikileaks: CIA führt Cyber-Kriege von US-Konsulat in Frankfurt aus

Wikileaks hatte im Jahr 2017 eine große Datenmenge über die Arbeit der CIA veröffentlicht. Die Dokumente zeigen, wie massiv die CIA im...

DWN
Politik
Politik DWN-SPEZIAL - Bericht: US-Armee führte Razzia bei CIA in Frankfurt wegen „US-Wahlmanipulation“ durch

Thomas McInerney, US-amerikanischer Drei-Sterne-General a.D., sagt, dass US-Spezialeinheiten eine Razzia in einer CIA-Einrichtung in...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach drei Jahren: Bitcoin steigt auf Rekordhoch

Am Montag überstieg der Bitcoin-Kurs seinen bisherigen Rekordstand vom Dezember 2017. Reißt der Kurs als nächstes die Marke von 20.000...

DWN
Politik
Politik Wahlbetrug? US-Richter lässt Stimmenzähl-Maschinen in Georgia „einfrieren“

Ein Bezirksrichter im US-Bundesstaat Georgia hat drei Wahlmaschinen „einfrieren“ lassen. Es soll offenbar eine forensische Inspektion...

DWN
Deutschland
Deutschland Finanzminister Scholz: „Ich unterstütze die Arbeit der EZB an einem digitalen Euro voll”

Bundesfinanzminister Scholz konstatiert einen starken Trend hin zu bargeldlosen, digitalisierten Bezahlmöglichkeiten in Europa: „Es gibt...

DWN
Deutschland
Deutschland Minus 0,3 Prozent: Inflation fällt auf tiefsten Stand seit 2015

Die gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten drücken die deutsche Inflationsrate auf den tiefsten Stand seit Januar 2015. Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Russischen Wissenschaftlern gelingt Durchbruch beim 3-D-Druck in der Raumfahrt

Der 3-D-Druck spielt mittlerweile in immer mehr Wirtschaftssegmenten eine wichtige Rolle – auch in der Luft- und Raumfahrt-Industrie....

DWN
Finanzen
Finanzen Dax-Ausblick für den Dezember: Volle Konzenzatrion auf Lagardes milliardenschweres Pandemie-Paket

Eine weitere Erholung von der Pandemie oder doch wieder massive Rückgänge? Das ist die Frage an den deutschen Börsen im letzten Monat...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schnäppchen-Event „Black Week“: Eine schwarze Woche für Amazon-Angestellte

Amazon schränkt den Datenschutz und die Rechte seiner Angestellten Berichten zufolge systematisch ein. Die Organisation Amnesty...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Massenentlassung bei MAN: Betriebsrat zieht gegen Konzernführung vor Gericht

Der Betriebsrat des Lastwagenbauers MAN zieht gegen die Unternehmensleitung vor Gericht. Der Streitfall reiht sich in eine Serie anderer...

DWN
Politik