Politik

Syrischer Armee gelingt offenbar Durchbruch bei Deir Ezzor

Lesezeit: 1 min
05.09.2017 17:40
Der Syrischen Armee könnte in Deir Ezzor ein wichtiger Durchbruch gelungen sein.
Syrischer Armee gelingt offenbar Durchbruch bei Deir Ezzor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die syrische Armee (SAA) hat am Dienstag offenbar die Belagerung der ostsyrischen Stadt Deir Ezzor durchbrochen. Das berichtet die BBC. Auch französische Medien berichten über den Durchbruch:

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

CNN berichtet, dass Deir Ezzor neben Rakka die letzte große Hochburg von ISIS in Syrien gewesen ist. Kürzlich hatten bereits im Nachbarland irakische Regierungskräfte ISIS aus Tal Afar und Mossul vertrieben, so der Sender.

Die Washington Post berichtet ebenfalls über den Durchbruch der SAA in Deir Ezzor. Das Blatt fügt hinzu, dass die Rückeroberung von Deir Ezzor für die syrische Regierung nach der Rückeroberung von Aleppo höchste Priorität gehabt hat.

Die Stadt, die in Syrien auch als Öl-Haupstadt Syriens gilt, wurde zuvor von der Terror-Miliz ISIS kontrolliert. Nach Angaben der syrischen staatlichen Nachrichtenagentur SANA haben sich mittlerweile am Stadtrand pro-syrische Milizen der 137. Brigade der SAA angeschlossen. Die SAA wurde von der russischen Luftwaffe unterstützt. Zudem feuerte das russische Kriegsschiff Admiral Essen Raketen des Typs Cruise Missile auf ISIS-Ziele in Deir Ezzor. Die Raketen sollen nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums Kommando- und Kommunikationsposten, Munitionsdepots und eine Anlage zur Reparatur von gepanzerten Fahrzeugen zerstört haben. Dabei soll auch eine große Gruppe von ISIS-Kämpfern ums Leben gekommen sein, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS zitiert das russische Verteidigungsministerium aus einer Mitteilung: "Am Morgen des 5. September startete die Fregatte Admiral Essen, die zur Schwarzmeerflotte gehört und sich derzeit im Mittelmeer befindet, Angriffe mit Raketen des Kalibers Cruise Missile gegen die Einrichtungen der terroristischen Organisation Islamischer Staat in der Nähe von Deir Ezzor. Der Angriff richtete sich gegen eine Festung von Gruppen aus militanten Kämpfern, von denen die meisten aus Russland und anderen GUS-Mitgliedsstaaten stammen. Die Wirksamkeit des Raketenangriffs wurde durch Aufklärungsflugzeuge und Drohnen bestätigt. Am Montag konnten die syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe die Stadt Akerbat im Osten der Provinz Hama von ISIS befreien."

Seit dem Jahr 2015 wurden in Deir Ezzor schätzungsweise 93.000 Zivilisten festgehalten. Sie waren auf eine Luftbrücke der UN angewiesen, die Nahrung und Medizin mit Flugzeugen abwarf.

Trotz des möglichen Erfolgs gegen ISIS in Deir Ezzor sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag auf dem BRICS-Treffen im chinesischen Xiamen, dass es noch zu früh sei, um in Euphorie auszubrechen. "Können wir sagen, dass ISIS und Jabhat al-Nusra (beides Terror-Gruppen, die in Russland verboten sind) und andere terroristische Formationen nun ein für allemal weg sind? Ich denke, es ist zu früh, um das zu sagen. Aber es ist eine Tatsache, dass sich die Situation in Syrien radikal verändert hat", zitiert die TASS Putin. Die Situation verändere sich zugunsten der SAA.

Die SAA und Russland verfolgen das Ziel, bis zur irakischen Grenze weiter im Osten vorzustoßen. Dann könnten sie eine Landverbindung von der Hauptstadt Damaskus bis in den Irak und weiter bis in den Iran schaffen. Dies wäre auch im Interesse des Iran, da das Land versucht, einen Korridor bis ans Mittelmeer zu schaffen. Bei der Verwirklichung dieses Ziels wird der Iran von der libanesischen Hisbollah-Miliz und den irakischen Milizen der Gruppe Al-Haschd asch-Schabi unterstützt.

Nach Einschätzung der türkischen Zeitung Aydınlık wäre ein Erfolg der Syrischen Armee in Deir Ezzor aus mehreren Gründen bedeutsam. In der Stadt befinde sich ein Flughafen, das für die Versorgung von Truppen und Zivilisten wichtig ist. Hinzu kommen ein Militärstützpunkt, Öl- und Waffendepots und eine wichtige Öl-Station. Deir Ezzor ist die siebtgrößte Stadt Syriens. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus sunnitischen Arabern. Doch es gibt auch einen signifikanten Bevölkerungsanteil an Armeniern und kleinere Bevölkerungsteile an Kurden und Assyrern. Die Stadt befindet sich 120 Kilometer entfernt von der Stadt Rakka, die derzeit von den Kurden-Milizen unter der Führung der USA eingenommen wird. Hätte die SAA Deir Ezzor komplett an ISIS oder andere internationale Söldner verloren, hätte dies den Verlust Ost-Syriens nach sich gezogen, weil Deir Ezzor das strategisch wichtige Zentrum Ost-Syriens ist. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die SAA an die syrisch-irakische Grenze vordringen wolle, um sich dort geographisch mit den pro-iranischen schiitischen Milizen, die im Irak gegen ISIS kämpfen, zusammenzuschließen. Sollte dieser Zusammenschluss gelingen, wäre der Osten Syriens nahezu komplett befreit. Die Terror-Miliz ISIS hätte dann keine Chance mehr, einen Rückschlag vorzunehmen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...

DWN
Deutschland
Deutschland Andrij Melnyk: Der Mann mit dem Zeigefinger

Der ukrainische Botschafter mag noch so sehr im Recht sein - er läuft Gefahr, potentielle Unterstützer zu verprellen.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Warum die Sanktionen des Westens an Russland abprallen

Analysten sind überrascht, dass die Sanktionen des Westens der russischen Wirtschaft kaum Schaden zufügen. Russland war offenbar gut auf...

DWN
Politik
Politik Nach Niederlage in Mariupol: Ukraine fürchtet russische Offensive im Donbass

Nachdem die russischen Truppen die Hafenstadt Mariupol erobert haben, befürchtet die Ukraine nun eine Offensive im nahegelegenen Donbass.

DWN
Politik
Politik Machtwechsel in Australien: Premier räumt Wahlniederlage ein

Australiens Konservativen von Ministerpräsident Scott Morrison müssen nach fast neun Jahren abtreten. Doch die Labor-Partei benötigt...

DWN
Deutschland
Deutschland ADAC startet bundesweite Fahrrad-Pannenhilfe

Pannenhilfe und individuelle Mobilität stehen für den ADAC weiterhin an erster Stelle. Nun auch, wenn ein Mitglied mit dem Fahrrad...