Politik

Sarkozy: Nach dem Sturz wird er wieder als Anwalt arbeiten

Lesezeit: 1 min
10.05.2012 14:02
Sarkozy verabschiedet sich von der Politik: In Zukunft will er als Anwalt Karriere machen. Bevor er jedoch Klienten vertritt, muss er sich wahrscheinlich erst selbst vor Gericht verantworten, denn von der politischen Immunität ist ab Mitte Juni nicht mehr geschützt.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach seiner Niederlage in der französischen Präsidentschaftswahl (mehr hier) kehrt Nicolas Sarkozy der Politik endgültig den Rücken und will zukünftig wieder als Anwalt arbeiten, wie sein Umfeld berichtet. „Er wird wieder als Anwalt arbeiten“, bestätigt Jugendfreund Patrick Balkany. Eine spätere Rückkehr zur Politik schließt er aus. „Er war Bürgermeister, Abgeordneter, Minister, Präsident: Er wird das nicht noch einmal wiederholen“, erklärt er.

Sarkozy ist Teilhaber der Kanzlei Arnaud Claude & Associés in Paris und seit über 40 Jahren bei der Anwaltskammer eingeschrieben. Versicherungsgesellschaften, Banken, Immobilienentwickler, Autohersteller und Kommunalbehörden gehören zu den Klienten der Kanzlei. Auf den Job als Anwalt ist er eigentlich gar nicht angewiesen, denn als ehemaliger französischer Präsident steht ihm zu, Mitglied des Verfassungsrats zu werden. Hier würde er 12.000 Euro monatlich verdienen.

Bevor er jedoch als Anwalt Klienten vertritt, muss er sich wahrscheinlich erst selbst vor Gericht verantwortet. Denn seine Immunität als Politiker schützte ihn bisher vor einem Verfahren wegen illegaler Wahlkampfspenden. Schon seit mehreren Jahren stehen die Anschuldigungen in Raum, konnten aber nicht weiter verfolgt werden. Das Vermögen der angeblichen Spenderin, Liliane Bettencourt, wird auf mehrere Milliarden geschätzt.

Sarkozys ehemalige Steuerberaterin Claire Thibout behauptet, die L'Oréal-Erbin habe den Politiker 2007 mit hohen Beträgen im Wahlkampf unterstützt. Bettencourt selbst gibt zu, für den Wahlkampf gespendet zu haben, dabei habe es sich aber ausschließlich um legale Spenden gehandelt. In seinem Urlaub an der französischen Riviera, den Sarkozy jetzt antreten möchte, wird er sich nun wohl auch auf das drohende Verfahren vorbereiten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Weiterentwicklung: Digitale bAV-Verwaltung für mehr „Human“ im HR

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Mali: Russland weitet Einfluss mithilfe von Söldnern aus

Die malische Regierung versucht, russische Söldner im Kampf gegen Islamisten anzuheuern. Während europäische Truppen ihr Engagement in...

DWN
Deutschland
Deutschland Internationale Pressestimmen zur Bundestagswahl: „Wie soll man bloß eine Mutter austauschen?“

Die internationale Presse reagiert auf verschiedene Art und Weise auf den Ausgang der Bundestagswahl. Einige Medien behaupten, dass die...

DWN
Politik
Politik Bundestag erreicht Rekordgröße, konstituierende Sitzung wohl im Paul-Löbe-Haus

Dem neuen Bundestag werden 735 Abgeordnete angehören - deutlich mehr als je zuvor. Das weitere Anwachsen hat Folgen.

DWN
Finanzen
Finanzen Das globale Geldsystem basiert auf Vertrauen … und Macht

Die Deutschen lieben Bargeld. Jedoch macht dieses nur einen kleinen Teil der im Umlauf befindlichen Geldmenge aus, rund 90 Prozent...

DWN
Deutschland
Deutschland WAHL-TICKER: Transgender-Frauen ziehen für Grüne in Bundestag ein

Lesen Sie im Folgenden unseren Ticker zu den Nachwehen und Erkenntnissen aus der Bundestagswahl, den wir laufend für sie aktualisieren...

DWN
Politik
Politik Minister: Draghi wird Regierung Italiens nicht zusammenhalten können

Italiens Regierungschef Mario Draghi werde es nicht schaffen, die verschiedenen Kräfte in der Regierung zusammenhalten, könnte aber...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax nach Bundestagswahl im Aufwind

Mit Erleichterung reagieren Anleger auf den Ausgang der Bundestagswahl. Mit beiden jetzt wahrscheinlichen Koalitionen können die Börsen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zulieferer von Apple und Tesla müssen Produktion in China einstellen

Mehrere Zulieferer von Apple und Tesla haben Teile ihrer Produktion in China eingestellt. Als Grund nannten sie Einschränkungen bei der...