Politik

US-Regierung kritisiert Handelsorganisation WTO scharf

Lesezeit: 1 min
12.12.2017 16:58
Die US-Regierung kritisiert die Welthandelsorganisation WTO scharf und macht gegen China mobil.
US-Regierung kritisiert Handelsorganisation WTO scharf

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hat mit einer Grundsatzkritik an der WTO Befürchtungen genährt, die USA könnten von der Welthandelsorganisation abrücken. Lighthizer beklagte auf der WTO-Ministerkonferenz am Montag in Buenos Aires, viel zu viele Länder befolgten die Handelsregeln der Organisation kaum. Etliche reichere Länder hätten sich zudem unfaire Vorteile im Handel verschafft. „Wir können nicht weiter eine Situation aufrechterhalten, in der neue Regeln nur für einige wenige gelten“, sagte der US-Politiker Reuters zufolge. Für neue WTO-Handelsregeln sieht er derzeit keinerlei Raum.

Der Chef der deutschen Delegation, Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig, unterstrich dagegen die Notwendigkeit eines offenen Güter- und Dienstleistungsaustauschs in einer globalisierten Welt. „Und wir brauchen gemeinsame Regeln, um den weltweiten Handel fair zu gestalten. Die WTO ist hierfür das zentrale Instrument.“ Er wolle vor allem das Streitschlichtungssystem der WTO stärken, denn es sichere gleiches Recht für alle, nicht das Recht des Stärkeren.

Im Vorfeld des alle zwei Jahre laufenden WTO-Ministertreffens waren Befürchtungen aufgekommen, die Rolle und Bedeutung der Organisation als Hüterin des freien Welthandels könne zur Disposition gestellt werden. Aufgebracht hat das Thema US-Präsident Donald Trump, der die Organisation im Wahlkampf ein „Desaster“ nannte.

Die USA wollen einem Insider zufolge gemeinsam mit der EU und Japan die Überkapazitäten der chinesischen Industrie und andere umstrittene Handelspraktiken der Volksrepublik ins Visier nehmen. Am Rande des Treffens der Welthandelsorganisation (WTO) in Buenos Aires am Dienstag sei eine gemeinsame Erklärung zu den Streitpunkten geplant, sagte eine Person, die mit dem Vorhaben vertraut ist. Ob in der Erklärung China namentlich genannt werden soll, war zunächst unklar.

Die USA, die EU und Japan haben China wiederholt für seine Subventionen an Staatskonzerne kritisiert. Auch Bestimmungen, wonach ausländische Unternehmen, die in China aktiv sind, zum Technologietransfer gezwungen werden, stoßen auf Widerspruch. Für Ärger sorgen zudem die chinesischen Überkapazitäten zum Beispiel in der Stahl- und Aluminiumindustrie und die daraus resultierenden Billigexporte, mit denen die Weltmärkte geflutet werden.

Einem Bericht der Financial Times zufolge soll sich die gemeinsame Stellungnahme auch auf den Streitpunkt geistiges Eigentum beziehen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schmelzhütten in Europa müssen Produktion einstellen

Am Dienstag hat schon eine holländische Zinkhütte wegen hoher Energiekosten die Einstellung der Produktion angekündigt. Nun trifft es...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinn: Das oft übersehene Technologiemetall

Zinn wird im Rohstoffsektor gerne übersehen, dabei trägt es sein etwas angestaubtes Image vollkommen zu Unrecht.

DWN
Politik
Politik Washington Post: Der Weg zum Krieg

Die US-amerikanische Tageszeitung zeichnet über eine Reihe von Interviews mit Behördenvertretern aus den USA, der Ukraine sowie der EU...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Gas-Vorräte reichen weniger als drei Monate

Selbst wenn es Deutschland gelingen sollte, seine Reserven vollständig zu füllen, reicht das Gas nicht einmal drei Monate, falls Russland...

DWN
Finanzen
Finanzen Lebensmittel auf Kredit: Supermarkt-Kette zielt auf ärmere Kunden

Die britische Supermarktkette Iceland Foods bietet ihren Kunden Kredite für den Kauf von Lebensmitteln an. Das Programm richtet sich an...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ärgernis für deutschen Handel: Anhaltende Schiffs-Staus in der Nordsee

Staus großer Containerschiffe dürften die deutschen Nordseehäfen noch länger in Atem halten. Die volle Auswirkung wird erst im zweiten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflation in Großbritannien steigt über 10 Prozent

Die bereits hohe Inflation in Großbritannien hat sich weiter beschleunigt. Im Juli lagen die Verbraucherpreise um 10,1 Prozent höher als...

DWN
Finanzen
Finanzen Vorbereitung auf Super-Crash: Star-Investor stößt alle Aktien ab - bis auf eine

Der bekannte Investor Michael Burry warnt seit Monaten vor einem verheerenden Börsencrash und stößt fast seinen gesamten Aktienbestand...