Finanzen

Deutsche Bank: Großaktionär HNA reduziert Aktien-Anteil

Lesezeit: 1 min
16.02.2018 11:40
Der Großaktionär HNA hat seinen Anteil an der Deutschen Bank erneut reduziert.
Deutsche Bank: Großaktionär HNA reduziert Aktien-Anteil

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der hoch verschuldete Deutsche-Bank-Großaktionär HNA hat seine Beteiligung an dem Geldhaus weiter gesenkt. Diese belaufe sich nun auf „ungefähr 8,8 Prozent“, sagte am Freitag ein Sprecher des Wiener Finanzinvestors C Quadrat, über den der chinesische Mischkonzern den Anteil hält, und bestätigte damit einen Bericht der Financial Times. Eine weitere Reduzierung unserer Beteiligung sei nicht geplant, ergänzte der Sprecher. HNA werde ein bedeutsamer Anteilseigner der Deutschen Bank bleiben.

Erst vergangene Woche hatte der Wiener Finanzinvestor bekanntgegeben, dass der teilweise über komplexe Derivatestrukturen gehaltene Anteil von HNA auf 9,2 von zuvor 9,9 Prozent reduziert worden sei. HNA hatte in den zurückliegenden Jahren für rund 50 Milliarden Dollar in aller Welt Beteiligungen erworben, darunter Anfang 2017 auch die knapp zehnprozentige Beteiligung an der Deutschen Bank.

HNA steckt in Geldnöten, weil das Konglomerat in der Vergangenheit hohe Schulden aufgenommen hatte. Unter anderem verkaufte HNA unlängst mehrere Grundstücke in Hongkong für zwei Milliarden Dollar und will sich auch von Immobilien in den USA und Großbritannien trennen.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat erst vor wenigen Tagen Zweifel daran geäußert, ob HNA allen Verpflichtungen werde nachkommen können und das Rating auf das Ramschniveau „CCC+“ herabgestuft. HNA hingegen bezeichnete die Finanzlage als „sehr gesund“ und bezifferte die Summe aller vorhandenen Vermögenswerte auf umgerechnet 190 Milliarden Euro zum Ende des vergangenen Jahres. Laut einem Anleihenverkaufsprospekt sitzt HNA auf einem Schuldenberg von rund 100 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus sind die Chinesen wegen der undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin zum Beispiel prüft, ob der Konzern korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich bei der Deutschen Bank eingekauft hat. HNA gehören unter anderem Fluggesellschaften, Hotels und die Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup, die demnächst an die Börse kommen soll. An seinem Investment bei der Deutschen Bank hatte HNA zuletzt wenig Freude: Das Institut schrieb 2017 den dritten Jahresverlust in Folge, die Aktie hat deshalb seit Jahresbeginn rund ein Fünftel ihres Wertes verloren.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Europa nach Corona: Werden die hohen Schulden eine nachhaltige Erholung bremsen?

Kann Europas Wirtschaft trotz der hohen Schuldenbelastung nach Corona wieder durchstarten? Der Chefvolkswirt der IKB Bank, Klaus Bauknecht,...

DWN
Politik
Politik Von Diktatoren umzingelt: Wann zerbricht in Europa die Demokratie?

In Europas Peripherie herrschen Diktatoren: Aber auch auf unserem so stabil scheinenden Kontinent steht die Demokratie im Feuer, schreibt...

DWN
Politik
Politik Die Feinde von Byzanz: Putin vergleicht NATO und USA mit Kreuzfahrern

Russlands Präsident Putin hat angesichts der jüngsten Spannungen mit der NATO einen historischen Vergleich gezogen. Es dürfe niemals...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermeiden Sie diese 7 Fehler beim Aktienkauf

Fehler kosten an der Börse oftmals viel Geld. Privatanleger, die zum ersten Mal mit Aktien handeln, treten meistens in dieselben...

DWN
Finanzen
Finanzen Erster Euro-Zentralbankchef fordert offen noch stärkere Anleihekäufe durch die EZB

Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras wagt sich aus der Deckung. Er fordert von der EZB ein noch stärkeres Gelddrucken, um den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Großkonzerne verdrängen mit E-Autos und Vernetzung die kleinen Werkstätten

Zu den Verlierern von E-Mobilität und Digitalisierung gehören auch die freien Werkstätten. Die Autohersteller und ihre...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2021: Jetzt werden auch noch Kritiker von Briefwahlen als Verschwörungstheoretiker diffamiert

Nun werden alle Menschen als Verschwörungstheoretiker diffamiert, die angesichts der anstehenden Bundestagswahl darauf hinweisen, dass...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Ringen um die wichtigste Region der Welt - Teil 1

In Südostasien treffen geopolitische, wirtschaftliche und militärische Strategien von Amerikanern und Chinesen direkt aufeinander. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Reiseveranstalter sehen nur eine Rettung: Den digitalen Impfpass

Die deutsche Reisebranche will im Sommer endlich wieder höhere Umsätze machen. Sie setzt dabei auf den digitalen Impfpass, den alle...

DWN
Finanzen
Finanzen In der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter rasant an

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge steigt weiter stark an. Offenbar decken sich die Bürger insbesondere mit Bargeld und schnell...

DWN
Politik
Politik Great Reset: Ansichten von SPD-Chefin Esken decken sich mit der Agenda des Weltwirtschaftsforums

Fleischverzicht, eine drastische Reduzierung von Flügen und weitere Maßnahmen sollen laut SPD-Chefin Saskia Esken gut sein, um das Klima...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung schwört Bevölkerung auf fortgesetzten Lockdown ein

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für Lockerungen, doch die Bundesregierung und ihre Experten halten dagegen und schließen ein...

DWN
Politik
Politik Sky-Moderator: „Globalisten“ verhelfen mit dem Great Reset China und Big Tech zur Weltmacht

Der Sky-Moderator Rowan Dean berichtet, dass die „Globalisten“ des Weltwirtschaftsforums den Niedergang der USA bis 2030 propagieren....

DWN
Politik
Politik In ihrem Klimawahn zerstört die EU Europas Auto-Industrie: „Wir werden eine Arbeitslosigkeit erleben, wie wir sie noch nie gehabt haben“

Neue Pläne der EU-Kommission bedeuteten faktisch ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Mehrere gewichtige Stimmen aus der Autobranche warnen...