Technologie

Reedereien wollen mit Blockchain den Containerhandel revolutionieren

Lesezeit: 1 min
21.04.2018 19:43
Maersk und IBM entwickeln ein Blockchain-System für die papierlose Frachtdokumentation.
Reedereien wollen mit Blockchain den Containerhandel revolutionieren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die weltgrößte Reederei Maersk aus Dänemark entwickelt in Kooperation mit IBM ein Blockchain-System, das die Dokumentation von Fracht mittels Papier-Unterlagen überflüssig machen soll. Das meldet Bloomberg. Das System soll nahezu ohne menschliches Zutun funktionieren. Es wäre eine Art elektronisches Kassenbuch, in dem fast alle Transaktionen autonom ablaufen würden. Ziel ist es, den zeitlichen Aufwand für das Erstellen der Frachtpapiere auf wenige Minuten zu reduzieren und den Transport der Dokumente ganz einzusparen.

2014 hatte Maersk den Weg eines mit Avocados gefüllten Kühl-Containers von einer Farm in Kenia bis in einen niederländischen Supermarkt verfolgt und genau dokumentiert. Die Reederei fand heraus, dass im Laufe der Reise fast 30 Personen beziehungsweise Organisationen mit den Frachtpapieren zu tun hatten. Ohne die vielfache Bearbeitung der Dokumente und die damit verbundene häufige Wartezeit hätte die Reise nur 24 anstatt 34 Tage gedauert. Diese Erkenntnis lieferte Maersk den Anstoß für das Blockchain-Projekt. Ziel ist es, eine Plattform zu kreieren, mit der alle weltweit operierenden Reedereien, Schiffsmakler, Hafenbehörden, Versicherer, Banken und sonstigen am internationalen Seehandel beteiligten Akteure arbeiten.

Laut eines Bloomberg-Analysten wäre die Einführung des Blockchain-Systems „die größte Innovation in der Handelsschifffahrt seit den Containern“. Die Einführung der Stahlboxen revolutionierte in den 60er Jahren die Handels- und Wertschöpfungsketten weltweit. Nach Schätzungen des Weltwirtschaftsforums könnte das neue Blockchain-System das Volumen des Welthandels um eine Billion Dollar pro Jahr erhöhen.

Für weitere Informationen zu Nachrichten über Blockchain und Kryptowährungen steht Ihnen unser täglich aktualisierter Krypto-Monitor zur Verfügung.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Wird der Lockdown bis Ende März 2022 andauern? Und was wusste Schäuble?

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte im April 2020 den Lockdown scharf kritisiert. Er sagte, dass man nicht alles über zwei Jahre...

DWN
Politik
Politik WHO lehnt Impfpässe ab: „Corona-Pandemie ist in 10 Monaten vorbei“

Die WHO hat sich gegen die Einführung von Impfpässen ausgesprochen. Diese seien nicht zielführend, zudem sei die Pandemie bald vorbei....

DWN
Politik
Politik „Nie dagewesene Nachfrage“: Corona-Pandemie beflügelt Pharma-Riesen Merck

Eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Pandemie gibt Merck Rückenwind.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin in Gefahr: Es drohen Hackerangriffe, Preisverfall und das endgültige Verbot

DWN-Finanzexperte Andreas Kubin analysiert die Zukunft des Bitcoin.

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Skandal zieht Kreise: Stadt Osnabrück hat Millionen bei Pleite-Bank Greensill

Die niedersächsische Stadt Osnabrück hat nach eigenen Angaben 14 Millionen Euro bei der behördlich geschlossenen Greensill Bank. Wie...

DWN
Politik
Politik Wagenknecht: Daimler sparte 700 Millionen Euro durch Kurzarbeitergeld, schüttet 1,4 Milliarden Euro an Dividende aus

Die Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht kritisiert, dass während der Pandemie Großkonzerne vom Staat massiv unterstützt werden, während...

DWN
Politik
Politik Gutachten: Berliner Senat muss Pädophilen-Netzwerk offenlegen

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein...

DWN
Politik
Politik DWN-EXKLUSIV - Marine-Manöver im Mittelmeer: Türkei bereitet sich auf möglichen Krieg vor

Die Türkei führt im Mittelmeer und in der Ägäis aktuell ein groß angelegtes Marinemanöver durch. Das Land bereitet sich auf einen...