Politik

Söldner im Süden von Damaskus kapitulieren vor syrischer Armee

Lesezeit: 3 min
04.05.2018 23:38
Söldner der Freien Syrischen Armee, die sich im Süden von Damaskus befinden, haben kapituliert. Sie werden in die türkisch kontrollierten Gebiete in Nord-Syrien evakuiert.
Söldner im Süden von Damaskus kapitulieren vor syrischer Armee

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Der türkischsprachige Dienst von euronews berichtet, dass am Donnerstag die Evakuierung von Mitgliedern der Freien Syrischen Armee (FSA) aus dem Flüchtlingslager Yarmouk im Süden von Damaskus begonnen habe. Diese Söldner sollen nicht nach Idlib, sondern in die Gebiete im Norden Syriens evakuiert werden, die die Türkei kontrolliert. Das Flüchtlingslager Yarmouk befindet sich zehn Kilometer südlich der Hauptstadt Damaskus, umfasst 16 Quadratkilometer und beherbergt vor allem palästinensische Flüchtlinge. Mehr als 50 Prozent der Fläche des Lagers wird von der Terror-Miliz ISIS kontrolliert. Der Rest überwacht die FSA. Nach Angaben der türkischen Zeitung Aydınlık sollen insgesamt 17.000 Personen evakuiert werden. Yarmouk befindet sich seit fünf Jahren unter der Kontrolle von ISIS und anderen Söldner-Truppen.

Nach der Rückeroberung von Ost-Ghouta durch die syrische Armee (SAA) meldet die TASS: „Mehr als 10.000 Einheiten von Waffen und Munition, die von Kämpfern der Gruppe Dschaisch al-Islam beschlagnahmt wurden, wurden Reportern in Dumayr am Samstag gezeigt (...). Unter den Waffen befanden sich Feuerwaffen, Mörser, TOW-Panzerabwehrraketensysteme und etwa 20 Panzer. Die meisten Waffen wurden in NATO-Staaten hergestellt. Außerdem gab es Mörser und improvisierte Granaten, sowie Granaten für improvisierte Mörsergewehre (...). Die Panzer sind funktionstüchtig. Darüber hinaus wurden den Reportern die ehemaligen unterirdischen Stützpunkte der Milizen, ihr Krankenhaus und Zellen für Geiseln gezeigt (...). Medikamente und Geräte wurden in den USA und Europa – entsprechend den Etiketten auf den Verpackungen – hergestellt”. Anfang Mai 2018 berichteten russische und syrische Medien, dass NATO-Waffen auch in Douma (Ost-Ghouta) gefunden wurden.

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, ob die NATO oder NATO-Staaten vorsätzlich Söldner-Truppen in Syrien mit NATO-Waffen ausgestattet haben, sagte ein Sprecher der NATO: „Wir haben keine Informationen oder Berichte über das von Ihnen angesprochene Problem. Die NATO stellt keine Waffen her und ist nicht vor Ort in Syrien tätig”.

Der Pentagon-Sprecher Eric Pahon sagte, dass er die Information über die angeblichen Waffenfunde nicht bestätigen könne.

Weitere Evakuierungen erfolgen aus den Städten Yalda, Babila und Beit Sahem, die sich ebenfalls im Süden von Damaskus befinden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete am 4. Mai: „Der Evakuierungsprozess der zweiten Gruppe der Terroristen mit ihren Familien aus den Städten Yalda, Babila und Beit Sahem nach Nordsyrien hat begonnen.

SANA-Reporter meldeten, dass 14 Busse aus den Städten über den Beit Sahem-Korridor verlassen haben, nachdem sie gründlich untersucht wurden, um am Stadtrand von Beit Sahem gesammelt und dann unter der Aufsicht des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes (SARC) sofort nach Nordsyrien transportiert zu werden.

Der Reporter fügte hinzu, dass die Arbeit im Gange sei, weitere Busse in den Städten Yalda, Babila und Beit Sahem vorzubereiten, um über den Beit Sahem-Korridor zu fahren.

Er wies darauf hin, dass der Evakuierungsprozess der Terroristen, die die Siedlung und ihre Familien ablehnen, andauern wird, bis der Transport aller von ihnen beendet ist. So soll der legale Status derer, die nach der Waffenübergabe bleiben wollen, geregelt werden.

Die Rückkehr der staatlichen Institutionen in die drei Städte wird als zweiter Schritt neben der Versorgung der Bürger nach der Evakuierung der Terroristen aus den drei Städten erfolgen.”

Jan Egeland, Sonderberater des Sondergesandten der UN für Syrien, sagte nach Angaben der UN-Pressestelle am 3. Mai 2018: „Es (der Syrien-Konflikt, Anm. d. Red.) ist noch nicht vorbei – und das ist es, wovor ich mich fürchte. Die Leute glauben, es sei vorbei (...)”, sagte er.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat die internationale Gemeinschaft angesichts der iranischen Präsenz in Syrien zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. „Die schiitische Achse in Syrien und im ganzen Nahen Osten unter der Führung des Irans bedroht die gesamte freie Welt und nicht nur Israel”, sagte Rivlin am Donnerstag am Rande eines Treffens mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas in Äthiopien, berichtet Israel National News. Israel verfolge mit Sorge, wie sich der Iran militärisch in seinem Nachbarland Syrien etabliere. „Es ist wichtig, dass Deutschland und die ganze freie Welt sich dieser stärker werdenden Präsenz bewusst sind und nicht tatenlos zuschauen”, so Rivlin.

Doch DEBKAfile berichtet, dass Israel am 10. Februar, 9. April und 29. April schwere Schläge gegen die iranische Infrastruktur in Syrien ausgeführt habe. Der Iran halte sich aufgrund der Libanon-Wahl am 6. Mai und der Irak-Wahl am 12. Mai zurück. Allerdings sei nach diesen beiden Parlamentswahlen mit einer Reaktion des Iran und der Hisbollah zu rechnen.

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