Finanzen

Handel deutscher Firmen mit den USA und China schwächt sich ab

Lesezeit: 1 min
08.05.2018 17:23
Die Exporte und Importe deutscher Unternehmen sind im März im Jahresvergleich zurückgegangen.
Handel deutscher Firmen mit den USA und China schwächt sich ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Deutschlands Exporte sind im März im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Insgesamt wurden Waren im Wert von 116,1 Milliarden Euro ausgeführt, das waren 1,8 Prozent weniger als im März 2017, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte.

Noch deutlicher als die Exporte gingen die Importe zurück: Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken sie im März um 2,3 Prozent auf 90,9 Milliarden Euro. Der deutsche Außenhandelsüberschuss stieg damit auf 25,2 Milliarden Euro an. Ein Jahr zuvor hatte er 25,1 Milliarden Euro betragen.

Bezogen auf den Februar stiegen die Exporte in die Länder der Europäischen Union, in die deutsche Unternehmen die meisten Waren ausführen, im März um 1,3 Prozent, und die Importe von dort um 0,4 Prozent. In den drei Monaten zuvor waren sie jeweils überraschend zurückgegangen.

In Drittländer außerhalb der EU wurden verglichen zum Februar hingegen 5,9 Prozent weniger Waren exportiert. Die Importe von dort sanken ebenfalls um 5,9 Prozent.

Dem Ifo-Institut zufolge hatte sich das Weltwirtschaftsklima im zweiten Quartal eingetrübt. Das Barometer fiel um 9,5 auf 16,5 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 1.155 Ökonomen aus 120 Ländern mitteilte. Diese bewerten die Wirtschaftslage zwar unverändert als günstig, doch sind ihre Erwartungen deutlich weniger optimistisch als noch zu Jahresbeginn. „Der Aufschwung der Weltkonjunktur bleibt weiter intakt, jedoch schwächt er sich ab“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich nahezu in allen Regionen. „Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen fallen in den USA deutlich“, hieß es. In der Europäischen Union, in Lateinamerika, im Nahen Osten und in Nordafrika sinken die Erwartungen ebenfalls, während die Lage positiver gesehen wird. Auch in den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern trübten sich die Erwartungen ein, während die Lage wenig verändert bewertet wird.

Die Experten erwarten ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels - auch weil sie mit stärkeren Handelsbarrieren rechnen. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt wird nach ihren Prognosen in diesem Jahr um 3,9 Prozent zulegen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Austritt Deutschlands: Ist „Dexit“ der Weg in die Katastrophe?
23.05.2024

Seit dem Brexit-Referendum wird in Deutschland immer wieder über einen möglichen EU-Austritt, den „Dexit“, diskutiert. Eine aktuelle...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Grenzziehung: Russlands Planspiele sorgen für Besorgnis bei Nachbarn
22.05.2024

Ein russisches Gesetzesprojekt zur Neubestimmung der Ostsee-Grenzen sorgt für Aufregung bei Nachbarländern. Litauen spricht von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handelskonflikt mit USA und EU heizt sich auf: China erwägt höhere Import-Zölle auf Verbrenner
22.05.2024

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China eskaliert weiter und erfasst nun auch europäische Autobauer, die gar keine E-Autos...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank: Konjunkturaussichten hellen sich langsam auf
22.05.2024

Die deutsche Wirtschaft scheint das Gröbste überstanden zu haben. Nach einem leichten Wachstum zu Jahresbeginn dürfte die Konjunktur...

DWN
Politik
Politik Lehrerverband will Islamunterricht: Lösung für bessere Integration oder Anbiederung?
22.05.2024

Gut 1,6 Millionen Schüler moslemischen Glaubens besuchen mittlerweile Deutschlands Schulen. Für sie wünscht sich der Präsident des...

DWN
Immobilien
Immobilien Bessere Laune im Bausektor, aber Auftragsmangel immer noch zentrales Problem
22.05.2024

Auf dem ZIA-Finance Day letzte Woche ging es - unter anderen Schlüsselthemen - um die sich stabilisierende makroökonomische Lage in...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Marktreport: Börsen im Rally-Modus – Aktienmärkte erreichen Allzeithochs, Metalle glänzen
22.05.2024

Die vergangene Woche konnte sich sehen lassen: Die internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte warteten mit beeindruckenden Preisbewegungen...

DWN
Politik
Politik Erleichterungen für Hausarztpraxen im Fokus
22.05.2024

Das Bundeskabinett befasst sich mit einer stärkeren Absicherung der Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten - besonders in...