Politik

Pentagon weiß nicht, wo IS-Führer al-Bagdadi ist

Lesezeit: 2 min
26.05.2018 00:32
Die US-Armee sieht den IS in Syrien entscheidend geschwächt, weiß aber nicht, wo sich der kurzzeitig populäre Führer al-Bagdadi ist.
Pentagon weiß nicht, wo IS-Führer al-Bagdadi ist

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In den vergangenen Wochen gab es in unterschiedlichen Quellen Berichte über andauernde Offensiven gegen ISIS im Osten Syriens durch kurdische Kräfte und die von den USA geführte Globale Koalition gegen ISIS. Pentagoin-Sprecher Adrian J.T. Rankine-Galloway sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten über die aktuelle Situation in Deir Ezzor sagen: "Am 1. Mai verkündeten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) die Operation Roundup zur Vernichtung der ISIS-Überreste im mittleren Teil des Euphrat-Tals. Seitdem hat die SDF durch offensive Operationen weiter an Boden gewonnen und nimmt den größten Teil des Bodens entlang der Grenze ein. Die SDF hat das Gebiet von Baghuz gesäubert, setzt ihre Kampfpositionen weiter fort und bereitet sich auf zukünftige Säuberungen in der Nähe von Dashisha vor."

Koalitionstruppen unterstützen laut Pentagon "die Bemühungen der SDF, indem sie Luft-, Artillerie- und Mörserangriffe gegen ISIS-Ziele durchführen".

Rankine-Galloway: "Seit Beginn der Operation Roundup hat die SDF durch offensive Operationen weiter an Boden gewonnen und besetzte den Großteil der irakisch-syrischen Grenze. Die SDF hat etwa 65 Quadratkilometer Territorium gesäubert und damit das gesamte befreite Gebiet im Euphrattal auf mehr als 5.000 Quadratkilometer erhöht."

Der Sprecher weiter: "Während die SDF Territorien befreit, arbeiten die Koalitionskräfte mit örtlichen Militär- und Zivilräten zusammen, um ihnen zu helfen, Sicherheitsbedingungen vor Ort zu schaffen, damit ISIS nicht zurückkehren kann, um die lokale Bevölkerung zu terrorisieren."

Auf die Frage, wie viele und welche Gebiete der ISIS noch in Syrien kontrolliert, sagte Rankine-Galloway: " ISIS operiert weiterhin an mehreren Orten in Syrien. Die SDF führen Kampfhandlungen in der Nähe von Shaddadi und Abu Kamal – nahe der irakisch-syrischen Grenze – durch."

Völlig unklar ist der Verbleib des angeblich wichtigsten IS Führers Abu Bakr al-Bagdadi. Rankine-Galloway: "Ich habe keine Informationen über al-Bagdadis Aufenthaltsort."

In türkischen Medien gab es Berichte, die darauf hinweisen, dass sich iranische Truppen und schiitische Milizen ohne Grund aus Al-Hadher in Aleppo und aus bestimmten Landschaften von Hama zurückgezogen haben. Rankine-Galloway dazu: "Die Koalition operiert nicht in der Nähe von Hama. Ich würde Sie an die iranische Regierung verweisen, um ihre militärischen Aktivitäten zu besprechen."

Russen und Amerikaner kooperieren laut dem Sprecher eng in Syrien: "Die Koalition unterhält Kommunikationskanäle zur Konfliktentschärfung mit russischen Truppen, die in Syrien operieren. Diese Kommunikationswege sind weiterhin ein wirksames Mittel, um die Sicherheit unserer jeweiligen Streitkräfte und Partner in der Luft und am Boden zu gewährleisten."

Zur Zusammenarbeit der USA mit Israel in Syrien sagte Rankine-Galloway: "Die Koalition konzentriert sich auf die Niederlage von ISIS. Ihre Operationen finden im Osten Syriens statt. Das iranische Regime, das offensive Raketen- und Raketensysteme in Syrien stationiert und auf Israel gerichtet hat, führt zu einer inakzeptablen und höchst gefährlichen Entwicklung für den gesamten Nahen Osten. Wir unterstützen nachdrücklich Israels Recht auf Selbstverteidigung."

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bloß raus aus Russland: Rückzug westlicher Firmen wird zum Eigentor

Als der Ukraine-Krieg begann, wurden westliche Unternehmen zum Rückzug aus Russland gedrängt. Dieser ist zwar schnell verkündet. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskante Wette: US-Pensionsfonds setzen verstärkt auf Hebelwirkung

Die staatlichen Pensionsfonds in den USA investieren massiv mit geliehenem Geld. Dies soll die Renditen steigern und die großen...

DWN
Politik
Politik Angriffsdrohungen und ein mysteriöser Brief: Lukaschenko und der Krieg

Der weißrussische Machthaber gilt zwar als Unterstützer Putins, hielt sich bislang aber aus dem Ukraine-Krieg raus. Dann kamen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie eine Familienstiftung vor staatlicher Enteignung schützt

Parteien und Gewerkschafter fordern immer wieder eine Vermögensabgabe. Wer sich davor schützen möchte, dem raten Experten zu einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Energieriese soll mit Steuergeld gerettet werden

Erst die Banken, dann die Fluglinien und jetzt die Energieriesen. Erneut bittet eine Branche darum, mit Steuergeldern gerettet zu werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt...

DWN
Deutschland
Deutschland DWN: In eigener Sache

Die Geschäfsführung der DWN über die Neubesetzung der Chefredaktion.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Historisches Handelsdefizit: „Rohstoff-Zeitalter“ bedroht Deutschlands Wohlstand

Der „Exportweltmeister“ Deutschland erzielt ein historisches Defizit - ein Fingerzeig, wohin die Reise im nun angebrochenen...