Politik

Österreich treibt Steuern für Internet-Konzerne in Europa voran

Lesezeit: 1 min
16.07.2018 17:41
Österreich will die großen Internet-Unternehmen in Europa stärker besteuern.
Österreich treibt Steuern für Internet-Konzerne in Europa voran

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Der österreichische Finanzminister Hartwig Löger hat angekündigt, sein Land werde die höhere Besteuerung von Internet-Konzernen wie Google und Facebook in Europa  vorantreiben. Das meldet die Financial Times. Österreich wird in der zweiten Jahreshälfte den Vorsitz im EU-Rat führen. In dieser Zeit sollen nach Österreichs Wunsch die Details für eine vorübergehende Besteuerung ausgearbeitet werden. Vorübergehend soll die Besteuerung sein, weil derzeit internationale Verhandlungen innerhalb der OECD laufen, deren Ziel es ist, ein weltweit einheitliches System zur Besteuerung der Konzerne einzurichten. Europa könne jedoch nicht warten, bis es zu einer Einigung gekommen sei, so Löger. Angesichts der hohen Profite der Konzerne sei es unbedingt notwendig, schon jetzt zu handeln.

Staaten wie Frankreich und Spanien unterstützen den österreichischen Vorstoß. Von Seiten Schwedens, Irlands und Luxemburgs kommt dagegen Kritik. Die Bundesregierung nimmt eine Zwischenposition ein. Die Diskussion um die Besteuerung geht schon über längere Zeit. Zuletzt hatten sich die Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten im April einen harten Schlagabtausch geliefert. Der französische Vertreter, Bruno Le Maire, bezeichnete seine Kollegen als „Feiglinge“. Sie hätten Angst, US-Präsident Donald Trump zu provozieren. Der Financial Times sagte Le Maire: „Alle diejenigen Europäer, die sich weigern, bei der Besteuerung von Google, von Apple, von Microsoft endlich zu Ergebnissen zu gelangen, müssen ihren Bürgern erklären, warum sie fiskalische Gerechtigkeit ablehnen.“ Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen sie von allen EU-Mitgliedern gebilligt werden.

Laut EU-Berechnungen beträgt der effektive Steuersatz der großen Internet-Konzerne 9,5 Prozent. Die Besteuerungsquote von traditionell operierenden Unternehmen beträgt dagegen 23,2 Prozent.

Mehr Nachrichten finden Sie Im Tech-Report der DWN.


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Niederländischer Energiekonzern darf Gasförderprojekt im Wattenmeer fortsetzen
29.05.2024

Ein gerichtlich verhängter Baustopp hatte die geplante Erdgasförderung vor den Nordseeinseln Borkum und Schiermonnikoog ausgebremst - bis...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsministerium: Keine Corona-Impfpflicht mehr bei der Bundeswehr
29.05.2024

Bei der Bundeswehr bestand seit zweieinhalb Jahren für alle Soldaten die Pflicht zur Corona-Impfung. Nun ist es nur noch eine Empfehlung....

DWN
Finanzen
Finanzen Abkehr vom westlichen Finanzsystem: Russische Goldreserven erreichen Rekordwert
29.05.2024

Auch im April hat die russische Zentralbank ihre Goldreserven weiter ausgeweitet, was die Bestände auf einen neuen Rekordwert ansteigen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Stellenabbau bei Meyer Werft: 440 Arbeitsplätze in Gefahr
29.05.2024

Die Mayer Werft plant den Abbau von 440 Stellen. Es gehe um die Zukunft des Unternehmens, das im internationalen Wettbewerb bestehen...

DWN
Politik
Politik Regierung beschließt Rentenpaket - doch aus der Wirtschaft hagelt es Kritik
29.05.2024

Beschluss nach langem Streit: Olaf Scholz und die Ministerrunde ebnen den Weg für die Rentenreform. Nun ist der Bundestag am Zug. In...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft VW baut neues 20.000-Euro-Elektroauto in eigenem Werk – ohne Partner
29.05.2024

VW will ab 2027 im Alleingang ein Elektroauto für 20 000 Euro entwickeln. Auf eine Partnerschaft mit Renault wird verzichtet. Wo der...

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Verband fordert schnelleren Bau von Pipelines und Terminals
29.05.2024

Ein Großteil des künftigen Wasserstoffbedarfs soll aus dem Ausland kommen. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer Importstrategie....

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Macron will Einsatz westlicher Waffen in Russland erlauben - Putin droht mit ernsten Konsequenzen
29.05.2024

Die Ukraine fordert seit längerem, mit westlichen Waffen auch Ziele in Russland angreifen zu dürfen. Trotz schärfster Warnungen aus...