Finanzen

Wall Street: Ausverkauf an der Börse geht weiter

Lesezeit: 2 min
11.10.2018 22:52
Am US-Aktienmarkt ist der Ausverkauf in die nächste Runde gegangen.
Wall Street: Ausverkauf an der Börse geht weiter

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In einem von hoher Nervosität geprägten Handel rutschte der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Donnerstag zeitweise deutlich unter die Marke von 25 000 Punkten. Beim Stand von 25 052,83 Punkten beendete das Barometer das Geschäft 2,13 Prozent tiefer. Damit hat der Index allein in den letzten zwei Handelstagen mehr als 5 Prozent verloren.

An diesem Donnerstag war der Dow bereits früh mit einem Stabilisierungsversuch gescheitert. Anleger, die darauf gesetzt hatten, wurden enttäuscht. So zogen im Verlauf immer mehr Investoren die Reißleine. Die Furcht vor steigenden Zinsen und der globale Handelsstreit gelten als Auslöser für die Börsenkrise. Noch Mitte der Vorwoche hatte der Dow mit 26 951,81 Punkten ein Rekordhoch erreicht und somit - verglichen mit dem Tagestief von diesem Donnerstag - mehr als 2000 Punkte höher gestanden.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am vorletzten Handelstag der Woche um weitere 2,06 Prozent auf 2728,37 Punkte abwärts. Und auch im Technologieindex Nasdaq 100, am Vortag mit minus 4,4 Prozent noch deutlicher abgestraft als der Dow, drehte sich die Abwärtsspirale weiter. Lange ohne klare Richtung, büßte der Index zum Ende des Tages 1,14 Prozent auf 6964,03 Punkte ein. Die Autoren des wöchentlichen Bernecker-Börsenbriefs sehen für den Nasdaq die Gefahr weiterer Kursverluste bis auf 6500 Punkte.

Für Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets ist die Inflation das eigentlich brandgefährliche Thema. Komme diese noch hinzu, müsste die US-Notenbank Fed die Zinsen noch schneller anheben, sagte der Experte. Im September waren die Verbraucherpreise in den USA um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Inflationsdruck im September liege leicht unter den Erwartungen, kommentierten die Ökonomen der Helaba. Der mittel- bis langfristige Inflationstrend bleibe aber nach oben gerichtet.

Nach Quartalszahlen und Ausblick über weite Strecken im Plus, verloren zum Handelsende im Dow die Anteilscheine der Apothekenkette Walgreens Boots Alliance 1,95 Prozent. An der Index-Spitze kamen die Microsoft-Titel mit minus 0,24 Prozent glimpflich davon. Schlusslicht waren die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer mit einem Abschlag von 3,82 Prozent. Zudem sackten die Anteile der Ölriesen ExxonMobil und Chevron im Zuge weiter gefallener Ölpreise jeweils um annähernd dreieinhalb Prozent ab.

Aber auch an einem abermals düsteren Börsentag gab es Lichtblicke: So gewannen die Aktien von Delta Air Lines 3,56 Prozent. Die Fluggesellschaft hatte für das dritte Quartal einen Nettogewinn ausgewiesen, der die durchschnittliche Analystenprognose übertraf.

Die Anteile von Bristol-Myers Squibb gaben indes nach Ankündigung einer Investition in das israelische Wirkstoffforschungs-Unternehmen Compugen um 5,38 Prozent nach. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit einer klinischen Studie. Die in New York notierten Compugen-Aktien reagierten darauf mit einem Kurszuwachs von 7,69 Prozent.

Der Eurokurs legte deutlich zu. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1596 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1575 (Mittwoch: 1,1500) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8639 (0,8696) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 5/32 Punkte auf 97 23/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,144 Prozent.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Putin: Europa begeht mit Energiepolitik «wirtschaftlichen Selbstmord»

Putin sagte, dass die hohen Energiepreise schon jetzt die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Russland wende sich...

DWN
Politik
Politik US-Justizministerium: Allianz-Fondsmanager haben Anleger betrogen

Nach Ansicht des US-Justizministeriums haben Hedgefonds-Manager einer Allianz-Tochter die Entwicklung der Fonds über Jahre hinweg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder: Söder warnt Habeck vor Wortbruch bei Abstandsregeln

Der bayerische Ministerpräsident warnt den Wirtschaftsminister, die vereinbarten Abstandsregeln für Windräder zu kippen.

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.