Wirtschaft

VW-Aktie: Tochter Audi überrascht mit Gewinnplus und neuer Margen-Strategie

Starker Impuls für den Volkswagen-Konzern: Während die Branche mit Gegenwind kämpft, liefert die Tochtergesellschaft Audi glänzende Zahlen. Mit einem Nettogewinn von 4,6 Milliarden Euro übertrafen die Ingolstädter das Vorjahr um zehn Prozent. Für die VW-Aktie ist vor allem die neue Rendite-Offensive entscheidend: Audi-Chef und Vorstand planen eine deutliche Steigerung der Margen, um die Profitabilität des gesamten Konzerns nachhaltig zu stärken.
17.03.2026 12:00
Lesezeit: 2 min

Sondereffekte stützen Ergebnis: Konzern-Zahlung gleicht operatives Minus aus

Trotz eines operativen Gewinnrückgangs von knapp 14 Prozent rettet eine massive Ausgleichszahlung der Konzernmutter das Ergebnis der Audi-Gruppe, zu der auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören. Finanzchef Jürgen Rittersberger bezifferte diesen Sondereffekt auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, wodurch sich das Finanzergebnis insgesamt auf 2,2 Milliarden Euro verdoppelte. Dieser interne Geldfluss glättet die Bilanz eines Jahres, das ansonsten von erheblichen finanziellen Belastungen geprägt war.

Insbesondere die US-Zölle schlugen mit 1,2 Milliarden Euro ins Kontor, ergänzt durch millionenschwere Rückstellungen für CO2-Abgaben und den geplanten Stellenabbau. Zudem setzt der erbitterte Preiskrieg bei Elektroautos auf dem wichtigen chinesischen Markt die Ingolstädter unter Druck. Trotz dieser Widrigkeiten bezeichnete Rittersberger den Jahresabschluss als finanziell robust, sieht sich aber mit einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert.

Beim Jobabbau mehr als die Hälfte geschafft

Beim Jobabbau kommt Audi voran: Von der ersten Tranche - 6.000 Jobs bis 2027 - habe man 65 Prozent bereits vollzogen oder vertraglich fixiert, sagte Rittersberger. Das entspricht 3.900 Jobs. Bis 2029 sollen es insgesamt 7.500 werden. Positiv wirkten - neben der Zahlung aus Wolfsburg - unter anderem gute Auslieferungszahlen zum Jahresende und "hohe Kostendisziplin".

Auch im laufenden Jahr will Audi weiter sparen. Der Margen- und Effizienzdruck bleibe hoch, sagte Rittersberger. Dennoch soll die operative Marge auf 6 bis 8 Prozent steigen, das wäre klar mehr als die 5,1 Prozent des abgelaufenen Jahres. Dabei erwartet Audi auch 2026 hohe Belastungen aus den US-Zöllen. Man gehe von einem ähnlichen Niveau wie 2025 aus - dann aber nicht nur neun, sondern zwölf Monate lang, sagte Rittersberger.

Die Umsätze sollen mit 63 Milliarden bis 68 Milliarden Euro auf ähnlichem Niveau wie 2025 bleiben. Vergangenes Jahr waren sie um 1 Milliarde auf 65,5 Milliarden Euro gestiegen. Das China-Geschäft, wo die Absätze sanken, wird wegen Joint-Ventures bei Audi allerdings nicht im Umsatz abgebildet.

Lücke zu BMW und Mercedes verkleinert

Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen beiden großen Konkurrenten wieder an, da BMW im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen musste, Mercedes sogar einen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro.

Die Entscheidung über ein mögliches Werk in den USA verzögert sich weiter. Ursprünglich hätte sie bereits getroffen sein sollen, sagte Konzernchef Gernot Döllner. Die Entscheidung werde in diesem Jahr im VW-Konzernvorstand getroffen. Anders als etwa Konkurrent BMW hat Audi bisher kein eigenes US-Werk und ist daher besonders stark von den dortigen Zöllen betroffen.

2025 hatte Audi 1,62 Millionen Autos der Kernmarke ausgeliefert. Dazu kamen 10.747 Lamborghini und 10.131 Bentleys, die beide zum Audi-Konzern gehören.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Infineon-Aktie im Fokus: Neuer Rekordumsatz dank KI-Boom
05.08.2026

Der Halbleiterhersteller Infineon hat dank der boomenden Nachfrage für Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen...

DWN
Politik
Politik Deutsche Bildungsmisere: Warum der Nachwuchs zum Standortrisiko wird
05.08.2026

Seit Jahren gibt es einen regelrechten Sturzflug bei den Lernleistungen an den Schulen. Inzwischen erreichen mehr als ein Drittel der...

DWN
Politik
Politik Teilzeitquote bei Lehrkräften auf Rekordhoch - Jeder Dritte 50 Jahre oder älter
05.08.2026

Rund 44 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Zugleich ist mehr als jede dritte Lehrkraft mindestens 50...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltbank: Jobrisiko durch KI in einkommensstarken Ländern höher
05.08.2026

Künstliche Intelligenz kann die Produktivität steigern – womöglich so stark, dass bestimmte Arbeitsplätze überflüssig werden. Die...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt 2028–2034: Deutschland soll Europas Rechnung bezahlen
05.08.2026

Zwei Billionen Euro, neue Schulden und ein Machtkampf zwischen Berlin und Paris: Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034 drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt höher, da Bessent auf baldiges US-Iran-Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus hindeutet
04.08.2026

Ein überraschender Wendepunkt an den globalen Finanzmärkten sorgt für Aufsehen – erfahren Sie, was die Börsen jetzt antreibt.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Marsch in die Flaute drückt Deutschlands Industrie 
04.08.2026

In China braut sich womöglich eine länger anhaltende Krise zusammen. Für die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft ist das eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Öl-Aktien: Konzerne kassieren, Deutschlands Wirtschaft zahlt
04.08.2026

Krieg im Nahen Osten, Ölpreise auf Rekordniveau und Milliardengewinne für die Energiekonzerne: Öl-Aktien schlagen 2026 sogar den...