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Bremer Forscher testen in der Sahara Roboter für das Weltall

Lesezeit: 2 min
19.11.2018 00:20
Bremer Forscher testen in der Sahara einen künstlich intelligenten Roboter für zukünftige Weltraum-Einsätze.
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Forscher des „Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz“ (DFKI) führen derzeit in der Wüste von Süd-Marokko Tests mit einem künstlich intelligenten Roboter durch. „Sherpa Transterra“ (Sherpa TT) soll sich autonom einen Kilometer durch die Sahara bewegen und dabei diverse Hindernisse überwinden beziehungsweise umfahren. Das Terrain in der Sahara ähnelt dem des Mondes sowie des Mars´. Verlaufen die Tests erfolgreich, soll Sherpa TT in der Zukunft auf Weltraum-Missionen zum Einsatz kommen.

Der Roboter läuft auf Rädern, ist rund 1,50 Meter hoch, verfügt über eine Spannbreite von 2,40 Meter und wiegt circa 160 Kilogramm. Der Leiter des Forschungsteams, Dr. Thomas Vögele vom „Robotic Innovation Center Bremen“ des DFKI, sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Wir geben dem Roboter die geografischen Koordinaten eines Punktes in der Wüste. Zu diesem soll er sich hinbegeben. Auf seinem Weg trifft er auf zahlreiche Hindernisse wie Steine, Geröll, Sanddünen, Senken, Höhen und Täler. Wie er sie überwindet, dass heißt, ob er über sie hinüber oder durch sie hindurch oder um sie herum fährt, muss Sherpa TT selbständig entscheiden.“

Wie lange der Roboter für seinen Weg brauchen wird, wissen die Forscher nicht. „Wir rechnen mit einer Dauer von drei bis acht Stunden“, so Vögele. Die Höchstgeschwindigkeit von Sherpa TT beträgt 540 Meter in der Stunde (das heißt, er benötigt für einen Meter knapp sieben Sekunden). Zwischen den einzelnen Hindernissen wird sich der Roboter mit Höchstgeschwindigkeit vorwärtsbewegen; wenn er auf ein Hindernis trifft, wird er anhalten und überlegen, was zu tun ist.

Ziel des Projekts ist es, einen Roboter zu entwickeln, der sich auf zukünftigen europäischen Weltraum-Missionen autonom auf dem Mond (circa 380.000 Kilometer von der Erde entfernt) sowie auf dem Mars (zwischen 54.000 Millionen Kilometer und 400.000 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, je nach Position der beiden Planeten auf ihrer Umlaufbahn) bewegen kann. Die NASA hat auf dem Mond und dem Mars bereits Roboter im Einsatz; allerdings werden sie vom Space Center in Houston (US-Bundesstaat Texas) durch Menschen gesteuert. Autonome Roboter könnten auf dem Mond ein Habitat für Menschen errichten, in dem diese anschließend eine bemannte Mars-Mission vorbereiten. Reisen vom Mond zum Mars sind einfacher durchzuführen als von der Erde zum Mars, weil die Anziehungskraft des Mondes nur circa ein Sechstel der Anziehungskraft der Erde beträgt, und somit Raketen vom Mond besser starten können.

Das DFKI mit Sitz in Kaiserslautern und Außenstellen in Saarbrücken, Bremen und Berlin wurde 1988 gegründet. Es gilt international als wissenschaftliches Exzellenz-Center und ist – gemessen an Drittmittelvolumen und Mitarbeiterzahl (800) – die weltweit größte Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI).

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