Politik

Großbritannien lehnt Gründung einer EU-Armee ab

Lesezeit: 2 min
04.12.2018 17:39
Großbritannien spricht sich gegen die Gründung einer EU-Armee aus. Die NATO sei der Garant für die Sicherheit Europas.
Großbritannien lehnt Gründung einer EU-Armee ab

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson hat deutlich gemacht, dass Großbritannien gegen die Gründung einer EU-Armee im Rahmen von PESCO ist, berichtet The Daily Mail.

Williamson wörtlich: "Sie können absolut sicher sein, dass Großbritannien niemals unter meiner Aufsicht Teil einer europäischen Armee wird. Es ist eine absolut verrückte Idee. Die NATO hat in den vergangenen 70 Jahren für die europäische Sicherheit gesorgt, und darauf sollten wir sehr stolz sein. Sollten wir das untergraben, indem wir eine eigene militärische Truppe bilden? Absolut nicht. Die Diskussion über eine neue EU-Armee zu beginnen, ist gefährlich und untergräbt die von der NATO übernommene Sicherheit."

Die Aussagen tätige Williamson bereits Mitte November 2018 und stellte sich damit gegen den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, eine neue EU-Armee zu gründen. "Bevor Europa ernsthaft mit der Planung seiner eigenen Armee beginnt, sollte es das Militär angemessen finanzieren, das seine Grenzen seit 70 Jahren vor einer Aggression geschützt hat", so Williamson. Er forderte die EU-Staaten auf, zwei Prozent ihrer Bruttoinlandsprodukte (BIP) für die Verteidigung auszugeben. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die meisten europäischen Länder ihre Militärausgaben so weit reduziert, dass nur eine Handvoll von ihnen (Griechenland, Großbritannien, Estland und Polen) die Zielvorgabe erreicht hat, wonach jeder NATO-Staat zwei Prozent seines BIPs für die Verteidigung ausgeben soll, führt der US-Informationsdienst Stratfor aus.

Aus einer Mitteilung der NATO geht hervor, dass im Jahr 2017 nur die USA mehr als drei Prozent des BIPs für Verteidigungsausgaben ansetzten, gefolgt von Griechenland (2,36 Prozent), Großbritannien (2,12 Prozent) und Estland (2,08 Prozent). Andere Mitglieder geben nach Angaben der NATO weniger als zwei Prozent aus.

Großbritannien steigt aus Satellitenprojekt der EU aus

Airbus-Chef Tom Enders kritisiert, dass die EU Großbritannien indirekt aus dem Satelliten-Projekt "Galileo" ausgeschlossen hat. Er sagte nach Angaben der Financial Times, der Schritt sei "ein schwerer Schlag für das gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungsziel der EU". "Wissen die, die über eine ,europäische Armee' sprechen, nicht, dass Großbritannien eine von nur zwei ernstzunehmenden Militärmächten in Europa ist?", so Enders.

Carl Bildt, ehemaliger schwedischer Premier und derzeit Co-Vorsitzender des European Council on Foreign Relations, griff die Kritik auf. Der Ausschluss Großbritanniens sei eine "strategische Torheit der ersten Ordnung".

Die Kritiken von Enders und Bildt kamen, nachdem Großbritannien am vergangenen Freitag angekündigt hatte, es werde sich von den militärischen Aspekten des Zehn-Milliarden-Euro-Programms entfernen. Die Entwicklung des Programms könne Großbritannien angesichts des Brexits ohnehin nicht mehr beeinflussen, argumentiert die Regierung in London. Brüssel hat stets argumentiert, dass Nicht-EU-Mitgliedstaaten nicht an der Entwicklung des sicheren öffentlichen regulierten Dienstes (PRS) von "Galileo" beteiligt sein können.

Joanne Wheeler, Anwalt der Raumfahrtbranche bei Alden Advisers, sagt, der Austritt Großbritanniens aus dem Projekt werde dazu führen, dass die EU nicht mehr auf das "Weltklasse-Know-How" der Briten zurückgreifen kann. Zudem werde dieser Schritt die Kosten für "Galileo" erhöhen und die Fertigstellung des Projekts um mindestens zwei Jahre zeitlich verschieben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Deutschland
DWN
Politik
Politik Zwei Brüder im Geiste: Russland kämpft in der Ukraine - China probt den Krieg

Während der Ukraine-Krieg Europa in Atem hält, fährt China in den Gewässern des Pazifiks schwere Geschütze auf.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Finnland soll ab Samstag kein russisches Gas mehr bekommen

Russland stellt Samstagmorgen die Gaslieferungen nach Finnland ein. Ab 06:00 Uhr werde kein Gas mehr fließen, teilt der finnische...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt der Lastenausgleich – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Spannungen nehmen weiter zu: China entsendet Zerstörer und Flugzeugträger / Sorge auf Okinawa

Geraten jetzt auch Japan und andere pazifische Anrainerstaaten ins Visier der chinesischen Streitkräfte?

DWN
Finanzen
Finanzen Dax dank Chinas Notenbank deutlich im Plus

Konjunkturhilfen in China haben die Stimmung an Europas Börsen nach den jüngsten Verlusten wieder deutlich aufgehellt. Der Dax handelt...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesetat 2022 sieht zweithöchste Neuverschuldung der Geschichte vor

Im Bundeshaushalt 2022 ist eine Neuverschuldung von 138,9 Milliarden Euro vorgesehen. Und ein erheblicher Posten ist dabei noch nicht...

DWN
Deutschland
Deutschland DIHK: Stimmung in der deutschen Industrie massiv eingebrochen

Die deutsche Wirtschaft blickt äußerst pessimistisch in die Zukunft. Ein Drittel der von der DIHK befragten Firmen rechnet mit noch...