Analysten: Abschwung in China leitet Rezession im Welthandel ein

 

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19.01.2019 18:16
Beobachtern zufolge ist der Einbruch der Handelsgeschäfte Chinas zum Jahresende ein Vorbote für eine Rezession im gesamten Welthandel.
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Der starke Rückgang des Handelsgeschäftes Chinas zum Ende des Jahres 2018 deutet aus Sicht zahlreicher Beobachter eine sich im laufenden Jahr verstärkende Rezession im Welthandel an. Wie der Business Insider berichtet, gilt auch der deutliche Einbruch des Aktienkurses von Apple als Omen für einen globalen Abschwung.

Chinas Exporte waren im Dezember gegenüber dem November um 4,4 Prozent gesunken, die Importe gar um etwa 7,6 Prozent. Es war der stärkste Einbruch des Handels seit 2016.

Raymond Yeung, der Chefvolkswirt für die Region Greater China bei der ANZ Bank, erklärt das Ausmaß des Handelsabschwungs mit der seit Monaten zu beobachtenden Wachstumsabschwächung der chinesischen Volkswirtschaft sowie jener der Weltwirtschaft – für die die Entwicklungen in China ein zentraler Indikator geworden sind. Zudem hätten Unternehmen im Herbst ihre mit China zusammenhängenden Waren-Bestellungen vor Einsetzen möglicher Strafzölle im neuen Jahr stark erhöht – eine künstliche Auftragsflut, welche sich nun umzukehren beginne.

„Eine Rezession ist wahrscheinlich“, wird Yeung zitiert. „Die anekdotenhaften Berichte chinesischer Exporteure, die ihre Ladungen vor den Zollerhöhungen im Jahr 2019 vorgeschoben hatten, könnten die starken Exporte Ende 2018 erklären. In den kommenden Monaten dürften die Ausfuhren jedoch zurückgehen.“

Ein weiteres Indiz für die deutliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaft ist aus Sicht vieler Beobachter zudem der Kursverfall der Aktie des US-Technologiekonzerns Apple. „Der Aktienkurs von Apple ist nach wie vor unser bevorzugter Maßstab für Chinas Exportaussichten“, sagt Yeung „Wir glauben, dass der Finanzmarkt die genaueste Einschätzung zur globalen Elektronikindustrie liefert, da die Aktienkurse der Marktführer die Ansichten von Branchenexperten über die Lebenszyklen von Elektronikprodukten am genauesten widerspiegeln.“ Der Aktienkurs von Apple ist vom bisherigen Allzeithoch im Oktober 2018 von rund 230 Dollar auf nunmehr etwa 150 Dollar gesunken.

Letztendlich jedoch liegt das Hauptproblem nicht in China, sondern in der Weltwirtschaft begründet. „Da sich das globale Wachstum in diesem Jahr weiter abkühlen wird, werden die Exporte schwach bleiben, selbst wenn China eine Einigung im Handelskrieg mit den USA erzielen kann“, wird eine Analystin von Capital Economics vom Business Insider zitiert.

Eine auf China spezialisierte Analystin der Großbank HSBC rechnet mit Unterstützungsmaßnahmen durch die chinesische Regierung. „Die Anzeichen für ein schwächeres globales Wachstum sowie die handelspolitische Unsicherheit werden Chinas exportorientierten Sektor 2019 weiterhin belasten“, sagt sie. Tatsächlich hatte die Regierung am Dienstag ein breit angelegtes Steuersenkungs-Programm angekündigt, um den Unternehmen eine größere finanzielle Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Nach der Reihe schwacher Wirtschaftsdaten wird sich die Aufmerksamkeit der Investoren nun auf die monatlichen Datensätze zur Industrieproduktion, der Einzelhandelsumsätze und auf die Haus- und Wohnungskäufe in Großstädten richten, welche am 21. Januar veröffentlicht werden – demselben Tag, an dem auch Daten zu Chinas Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2018 veröffentlicht werden.

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