Finanzen

Italien: Zentralbank soll Goldreserven dem Staat übereignen

Lesezeit: 1 min
12.02.2019 17:09
Die Lega hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, um die Goldreserven des Landes formal als Eigentum des Staates zu deklarieren.
Italien: Zentralbank soll Goldreserven dem Staat übereignen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die italienische Regierungspartei Lega hat einen Entwurf für eine Verfassungsänderung ausgearbeitet, der letztlich der Regierung einen Verkauf von Goldreserven ermöglichen würde. In dem Papier, das Reuters vorlag, heißt es, die Bestände könnten abgegeben werden, wenn dies "durch die Verfassung authorisiert wird".

Einem Bericht der Zeitung La Stampa vom Montag zufolge erwägt die Regierung in Rom diesen Schritt, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr zu begrenzen und eine geplante Mehrwertsteuererhöhung 2020 zu vermeiden. Lega-Chef Matteo Salvini sagte, dies sei kein Thema, das er verfolge, aber es könnte sich um eine interessante Idee handeln. In der Vergangenheit hatten die europäischen Behörden Versuche der italienischen Regierung verhindert, Gold zu verkaufen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Lega, Claudio Borghi, bezeichnete den Entwurf, der bislang noch nicht dem Parlament vorgelegt wurde, als "Hypothese". Die Regierung habe keine Pläne, Reserven zu verkaufen, um die gegenwärtigen Haushaltslöcher zu stopfen. Borghi hat bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, demzufolge die Goldreserven dem Staat und nicht der Zentralbank gehören.

Damit eine Verfassungsänderung in Kraft tritt, ist ein langwieriger Gesetzgebungsprozess und in einigen Fällen ein Referendum nötig. Italien verfügt über die weltweit drittgrößten Goldreserven nach den USA und Deutschland. Nach Berechnungen des World Gold Council lagen sie 2018 bei 2451,8 Tonnen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Marc Friedrich: Corona ist bald vorbei - wann wird die Politik mit der ganzen Wahrheit herausrücken?

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten veröffentlichen einen Auszug aus dem im April erschienenen neuesten Buch von Marc Friedrich: "Die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eine neue Macht übernimmt den Fußball: Die Fans werden den reichen Club-Besitzern und Oligarchen noch hinterhertrauern

Früher wurde der Profi-Fußball von selbsternannten Sonnenkönigen beherrscht. Mittlerweile ziehen Multi-Milliardäre die Fäden. Doch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferketten-Gesetz: "Die Belastungen für die Unternehmer stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis"

Das Parlament diskutiert gerade das neue Lieferketten-Gesetz der Bundesregierung: Unternehmen sollen künftig dafür Sorge tragen, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Bericht: Türkische Kampf-Drohnen erobern die Welt

Einem Bericht zufolge hat sich die Türkei zu einer Drohnenmacht entwickelt. Dabei soll die Drohne des Typs Bayraktar TB2 in Syrien, Libyen...

DWN
Finanzen
Finanzen Der „IMF Coin“ wird das weltweite Fiatgeld-System zerschlagen

Das Ende des Fiat-Geldsystems steht bevor. Digitale Zentralbankwährungen bedrohen angeblich den US-Dollar. Doch wahrscheinlicher ist, dass...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chinas Bevölkerungsrückgang hat Folgen für die ganze Welt

Erstmals seit der großen Hungersnot unter Mao vor 60 Jahren schrumpft die chinesische Bevölkerung nun wieder. In der Folge droht dem Land...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie groß ist die Gefahr einer starken Inflation?

Die Gefahr einer starken Inflation ist derzeit das große Thema in den Unternehmen. Denn vor dem Hintergrund der Corona-Krise ist es...