Finanzen

Venezuela: Opposition sammelt 100 Millionen Dollar im Ausland

Lesezeit: 2 min
19.02.2019 16:49
Auf einer Geberkonferenz in den USA hat die venezolanische Opposition etwa 100 Millionen US-Dollar gesammelt. 30 Millionen US-Dollar sollen von internationalen Finanzinstituten kommen.
Venezuela: Opposition sammelt 100 Millionen Dollar im Ausland

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am vergangenen Donnerstag sind mehrere führende Politiker der venezolanischen Gegenregierung nach Washington D.C. geflogen, um die US-Regierung und die internationale Gemeinschaft um finanzielle Zuwendungen zu bitten. Der Aufruf erfolgte auf einer Geberkonferenz, die am Sitz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in der US-Hauptstadt organisiert wurde.

Die venezolanische Delegation gab dabei bekannt, dass sie seit dem 23. Januar 2019 mehr als 100 Millionen US-Dollar von anderen Staaten erhalten habe. Der Ex-Bürgermeister der Gemeinde El Hatillo/Caracas, David Smolansky, teilte mit, dass internationale Finanzinstitute 30 Millionen US-Dollar beigesteuert hätten, berichtet La Capital. Unter den staatlichen Spendern seien unter anderem die USA, Kanada und Großbritannien.

Smolansky ist der Koordinator der Gruppe „Arbeit für Migranten und Flüchtlinge“ der OAS. Der venezolanischen Gegenregierung geht es vor allem auch darum, nach einer Machtübernahme die staatlichen Firmen zu privatisieren, was Maduro bisher verhindert hatte.

“Mit dem Abgang von Nicolás Maduro sind die Diktaturen von Daniel Ortega in Nicaragua und die über 60-jährige Diktatur Kubas ernsthaft geschwächt. Wir streben auch die Freiheit dieser Länder an. Wir möchten erreichen, dass wir der erste Kontinent der Geschichte werden, in dem es keine Tyrannei gibt”, sagte Smolansky dem Sender TV Venezuela Noticias Dem Politiker zufolge wird am 22. Februar in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta ein Benefizkonzert stattfinden, um Spenden für die Menschen in Venezuela zu sammeln, berichtet das Blatt El Nacional.

“Wir müssen Tausende von Türen öffnen, um humanitäre Hilfe nach Venezuela zu bringen”, zitiert die US-Medienfirma McClatchy Carlos Vecchio, der der oberste Diplomat der Guaidó-Regierung in Washington D.C. ist. Das Geld soll angeblich dazu dienen, die humanitäre Krise in Venezuela zu bewältigen. Der US-amerikanische Gesundheitsminister Alex Azar warnte davor, dass übertragbare Krankheiten in Venezuela wieder aufgetaucht seien. Trumps Sondergesandter in Venezuela, Elliot Abrams, versprach den Venezolanern, mehr US-Hilfe zukommen zu lassen. “Jede Lösung der venezolanischen Krise muss mit dem endgültigen Abzug des Maduro-Regimes beginnen”, sagte Abrams.

Botschafter Roger Noriega, der unter George W. Bush als stellvertretender Staatssekretär für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre diente, sagte, die Konferenz zeige die Stärke und das Geschick der Opposition. Es sei auch wichtig für die internationale Gemeinschaft, über die Lage in Venezuela direkt durch Oppositionsführer unterrichtet zu werden, sagte er.

Der für die humanitäre Belange zuständige Politiker der Gegenregierung, Lester Toledo, macht den aktuellen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro für die humanitäre Krise in Venezuela verantwortlich. Toledo setzt im Auftrag von Guaidó auf die direkte Unterstützung der US-Regierung, aber insbesondere auf die persönliche Unterstützung von US-Senator Marco Rubio. Auf seiner Twitter-Seite hat er mehrere Nachrichten geteilt, die Rubio für seine Unterstützung loben. Dazu gehört auch ein gemeinsamer Videoclip mit Rubio. In den vergangenen Tagen hat Rubio das venezolanisch-kolumbianische Grenzgebiet besucht, um eine Warnung an die Maduro-Regierung auszusprechen. Wenn venezolanische Soldaten, die Maduro gegenüber loyal gesinnt sind, weiterhin den Zugang für humanitäre Hilfen über Kolumbien nach Venezuela blockieren würden, müssten sie sich für den Tatbestand der “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” verantworten, zitiert CBS News Rubio.

Toledo teilte über Twitter mit, dass Rubio seine Worte gegen Maduro auf der International Simón Bolívar-Brücke  richtete. Die Brücke ist 300 Meter lang und verläuft über den Fluss Táchira an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen. Doch Moskau arbeitet an einem...

DWN
Politik
Politik Baerbock will mindestens 2 Prozent der Fläche Deutschlands mit Windkraftanlagen bestücken

Annalena Baerbock zufolge müssen mindestens 2 Prozent der gesamten deutschen Landfläche mit Windkraftanlagen bestückt werden, um das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stahlkonzern Salzgitter meldet starken Quartalsgewinn

Die zuletzt hohen Stahlpreise haben dem Salzgitter-Konzern im ersten Quartal einen hohen Gewinn ermöglicht. Im Vorjahr hatte Salzgitter...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Militärattachés Norwegens, Schwedens und Dänemarks besuchen Truppen in der Ost-Ukraine

Die Militärattachés Norwegens, Schwedens und Dänemarks haben die ukrainischen Truppen an der Kontaktlinie im Osten des Landes besucht....

DWN
Deutschland
Deutschland Verschärftes Gesetz: Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein

Die Bundesregierung hat ein verschärftes Klimagesetz beschlossen. Energie dürfte noch schneller noch teurer werden.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Inflationsrate steigt auf Zweijahreshoch

Höhere Kosten für das Tanken und Heizen haben die deutschen Verbraucherpreise im April so stark steigen lassen wie seit zwei Jahren nicht...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Reederei Hapag-Lloyd verachtfacht operatives Ergebnis

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von Deutschlands größter Containerreederei im ersten Quartal war achtmal so hoch wie im...