Finanzen

USA und EU wollen Bitcoin an die Leine nehmen

Lesezeit: 2 min
02.04.2013 15:55  Aktualisiert: 02.04.2013 15:55
Die Internet-Währung Bitcoin erlebt einen Höhenflug. Die Nutzer sehen in ihr eine Alternative zu den klassischen Währungen. Daher wollen die US-Behörden nun stärkere Regeln für Bitcoin. Auch die EZB will die Internet-Währung kontrollieren.
USA und EU wollen Bitcoin an die Leine nehmen

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Anfang Januar kostete ein Bitcoin 10 Euro. Am Dienstag lag der Bitcoin-Kurs zwischenzeitlich bereits bei 85 Euro. Allein in den zwei Wochen seit Beginn der Zypernkrise hat sich der Kurs fast verdreifacht. Diese Preisexplosion spiegelt das Misstrauen in die zentralbankgesteuerten Währungen der Welt wider. Allerdings ist auch Vorsicht geboten. Denn den Behörden der Welt ist die Alternativwährung ein Dorn im Auge und sie werden alles daran setzen, Zugriff auf Bitcoin zu erlangen.

Der Vorteil der virtuellen Währung besteht darin, dass sie unabhängig ist. Keine Zentralgewalt à la Mario Draghi kann Bitcoins nach Belieben drucken und so den Wert der Währung durch Inflation zerstören. Niemand hat Einblick in das Konto eines anderen oder kann gar eine Zwangsabgabe wie in Zypern erwirken. Kein Bankencrash kann das Guthaben vernichten.

 

EZB bezeichnet Bitcoin als Schneeball-System

Bereits im Oktober bezeichnete die EZB Bitcoin als Schneeballsystem, da die virtuelle Währung nur dadurch an Wert gewinnt, dass mehr Nutzer der Alternativwährung Wert beimessen. „Benutzer gehen ins System und kaufen Bitcoins mit echten Währungen, aber sie können ihr Geld nur zurückerlangen, wenn sie andere Nutzer finden, die ihre Bitcoins kaufen wollen, d. h. wenn neue Teilnehmer in das System einsteigen wollen“, so die EZB-Analyse.

Doch diese Kritik der EZB trifft offenkundig auch den Euro und alle „echten Währungen“ der Welt. Denn auch diese „echten Währungen“ erhalten ihren Wert nur durch das Vertrauen, das ihnen die Nutzer entgegenbringen. Wenn dieses Vertrauen schwindet wie derzeit in Zypern, dann kann die Währung nur durch Kapitalkontrollen und Enteignung aufrechterhalten werden. Sonst bricht sie zusammen. Dass die EZB in Bitcoin eine massive Bedrohung sieht, liest sich auch daraus, dass die Zentralbank sich genötigt sieht, Bitcoin zu regulieren.

 

„Eine weit verbreitete Ersetzung von Zentralbankgeld durch eine privat ausgegebene virtuelle Währung könnte die Bilanzen der Zentralbanken deutlich reduzieren, und dadurch auch ihr Vermögen die kurzfristigen Leitzinssätze zu beeinflussen. Die Zentralbanken müssten die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel prüfen, um mit den Risiken umzugehen (zum Beispiel indem sie versuchen, Mindestreserve-Anforderungen an virtuelle Währungen stellen).“

 

USA wollen Bitcoin regulieren

Auch die US-Behörden haben die Bedrohung durch Bitcoin längst erkannt. Mitte März, kurz nach Beginn der Zypernkrise, unterwarfen sie virtuelle Währungen den Regulierungen gegen Geldwäsche. Unternehmen, die Bitcoin verwenden, müssen nun darüber entsprechend den US-Regulierungen Buch führen, berichtet das WSJ. Zudem müssen Bitcoin-Transfers über 10.000 Dollar den Behörden gemeldet werden.

Wenn es den Behörden tatsächlich gelingen sollte, Bitcoin zu regulieren, dann ist es um die Vorteile der Alternativwährung – das Bankgeheimnis, die Sicherheit vor Inflation oder die Unabhängigkeit von den Banken – geschehen. Doch noch ist unklar, wie die US-Behörden eine Währung regulieren wollen, bei der Zahlungen anonym und direkt von einem Nutzer zum anderen ablaufen.



DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Spannungen nehmen weiter zu: China entsendet Zerstörer und Flugzeugträger / Sorge auf Okinawa

Geraten jetzt auch Japan und andere pazifische Anrainerstaaten ins Visier der chinesischen Streitkräfte?

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesetat 2022 sieht zweithöchste Neuverschuldung der Geschichte vor

Im Bundeshaushalt 2022 ist eine Neuverschuldung von 138,9 Milliarden Euro vorgesehen. Und ein erheblicher Posten ist dabei noch nicht...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Erzeugerpreise steigen um 33,5 Prozent

Die deutschen Hersteller haben ihre Erzeugerpreise so stark erhöht wie nie zuvor - um 33 Prozent innerhalb eines Jahres. Butter verteuerte...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt der Lastenausgleich – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Stahlkonzern Vallourec schließt deutsche Werke

Die IG Metall hatte es schon lange befürchtet, am Mittwoch wurde es Gewissheit: Vallourec will seine deutschen Standorte in Düsseldorf...

DWN
Finanzen
Finanzen Zentralbanken investieren massiv in Aktien

Die Zentralbanken definieren ihre Rolle zunehmend neu. Was bedeutet das für den Aktienmarkt?

DWN
Politik
Politik Affenpocken-Ausbrüche in Europa nehmen zu

Ausbrüche von Affenpocken in Großbritannien, Portugal, Spanien, Italien und den USA sorgen für Alarm. Doch Experten raten vorerst nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Vorboten der Krise: Großinvestoren treten die Flucht ins Bargeld an

Große Fonds und Vermögensverwalter ziehen sich aus dem Aktienmarkt zurück und setzen zunehmend auf Cash.