Roboter beraten Anleger bei der Vermögensverwaltung

 

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01.04.2019 12:10
Es kommen verstärkt digitale Vermögensverwalter zum Einsatz. Einer der besten Robo-Advisor ist OSKAR. Doch auch die Sparkasse Bremen führt einen Robo-Advisor.
Roboter beraten Anleger bei der Vermögensverwaltung
Robo-Advisor kommen verstärkt zum Einsatz, um Anleger zu beraten. (Grafik: Wavestone Bankobserver)

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Neue Wettbewerber drängen auf den Markt, immer mehr Menschen bevorzugen digitale Lösungen. Ein Vermögen unkompliziert aufbauen oder verwalten und das komplett in der digitalen Welt. Dabei helfen Robo-Advisor, bei denen es um digitale Anlageberater geht, die nach Algorithmen Vermögensberatungen durchführen. Mit 3,8 Milliarden Euro Kundengeldern stehen die etwa 25 Anbieter von Robo-Advisorn für 27 Prozent des Marktes in Europa. Indes verteile sich das betreute Vermögen auf wenige Anbieter, so die Deutsche Bank in einer Analyse.

Bei Robo-Advisorn geben Sparer zunächst an, welche Anlagezeiträume und welche Risikoneigung sie haben. Danach wird das Geld über Fonds und mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien weltweit investiert. Manche Anbieter passen das Portfolio automatisch an, wenn Börsenrisiken wachsen oder Sparziele verletzt werden könnten. Die Firmen verlangen meist Gebühren von unter einem Prozent. Mit im Schnitt vier Prozent Rendite 2017 und Verlusten von mehr als fünf Prozent im schwierigen Börsenjahr 2018 hätten Robo-Advisor solide abgeschnitten. Damit lägen sie vor vergleichbaren aktiv gemanagten Fonds. Jedoch seien die deutschen Robo-Advisor mit Gebühren von rund einem Prozent deutlich teurer als jene im Vorreiterland USA, wo nur 0,3 Prozent fällig würden, so die Deutsche Bank in einer Studie.

Die besten Robo-Advisor

Als einer der besten Robo-Advisor gilt OSKAR. Bereits mit einer Summe in Höhe von 25 Euro monatlich können Anleger ein Vermögen aufbauen. Die Anlagesummen werden von den Robo-Advisorn in börsengehandelte Fonds (ETFs) investiert und verwaltet. Sobald der Robo-Advisor ein besseres Produkt auf dem Markt findet, werden die ETFs ausgetauscht. Finanzen.net führt aus: “es gibt keine Aus­gabe­auf­schläge, keine Perfor­mance­gebühren und keine versteck­ten Kosten.”

Als Marktführer gilt Scalable Capital aus München, der allein mehr als eine Milliarde Euro verwaltet. Zu den größeren Adressen zählen auch cominvest von der Commerzbank Tochter Comdirect, Quirion von der Privatbank Quirin und Liqid aus der Vermögensverwaltung der Milliardärsfamilie Quandt. Quirion hat die Mindestanlagesumme im Februar 2019 auf 5.000 Euro gesenkt. Sparpläne ab 30 Euro sind ebenfalls möglich. “Mit der erneuten Senkung der Mindesteinlage wollen wir Einstiegshürden abbauen, um weiterhin mehr Menschen mit Quirion den Zugang zu einer hochprofessionellen Geldanlage an den internationalen Finanzmärkten zu ermöglichen – und zwar bequem vom Rechner zuhause aus”, zitiert Extra ETF den Quirion-Chef Karl Matthäus Schmidt.

Das Tochterunternehmen der Sparkasse Bremen, Smavesto GmbH, bietet mit dem Robo-Advisor “Smavesto” ebenfalls optimale Ergebnisse für Anlegerinnen und Anleger. Entwickelt wurde die Vermögensanlage von einem Projektteam der Sparkasse Bremen gemeinsam mit externen KI-Experten, berichtet das Private Banking Magazin.

“Dadurch konnten wir schnell eine Vermögensverwaltung verfügbar machen, die voll digital ist - von der Registrierung bis zum täglichen Umgang”, sagt Sascha Otto, Leiter Wertpapier- und Portfoliomanagement bei der Sparkasse Bremen, der die Umsetzung begleitet hat. “Smavesto” ermöglicht es auch in einen monatlichen Sparplan ab 50 Euro einzuzahlen und so Vermögen aufzubauen. Große Einmalzahlungen oder hohe Vermögen sind nicht nötig um vom Know-How der KI zu profitieren. Durch die hohe Automatisierung beträgt die jährliche Gebühr nur ein Prozent pro Jahr (gerechnet auf das durchschnittlich verwaltete Anlagevermögen).

Nach einer Umfrage European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) unter 104 Vertriebspartnern sollen 85 Prozent der Befragten der Meinung sein, dass sich die Robo-Advisor in Deutschland durchsetzen werden. “Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass das Wachstum der Robo Advisor noch längst nicht an seinem Ende angekommen ist, vielmehr ist von einer zukünftig steigenden Bedeutung auszugehen”, so Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von Ebase. Ebase selbst betreibt seit dem Jahr 2014 den Robo-Advisor Fintego, so das Finanzmagazin Biallo.

“Smavesto” ergänzt “BremenKapital”

Mit “Smavesto” vervollständigt die Sparkasse Bremen ihr Angebot zur Vermögensverwaltung. “Smavesto” erreicht Kundengruppen, die die Sparkasse Bremen bisher nicht als Finanzdienstleister nutzen”, sagt Thomas Fürst, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen. Der Fokus liege auf der Zielgruppe “Digital Natives”. Menschen also, die sich viel in der digitalen Welt bewegen. “Für diese Menschen haben wir die Anwendung entwickelt, die sich intuitiv bedienen lässt und auch noch Spaß macht.” Die digitale Vermögensverwaltung vergleicht Fürst dabei mit der Plattform Spotify - “der Nutzer bestimmt Musik und Lautstärke eigenständig.” Die erfolgreich traditionelle “Bremen Kapital” hingegen setze auf den Schwerpunkt Beratung, “wie bei einem Angebot, den Kunden zu einem Konzert zu begleiten und ihm zu erklären, warum der Komponist welche Noten wann gesetzt hat.”

Detaillierte Infos zu “Smavesto”

Die Depots von “Smavesto” verwaltet die Baader Bank, eine der führenden familiengeführten Depotbanken im deutschsprachigen Raum. Sie hat sich zum Spezialisten im Wertpapierhandel der digitalen Vermögensverwalter entwickelt.

Der Algorithmus stammt von der Firma GET Capital AG. Diese bisher nur institutionellen Kunden zugängliche Technologie ist nun auch für die "Smavesto"-Kundschaft verfügbar. Mittlerweile hat sich die Sparkasse Bremen mehrheitlich an dem Unternehmen aus Mönchengladbach beteiligt.

Programmiert wurde “Smavesto” von der niiio finance group AG. Das Unternehmen mit Sitz in Görlitz ist auf Cloud-Lösungen und Plattformen im Wealth Management spezialisiert.

 

 

 

 



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