Wirtschaft

CDU-Wirtschaftsrat fordert Fracking in Deutschland – Risiken für Umwelt und Klima

Deutschlands Rohstoffstrategie steht unter Druck: Der Ruf nach mehr Eigenförderung wird lauter. Fracking rückt dabei wieder in den Fokus politischer Diskussionen. Doch kann die umstrittene Technologie wirklich Abhängigkeiten verringern, ohne neue Risiken für Umwelt und Gesellschaft zu schaffen?
19.03.2026 09:58
Aktualisiert: 19.03.2026 09:58
Lesezeit: 1 min
CDU-Wirtschaftsrat fordert Fracking in Deutschland – Risiken für Umwelt und Klima
Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates der CDU. (Archivbild von 2022: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Wirtschaftsrat der CDU plädiert für Einsatz von Fracking in Deutschland

Der Wirtschaftsrat der CDU befürwortet die Förderung von Erdgas in Deutschland mithilfe der umstrittenen Fracking-Technologie. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass heimische Ressourcen bei sämtlichen Rohstoffen wieder konsequent erschlossen werden sollten. "Dazu zählt auch die Nutzung eigener Gasquellen, einschließlich unkonventioneller Fördermethoden wie Fracking."

Steiger hob hervor, dass Umweltstandards weiterhin strikt eingehalten werden müssten – gleichzeitig sei ein pragmatisches Vorgehen erforderlich. "Rohstoffe sind auch eine Voraussetzung für unsere industrielle und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit." Andernfalls drohten zunehmende Abhängigkeiten, beispielsweise von China. Eine gesicherte Versorgung mit energetischen und mineralischen Rohstoffen sei für Deutschland eine "strategische Überlebensfrage".

Berater drängen auf Prüfung höherer Gasförderung durch Fracking

Steiger äußerte sich im Vorfeld einer Tagung des Wirtschaftsrates zur Energie- und Umweltpolitik in Berlin, bei der unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet wird. Auch Berater von Reiche hatten sich dafür ausgesprochen, die Option zu prüfen, die derzeit geringe Gasförderung in Deutschland durch Fracking deutlich zu erhöhen.

Bei diesem Verfahren wird Erdgas aus tief liegendem Gestein gewonnen. In Deutschland ist die Methode derzeit verboten. Kritiker warnen vor möglichen Verunreinigungen des Grundwassers durch eingesetzte Chemikalien. Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden erklärte, der Vorschlag sei zudem riskant, da große Mengen Methan freigesetzt würden, was das Klima zusätzlich belaste.

Deutschland nutzt Rohstoffvorkommen laut Wirtschaftsrat zu wenig

In einem Positionspapier des Wirtschaftsrates wird ausgeführt, dass heimische Vorkommen den Bedarf bei bestimmten Rohstoffen vollständig decken oder zumindest erheblich beitragen könnten. "Allerdings gefährden verschärfte Wettbewerbsbedingungen – etwa durch hohe Energiekosten, übermäßige Bürokratie und komplexe Regulierungen – bestehende Wertschöpfungsketten im Hinblick auf Sand, Kies, Kalkstein, Gips sowie Aluminium, Chrom, Kupfer, Germanium, Lithium, Magnesium und weitere Metalle und Mineralien." Gleichzeitig würden weitere inländische Rohstoffpotenziale bislang nicht ausreichend genutzt.

Fracking als umstrittene Option für Deutschlands Zukunft

Die Diskussion um Fracking zeigt die wachsenden Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Umweltbedenken. Einerseits könnte die heimische Gasförderung dazu beitragen, Abhängigkeiten zu reduzieren und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Andererseits stehen erhebliche Risiken für Umwelt und Klima im Raum, die politisch und gesellschaftlich schwer wiegen. Die Position des CDU-Wirtschaftsrates verdeutlicht den Druck, pragmatische Lösungen für die Energieversorgung zu finden. Ob Fracking tatsächlich eine tragfähige Option darstellt, hängt maßgeblich von strengen Umweltauflagen und einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Die Debatte dürfte daher weiter an Intensität gewinnen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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