Finanzen

Ölpreis im Aufwind: Nordseesorte Brent reagiert auf Eskalation im Irankrieg

Ein Raketenangriff auf Katars Gasinfrastruktur sorgt für Turbulenzen am Energiemarkt und lässt den Ölpreis steigen. Während der Brent-Ölpreis deutlich zulegt, bleibt US-Öl zurückhaltender. Steht der Ölmarkt vor einer neuen Phase extremer Unsicherheit?
19.03.2026 09:55
Lesezeit: 2 min
Ölpreis im Aufwind: Nordseesorte Brent reagiert auf Eskalation im Irankrieg
Steigende Ölpreise durch geopolitische Spannungen: Der Brent-Ölpreis reagiert deutlich auf die Krise im Nahen Osten. (Foto: ChatGPT)

Ölpreis aktuell: Nordsee-Ölpreis steigt deutlich an

Iranische Angriffe auf Katars Gasindustrie und Drohungen aus Washington sorgen für Unsicherheit am Ölmarkt. Warum der Ölpreis für Nordseeöl besonders stark steigt.

Die Öl-Preise ziehen angesichts der zugespitzten Lage im Nahen Osten erneut kräftig an, und der Ölpreis reagiert sensibel auf jede Eskalation. Die für den Weltmarkt wichtigen Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden, was den Ölpreis und die Öl-Preise zusätzlich unter Druck setzt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent, also der Brent-Ölpreis, stieg zeitweise auf mehr als 115 Dollar. Gegen 8.30 Uhr lag der Brent-Ölpreis bei rund 113 Dollar und damit circa 5,5 Prozent höher als am Vorabend, was den allgemeinen Ölpreis deutlich nach oben treibt.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Bombardierung des wichtigen Gasfelds "South Pars" gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff "mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat". Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere. Die erneut gestiegene Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg treibt den Ölpreis sowie den Brent-Ölpreis weiter nach oben und beeinflusst die globalen Öl-Preise nachhaltig.

Kaum Bewegung beim US-Ölpreis

Deutlich verhaltener ist die Preisentwicklung bei der US-Sorte WTI, wodurch der Ölpreis in den USA weniger stark reagiert. Der Preis für ein Barrel zog lediglich leicht auf etwas mehr als 96 Dollar an. Die Differenz zwischen Brent und WTI ist derzeit so groß wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Seit dem Start des Iran-Kriegs verteuerte sich das WTI-Öl um etwas mehr als 40 Prozent, während der Brent-Preis um rund 55 Prozent anzog, was den globalen Ölpreis weiter auseinanderdriften lässt.

Die schwächere Preisentwicklung bei WTI im Vergleich zu anderen globalen Ölsorten ist darauf zurückzuführen, dass an den Märkten darüber spekuliert wird, ob die USA in die Öl-Terminmärkte eingreifen oder andere Maßnahmen ergreifen könnten, um die Folgen der Krise für den Ölpreis abzumildern. Finanzminister Scott Bessent sagte jedoch diese Woche dem Sender CNBC, dass keine Maßnahmen am Markt für Energie-Futures ergriffen worden seien.

Die Trump-Regierung könnte allerdings eine Abgabe auf Rohölexporte oder sogar ein Exportverbot in Betracht ziehen, um die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten steigenden Energiepreise und den Ölpreis zu bekämpfen, hieß es in einer Analyse von RBC Capital Markets.

Ölpreis bleibt Spielball der Geopolitik

Der Ölpreis zeigt einmal mehr, wie stark geopolitische Ereignisse die Energiemärkte beeinflussen. Besonders der Brent-Ölpreis reagiert sensibel auf die Eskalation im Nahen Osten, während die Öl-Preise insgesamt unter Druck stehen. Die Unterschiede zwischen WTI und Brent verdeutlichen zudem regionale Marktmechanismen. Solange die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt anhält, dürfte der Ölpreis volatil bleiben. Politische Entscheidungen, mögliche Eingriffe der USA und weitere Entwicklungen in der Region werden entscheidend sein. Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies weiterhin steigende Risiken und schwer kalkulierbare Energiepreise.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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