Deutsche Genossenschaftsbanken müssen Stresstest absolvieren

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
01.04.2019 16:13
Aufgrund der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB müssen die deutschen Spar- und Volksbanken sowie andere kleine Institute erneut einen Stresstest absolvieren.
Deutsche Genossenschaftsbanken müssen Stresstest absolvieren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Rund 1400 Sparkassen, Volksbanken und andere kleine Institute müssen der Aufsicht in einem Stresstest erneut ihre Widerstandsfähigkeit gegen anhaltende Mini-Zinsen nachweisen. Zum vierten Mal seit 2013 werden die nicht direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) überwachten deutschen Geldhäuser einer Niedrigzins-Umfrage unterzogen, wie die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin am Montag ankündigten. Ausgewählte Institute müssen darüber hinaus Auskunft geben zu Risiken aus Immobilien-Finanzierungen und zur Entwicklung der Kreditvergabe-Standards für Firmendarlehen.

"Die vorherigen aufsichtlichen Abfragen – auch bekannt als Niedrigzinsumfragen – haben gezeigt, dass langanhaltende Phasen niedriger Zinsen, starke wirtschaftliche Abschwünge oder eine abrupte Zinswende diese Kreditinstitute nachhaltig herausfordern", erklärten die Aufseher. Regelmäßige Prüfungen seien daher unerlässlich.

Im Euro-Raum liegen die Leitzinsen seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Geldhäuser müssen zudem Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht bei der EZB überschüssige Gelder parken: Der Einlagenzins steht bei minus 0,4 Prozent. Seit längeren klagen viele Institute darüber, dass die Ultratiefzinsen an ihren Gewinnen nagen.

In der Umfrage werden Geldhäuser mit fünf von der Aufsicht vorgegebenen Zinsszenarien für Jahre 2019 bis 2023 konfrontiert, darunter anhaltende Niedrigzinsen, aber auch ein abrupter Zinsanstieg. Darüber hinaus wird in einem Stresstest simuliert, wie Geldhäuser mit einem Konjunktureinbruch zurechtkommen, der unter anderem zu größeren Kreditausfällen führt. Die Ergebnisse der Prüfung haben auch Einfluss auf die Vorgaben der Kontrolleure für die Kapitalpolster der Institute. Zudem wird ein Stresstest bei allen Bausparkassen aufgelegt, der ihr Geschäftsmodell berücksichtigt.

Die Banken müssen die Daten aus dem Stresstest der Aufsicht bis Ende Mai zukommen lassen. Für die Umfrage zu den Immobilienfinanzierungen und zu den Kreditvergabestandards haben sie bis Mitte Juli Zeit. Die Ergebnisse will die Aufsicht im Herbst veröffentlichen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland „Deutschland spürt das Ende der Behaglichkeit“ – Warum Sie jetzt die DWN zum Vorteilspreis abonnieren sollten

Unser Redaktion zeigt auf, warum Sie nicht auf ein DWN-Abonnement verzichten sollten. Für das erste Jahr wird Ihnen ein besonderes Paket...

DWN
Deutschland
Deutschland China rettet Audi - und treibt den Autobauer weiter in die Abhängigkeit

Ohne den chinesischen Markt wäre das zweite Quartal für den chinesischen Markt für Audi desaströs ausgefallen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutscher Hoffnungsträger e.Go ist insolvent: Bei den E-Autobauern rollt weltweit die Pleitewelle

Der Insolvenzantrag des deutschen Elektroautobauers e.Go wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Finanzsituation bei vielen E-Autobauern...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gegen OPEC: China gründet neues Ölkartell

China baut ein Kartell auf, das sich aus den großen staatlichen Ölgesellschaften des Landes zusammensetzt. Auf diese Weise wollen sich...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Israel und Türkei erleben Blütezeit beim Handel

Aufgrund der Corona-Krise erlebt der bilaterale Handel zwischen der Türkei und Israel einen Aufschwung. Ein israelischer Diplomat...

DWN
Deutschland
Deutschland Autobauer gewähren hohe Rabatte: Preise für Neuwagen sinken massiv

Ein halbes Jahr lang waren Preise für Neuwagen überdurchschnittlich hoch - jetzt beginnen sie endlich wieder zu sinken.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Einzelhandel: Internet der Dinge wächst auf 30 Milliarden Euro

Die Bedeutung des Internet der Dinge (IoT) wird für den Einzelhandel immer größer. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

DWN
Politik
Politik Wieder Spannungen in der Barentssee: Russisches Kriegsschiff verfolgt französisches U-Boot

Ein französisches U-Boot ist in der Barentssee unterwegs - die russische Marine reagiert mit der Entsendung eines U-Boot-Jägers.

DWN
Finanzen
Finanzen Kampf gegen das Bargeld: Italien senkt Obergrenze für Cash-Zahlungen deutlich

Italien hat die Obergrenze für Bargeldzahlungen deutlich gesenkt. Bei Verstößen hagelt es künftig Strafen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Firmen-Ticker vom 8. Juli: Deutscher Lieferdienst begibt Milliarden-Anleihen

Im Folgenden lesen Sie die Unternehmens-Nachrichten vom Mittwoch, den 8. Juni.

DWN
Panorama
Panorama Corona-Ticker vom 8. Juli: Lage in den USA außer Kontrolle - drei Millionen Infizierte

Im Folgenden lesen Sie den Corona-Ticker von Mittwoch, den 8. Juli.

DWN
Deutschland
Deutschland Ab Mittwoch: Kaufprämie für Elektro-Autos verdoppelt sich

Der Staat zahl ab Mittwoch eine doppelt so hohe Kaufprämie für Elektroautos.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Weltbank: Pandemie stürzt Russland in die schwerste Rezession seit elf Jahren

Russland steht vor dem größten Einbruch seiner Wirtschaft seit elf Jahren, sagt die Weltbank in einer aktuellen Studie.

DWN
Finanzen
Finanzen Turbulenzen an den Börsen: Silber und Platin verzeichnen gewaltiges Preisgefälle

Das gleiche Phänomen, das zuletzt bereits den Goldmarkt durcheinander brachte, hat nun auch den Handel mit Silber, Platin und Palladium...

DWN
Politik
Politik Libyen: Premier fordert Unterstützung von der EU gegen Söldner-General Haftar

Libyens Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch fordert Deutschland und die EU dazu auf, Hilfen im Kampf gegen den Söldner-General Chalifa...

celtra_fin_Interscroller