Politik

Griechenland: Auswanderung nach Deutschland um 90% gestiegen

Lesezeit: 1 min
20.05.2012 20:57
Die prekäre wirtschaftliche Situation Griechenlands und die zunehmende Gefahr eines Euroaustritts verunsichern viele Griechen. Die Auswanderung nach Deutschland ist immens gestiegen und hält weiter an. Die Griechen stehen Schlange, um einen der begehrten Deutschkurse nutzen zu können.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zahl der Obdachlosen in Griechenland hat dramatisch zugenommen, die Suppenküchen ernähren doppelt so viele Menschen wie noch vor einem Jahr und die politische Situation des Landes ist äußerst instabil. Immer mehr Analysten und Politiker warnen die Griechen dennoch vor einem Euroaustritt. Denn die Situation des Landes würde sich noch weiter verschlimmern (auch Martin Schulz wies noch einmal darauf hin – mehr hier). Die Pharmabranche ist bereits jetzt schon in der Planung einer medizinischen Notfallversorgung für das Land (hier).

Der Gouverneur der Bank von Griechenland, George Provopoulos, rechnet im Falle eines Euroaustritts mit einem akuten Mangel an Grundnahrungsmitteln, die zu schweren Unruhen führen könnten. Es wäre eine „wahre Hölle“. „Ohne Treibstoff könnten Arme und Polizei ihre Fahrzeuge nicht einsetzen.“ Erst nach einer langen Zeit würde sich die Situation beruhigen, aber die Übergangsphase zu Drachmen wäre ein „Alptraum-Szenario“, so der Gouverneur. „Griechenland wäre nicht in der Lage, 11 Millionen Menschen zu unterstützen, so dass es zu einer riesigen Abwanderung kommen würde“, sagte der ehemalige griechische Finanzminister, Yiannos Papantoniou, in einem TV-Interview mit Reuters Insider schon im Juli vergangenen Jahres.

Und genau diese Horrorszenarien treiben die griechische Bevölkerung ins deutsche Ausland. Im vergangenen Jahr sind 23.800 Griechen allein nach Deutschland ausgewandert – 90 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Die Menschen stehen Schlange, um Deutschkurse zu besuchen. Denn auch unter der derzeitigen Sparpolitik ist kein Fünkchen Hoffnung zu entdecken. Griechenland verfügt über keine gut aufgestellte Industrie - der Tourismus, der bereits zurückgegangen ist, und die Landwirtschaft dominieren die Wirtschaft des Landes.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Trump: Die USA werden in drei Jahren nicht mehr existieren

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump meint, dass die USA in drei Jahren nicht mehr existieren werden. Joe Biden hatte zuvor zugegeben,...

DWN
Politik
Politik Die Merkel-Jahre – der etwas andere Rückblick

16 Jahre mit Angela Merkel, das war auch immer wieder Thema in der Rubrik Klatsch und Kultur. Ein Rückblick von Walz bis Walser.

DWN
Deutschland
Deutschland Berichte: Ungeimpfte Schwangere in Dortmund an Corona verstorben

Mehrere Zeitungen berichten mit Verweis auf offizielle Quellen, dass in einem Dortmunder Krankenhaus eine Schwangere an Corona verstorben...

DWN
Finanzen
Finanzen Immobiliengigant in Schwierigkeiten: Sorge vor einem Crash in China

Der Immobiliengigant Evergrande steht unter großem Finanzdruck. Der Konzern spricht selber von „beispiellosen Schwierigkeiten“. Wie...

DWN
Technologie
Technologie Studie: Der Digitale Euro wird an seiner Einfachheit scheitern

Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet damit, dass der von der EZB vorangetriebene Digitale Euro nur über begrenzte Funktionen...

DWN
Deutschland
Deutschland Immobilien-Riesen in Berlin verkaufen 14.750 Wohnungen an öffentliche Hand

Die vor einer Fusion stehenden Wohnungsriesen Vonovia und Deutsche Wohnen verkaufen Immobilien in Berlin für 2,46 Milliarden Euro an die...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl: Deutsch-Russen und Deutsch-Türken driften nach rechts ab

Aus einer Studie geht hervor, dass die deutsch-türkischen und deutsch-russischen Wähler zunehmend nach rechts abdriften. Diese Gruppen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mittelstand fordert Regulierungsmoratorium – Normenkontrollrat sollte sich Sinnfrage stellen

Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft äußert Kritik am Jahresbericht Beratungsgremiums Normenkontrollrat der Bundesregierung....