Politik

Türkei und USA: Einigung über Sicherheitszone in Syrien

Lesezeit: 1 min
23.07.2019 17:07
Die Türkei und die USA haben sich am Dienstag auf die Errichtung einer Sicherheitszone in Syrien geeinigt.
Türkei und USA: Einigung über Sicherheitszone in Syrien
Die Türkei und die USA wollen eine Sicherheitszone im Nordosten Syriens errichten. (Grafik: Syria Live Map/DWN)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das türkische Verteidigungsministerium teilte am 23. Juli 2019 über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass sich der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar und der US-Sondergesandte für Syrien, James Jeffrey, bei einem Treffen in Ankara offiziell auf die Errichtung einer Sicherheitszone im Norden Syriens geeinigt haben. Die Errichtung der Sicherheitszone soll einer Koordination zwischen Washington D.C. und Ankara erfolgen. 

Die geplante Sicherheitszone bezieht sich offenbar auf die von der PKK/YPG besetzten Gebiete im Norden Syriens. Al-Monitor hatte zuvor berichtet: “Eine US-amerikanische Delegation unter der Leitung des US-Sondergesandten für Syrien, James Jeffrey, ist vom 22. bis 23. Juli in der Türkei eingetroffen, um mit ihren türkischen Amtskollegen Fortschritte bei den Plänen für eine Sicherheitszone zu erzielen, die einen Puffer zwischen dem türkischen Grenzgebiet und Teilen des Nordens von Syrien, die von kurdischen Gruppen kontrolliert werden, bilden soll.”

Die Errichtung der Sicherheitszone hängt offenbar direkt mit einer bevorstehenden Operation der Türkei östlich des Euphrats zusammen. Ankara möchte eine Pufferzone von Dscharablus (Syrien) bis Akcakale mit einer Tiefe von 40 Kilometern schaffen, welche die maximale Reichweite der türischen 155-mm-Sturmhaubitzen kennzeichnet, um die Bodeneinheiten bei indirektem Feuer zu unterstützen. Wenn Ankara in der Lage ist, diese indirekte Feuerunterstützung zu liefern, wäre eine Luftunterstützung für die türkischen Militäreinheiten nicht erforderlich.

Al-Monitor zufolge ist die PKK/YPG bereit, einer Pufferzone mit einer Tiefe von 40 Kilometern zuzustimmen, falls  Ain al Arab, Tal Abyad und Ain Issa nicht in die Zone einbezogen werden. “Das Angebot der PKK/YPG besteht darin, das operative Bild in Manbidsch einfach auf das Dreieck Tal Abyad-Ain al Arab-Ain Issa zu kopieren. Denn in Manbidsch unterliegt der Norden der Kontrolle des türkischen Militärs, das von der Freien Syrischen Armee (FSA) unterstützt wird. Der Süden wird von den USA und der PKK/YPG kontrolliert”, so Al-Monitor.

Dadurch würde eine Ost-West-Waffenstillstandslinie entlang des Hajur-Flusses entstehen, die gleichzeitig als Grenze fungieren könnte. Ankara will die vollständige Kontrolle über den Luftraum über der Sicherheitszone haben und fordert einen Rückzug der USA aus dem Luftraum im Nordosten Syriens. 

Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt unklar, auf welche Details sich die Türkei und die USA geeinigt haben. Dass sie sich auf die Errichtung einer Sicherheitszone im Norden Syriens geeinigt haben, gilt aber als sicher.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Joe Biden will Chinas Staatskapitalismus nachahmen – Europa zieht mit

Chinas Staatskapitalismus findet offenbar Nachahmer. Auch in Amerika will die Politik nicht mehr nur Schiedsrichter sein, sondern ebenso...

DWN
Finanzen
Finanzen Paukenschlag: Gegner der EZB-Staatsanleihenkäufe scheitern in Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht hatte die milliardenschweren Anleihekäufe der EZB teilweise für verfassungswidrig erklärt. Es forderte...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Lithium-Markt steht vor einer Angebotsknappheit

Wegen der steigenden Nachfrage steht der weltweite Lithium-Markt vor einer Angebotsknappheit. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesfinanzhof verhandelt Klagen gegen die Rentenbesteuerung

Die Frage, ob der Bund die Renten zu Unrecht doppelt besteuert werden, soll diese Woche der Bundesfinanzhof klären. Geklagt hatten zwei...

DWN
Politik
Politik Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax erklimmt neues Rekordhoch, Gold zieht weiter an

Der Deutsche Aktienindex hat erstmals die Marke von 15.500 Punkten übersprungen. Denn die Stimmung im deutschen Aktienmarkt ist derzeit...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzaufsicht Bafin baut „schnelle Eingreiftruppe“ auf

Als Lehre aus dem Fall Wirecard reformiert die deutsche Finanzaufsicht ihre Strukturen. Zu den Neuerungen gehört auch eine „schnelle...

DWN
Politik
Politik 57 Wissenschaftler und Ärzte fordern das sofortige Ende aller Corona-Impfungen

Eine Gruppe von Wissenschaftlern bezweifelt die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen. Sie fordern das Ende aller Impfprogramme. „Das Fehlen...