Finanzen

Mit seinen Tweets zerstört Donald Trump die Unabhängigkeit der Federal Reserve

Lesezeit: 1 min
29.07.2019 15:41
Donald Trump setzt die Federal Reserve mit seinen Tweets so stark unter Druck, dass diese mit ziemlicher Sicherheit die Leitzinsen senken werden. Der US-Präsident überschreitet seine verfassungsmäßige Kompetenz - und zerstört gleichzeitig die Unabhängigkeit der amerikanischen Währungshüter.
Mit seinen Tweets zerstört Donald Trump die Unabhängigkeit der Federal Reserve
Der Chef der Federal Reserve, Jerome Powell (r), ist ein mächtiger Mann. Gegen US-Präsident Donald Trump (l) kann der Chef der US-Notenbank aber offensichtlich wenig ausrichten. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

US-Präsident Donald Trump hat vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung der Federal Reserve am Mittwoch eine erneute Attacke gegen die US-Notenbank gestartet. Er warf den Währungshütern heute in einem Tweet Untätigkeit vor, während die EU und China ihre Zinsen angeblich weiter drücken und Geld in das Finanzsystem pumpen: „Und bei sehr niedriger Inflation tut unsere Fed nichts - und wird wahrscheinlich vergleichsweise wenig tun. Was für ein Jammer." An den Finanzmärkten wird allerdings nicht geglaubt, dass die Fed untätig bleiben wird: Die Analysten rechnen mit der ersten Zinssenkung in den USA seit über zehn Jahren. Der geldpolitische Schlüsselsatz dürfte um mindestens 0,25 Punkte auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent fallen.

[twitter.com] Währungshüter haben angesichts der von Trump geschürten Spannungen im internationalen Handel und der damit zusammenhängenden unsicheren Konjunkturperspektiven eine Kappung signalisiert, nachdem sie voriges Jahr die Zinsen vier Mal angehoben hatten und danach pausierten. Trump macht bereits seit langem Druck auf die politisch unabhängige Notenbank und verlangt Zinssenkungen, um die Konjunktur zu befeuern. Er hat sich insbesondere auf Fed-Chef Jerome Powell eingeschossen, dem er zwar selbst ins Amt verhalf, nun aber schlechte Arbeit vorwirft. Die Angriffe gipfelten in der Aussage, er könne Powell bei Bedarf degradieren.

Laut Gesetz agiert die Fed unabhängig von der Politik. Lediglich der Kongress kann per Gesetz die Geschäftstätigkeit der Notenbank regeln; bei den einzelnen Entscheidungen der Währungshüter hat aber niemand ein Mitspracherecht. Trump schert sich nicht darum und scheint Erfolg zu haben: Experten gehen davon aus, dass die - wahrscheinlich kommende - Zinssenkung nicht zuletzt das Ergebnis des Druckes ist, den er auf Powell und die anderen Fed-Banker ausgeübt hat.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Politik
Politik China ist der größte Profiteur der Corona-Krise

Vor einem Jahr erlebte die zweitgrößte Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise einen schweren Einbruch. Nun legt sie den größten...

DWN
Politik
Politik Östliches Mittelmeer: Großmächte kämpfen um das Herz der Welt

Im östlichen Mittelmeer wetteifern die internationalen Mächte um Einfluss auf Energieressourcen, Pipelines und die Handelsstraße zur...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland will zum weltweit führenden Wasserstoff-Exporteur aufsteigen

Russland will der weltweit führende Wasserstoff-Exporteur werden. Ein im vergangenen Jahr diesbezüglich vorgestellter Plan muss auch als...

DWN
Finanzen
Finanzen Milliarden-Verlust: Realzins pulverisiert deutsche Spareinlagen

Der Realzins dreht im ersten Quartal mit minus 1,25 Prozent wieder ins Negative. Das heißt, dass die Ersparnisse der Deutschen im 1....

DWN
Finanzen
Finanzen Internet-Gigant JD.com - lohnt sich der Einstieg?

DWN-Börsenexperte Andreas Kubin analysiert die Aussichten für die Aktie des chinesischen Online-Händlers JD.com.

DWN
Politik
Politik Die Inflation in der Euro-Zone ist auf dem Vormarsch

Die Lebenshaltungskosten stiegen im März um 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr.

DWN
Deutschland
Deutschland Merkel im Alarm-Modus: „Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für die Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geworben.

DWN
Finanzen
Finanzen Hunderte Börsenfonds sind bereits in Bitcoin investiert

Hunderte von ETFs halten teils erhebliche Mengen Bitcoin in ihren Portfolios. Dies ihre Performance in den letzten Monaten deutlich...